Mai 2018

Cathedral Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felsmonolithen, Cathedral Valley, Capitol Reef National Park, Utah, USA


Manch einem USA-Reisenden sind Namen wie Waterpocket-Fold oder Burr Trail vielleicht bekannt, gehören sie doch zum Capitol Reef National Park und sind teilweise mittels guter Straßen erschlossen. Ganz im Norden dieses Parks, weitab aller Standardwege, liegt ein Tal in fast absoluter Einsamkeit. Nur über „Dirtroads“ und mit Fahrzeugen mit großer Bodenfreiheit und Allradantrieb erreichbar, trägt dieser Teil des Nationalparks den Namen Cathedral Valley. Die Einzigartigkeit dieser Gegend verdankt sie mächtigen Felsnadeln und Felsstrukturen gleich Kathedralen, die im goldenen Licht der Nachmittagssonne in magischem Rotbraun und Gold erstrahlen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Bentonit-Felsen, Cathedral Valley, Capitol Reef National Park, Utah, USA


Auf dem Weg zu den magischen Felsstrukturen geht es zuerst durch eine Landschaft geprägt von sanften, aber unwirklich aussehenden Kuppen aus Bentonit, einer Art Ton, der sogar in der Bauindustrie Verwendung findet. Entstanden aus verwitterter vulkanischer Asche, bildet der Bentonit farbenprächtige leicht rötliche, dann wieder graue oder weiße seltsame Kuppen, die an eine Mondlandschaft erinnern. Und in den Senken der sanften Bentonit-Kuppen finden sich schwarze über Kopf große Lavabrocken, die Zeugnis von dem in dieser Gegend einstigen Vulkanismus geben. Dann ändert die Landschaft ihr Aussehen und die Bentonit-Kuppen weichen einer Ebene mit spärlich Bewuchs. Gerade so viel, dass Farmer dies nutzen, um ihr Jungvieh hier weiden zu lassen. Was bei uns saftige Almen sind, sind hier staubige Steppen und Wasser ist nur spärlich vorhanden.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: temple of the sun, Cathedral Valley, Capitol Reef National Park, Utah, USA


Nach 40 Kilometern staubiger und steiniger Fahrt erreicht man das, wozu man sich auf den Weg machte. Felstürme, die Namen wie „temple of the sun“ oder „temple of the moon“ tragen. Diese steil abfallenden Felsklippen und die aufragenden Felstürme sind das Ergebnis der Verwitterung der einstigen Sandstein-Ebene. Dabei wurden die weichere Sandsteinschichten hier im Laufe von Millionen von Jahren durch Wind und Wetter abgetragen und die harten rötlichen “Wingate” Sandsteine und die weißen “Navajo” Sandsteinschichten haben diesem Prozess widerstehen können. Daraus hat sich das heutige Bild dieser Landschaft geformt und vor allem in den Nachmittagsstunden wird die rötliche Farbe dieser Felsen noch zusätzlich durch das Licht der untergehenden Sonne verstärkt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: glass mountain, Cathedral Valley, Capitol Reef National Park, Utah, USA


Eine Besonderheit in dieser Gegend ist ein wenige Meter hoher Hügel, der als „glass mountain“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich nicht um Glas, sondern um einen kleinen Hügel, der vollständig aus Gips besteht und der den Eindruck vermittelt, als dass man vor einem Haufen Glasscherben stünde. Große Kristallflächen von vielen Zentimeter Größe des durchscheinenden Minerals spiegeln sich hier im Sonnenlicht und hier gilt “Sammeln verboten”, haben doch Mineralienliebhaber einen ähnlichen Ort in der Nähe dem Erdboden gleich gemacht.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Leprechaun Slot Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Abseits der bekannten touristischen Anziehungspunkte wie Capitol Reefs und Canyonlands National Park, liegt in dem wenig besuchten Gebiet östlich der Henry Mountains ein Slot Canyon der Extraklasse – der Leprechaun Canyon. Auf den ersten Metern noch gleich einem engen Tal, dann aber ein vielleicht nur 1 Meter breiter Spalt, ist dieser Slot Canyon etwas mehr als 400 Meter lang. Erreichbar von der Kleinstadt Hanksville im südlichen Utah, ist bereits das Auffinden des Parkplatzes, von dem aus man den Canyon erreicht, für viele Menschen eine Herausforderung, denn weder Hinweistafeln, noch eine markante Zufahrt deuten auf diesen Slot Canyon hin.


Aber nicht nur der Canyon selbst, sondern auch sein ungewöhnlicher Name sind eine Suche wert. Das Wort Leprechaun kommt aus dem Irischen und bezeichnet einen speziellen Kobold, der mit einem Goldschatz in Verbindung gebracht wird und dessen Lage es gilt dem Leprechaun zu entlocken. Wer dies schaffen sollte, dem wird ein Topf mit Gold geschenkt. Und wie in all den Fabeln ist dies ein Ding der Unmöglichkeit. Welchen Bezug jedoch dieser irische Kobold zu diesem Slot Canyon hat ist nicht klar und lässt einen nur spekulieren. Ist der Slot vielleicht die Wohnstätte dieses Kobolds oder ist er die Ort des vermuteten Goldschatzes. Letzteres scheint am ehesten der Wahrheit zu entsprechen, denn wenn die Sonne um die Mittagszeit ihren Zenit erreicht hat, leuchten Teile der Felswände in einem Goldgelb, als wären sie aus reinem Gold und als würde sich dahinter der Goldschatz verbergen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Vom Parkplatz aus ist es knapp über einen Kilometer, bis sich das Tal zu einem Canyon verengt und braune bis dunkelrote Sandsteinwände die seitlichen Barrieren bilden. Im Gegensatz zu vielen anderen „Slots“, wird für diesen Canyon derzeit noch keine Gebühr eingehoben und das obwohl in den letzten Jahren die Besucherzahlen im südlichen Utah massiv angestiegen sind. Üblicherweise hat man als Fotograf diesen Canyon den ganzen Tag für sich alleine, kann sich austoben, denn dieser Canyon wird relativ selten besucht. Die Frage ist nur, wie lange dieses Kleinod noch von den zu Zehntausenden durch die USA reisenden Chinesen unentdeckt bleibt.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Die Engstelle des Canyons ist eine 40 Meter lange Passage, von nur einem Meter Breite. Und durch die fast 30 Meter hohen Wände dringt fast kein Tageslicht nach unten. Dadurch erhält der Besucher den Eindruck in einer Höhle oder in einem alten Bergwerksstollen zu stehen – so dunkel ist es hier am Grund des Canyons. Ein massiver Klemmblock in etlichen Metern Höhe zeugt darüber hinaus von den ungeheuren Naturkräften, die „Fashfloods“ verursachen können, denn an der Oberseite des Blockes sind die Reste einer Baumwurzel eingeklemmt. Da frägt man sich, wie diese Wurzel wohl in diese Höhe gekommen sein mag und unweigerlich wird einem bewusst, was „Flashfloods“ anrichten können. Wehe dem, der sich dann im Canyon befindet!

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Und das Wasser im Canyon fliessen kann zeigen viele der Wasserpfützen und kleineren und grösseren Lacken auch zu Zeiten der Trockenheit. Meist übel riechend sind sie vorallem zu Zeiten der Gewitter und der Flashfloods eine Herausforderung bei einem Durchwandern des Canyons, möchte man nicht in diesen schlammigen Sumpf mit seinen Schuhen steigen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Mai

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subject: Oberer Kaskadenfall, Bärenschützklamm bei Mixnitz, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Das Frühjahr hat für Fotografen seinen ganz speziellen Reiz, vor allem wenn es darum geht, Laubwälder und Grünpflanzen zu fotografieren. Das Grün der Bäume ist im Mai heller und hat einen gewissen Gelbanteil. Landläufig als Maigrün bezeichnet, leuchten auch im Grazer Bergland die grünen Karstlandschaften im Gegenlicht in dieser, für das Frühjahr, so speziellen Farbe. Grund für diese gelbgrüne Farbe ist der im Frühjahr sehr hohe Anteil von Carotinoiden in den Blattstoffen, die die jungen Blätter vor der Zerstörung durch die Photo-Oxidation wie eine Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor schützen. Erst wenn im Laufe des Jahres der Anteil an Carotinoiden sinkt, erhalten die Blätter das typische saftige Dunkelgrün.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 24 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Hoya-Polfilter, Belichtungszeit: 0,6 Sekunden, heiterer Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture