März 2019

Vernissage Menschenbilder 2019

Menschenbilder2019

subject: “im Lichtschacht” (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018 / im Bild: Harald Polt / location: Geisterschacht, Lurgrotte Semriach)


So wie jedes Jahr veranstaltet das Atelier Christian Jungwirth zusammen mit der Innung der Berufsfotografen eine Ausstellung mit den besten Arbeiten steirischer Fotografen. Diese Ausstellung mit dem Titel „Menschenbilder“ wird am 16.März in Graz am Mariahilferplatz eröffnet und zieht dann im Laufes des Jahres durch viele steirische Gemeinden. Und was uns ganz besonders freut, dass auch wir dieses Jahr wieder mit einer Arbeit vertreten sind. Die Ausstellung befindet sich im Freien und ist für jeden rund um die Uhr zugänglich.


Nun zu unserer Aufnahme:
Ähnlich dem Fotopionier Charles Waldack, der als erster Fotograf 1866 Höhlen-Aufnahmen machte und dies in der über 600 km langen Mammut-Höhle im amerikanischen Bundesstaat Kentucky, so entstand unsere Aufnahme mit dem Titel “im Lichtschacht” in der Lurgrotte bei Semriach. Als Blitzlicht verwendete Charles Waldack damals, wie zu dieser Zeit üblich, metallisches Magnesium angereichert mit Schießpulver, was eine sehr explosive und gar nicht ungefährliche Mischung ergab. Im Gegensatz zu Charles Waldack verwenden wir heute über Funk getriggerte Systemblitze, aber ein bisschen angelehnt an das Pioniertum vor mehr als 150 Jahren, ist es auch bei uns metallisches Magnesium, das beim Blitzen zum Einsatz kommt, dieses jedoch eingebettet in die reine Sauerstoff-Atmosphäre großer Blitzbirnen mit Lichtströmen bis zu 150.000 Lumen pro Sekunde. Und so wie Charles Waldack von der unterirdischen Welt fasziniert war, sind auch wir seit je her von dieser Art der Fotografie im “lichtleeren Raum” begeistert. So freuen wir uns jedesmal sehr, wenn wir neben unserem klassischen fotografischem Business in Höhlen und historischen Bergwerken fotografieren können. Und so wie die Pioniere der Fotografie vor langer Zeit sich mit ihrem überdimensionalem Gepäck auf den Weg machten, rücken auch wir gleich einer Expedition aus, wenn es in die Unterwelt geht und obwohl Kameras in Summe kleiner geworden sind, sind unsere Gepäckstücke trotzdem um nichts geringer als das Expeditionsgepäck vor 150 Jahren.


Die Aufnahme entstand in einem 20 Meter tiefen Seitenschacht des Geisterschachtes, den wir mit Systemblitzen punktuell ausleuchteten und wodurch das Farbenspiel des Gesteins im Licht erst zur Geltung kam. Vor diesem aufgehellten Schacht – oder Lichtschacht – seilte sich unser “Model”, der Höhlenforscher Harald Polt, nachdem er zuvor Bohrhaken zur Seilsicherung angebracht hatte, in die Tiefe und ich begleitete ihn dabei mit der Kamera. Dieses Lichtspiel ließ uns dieser Aufnahme den Titel “im Lichtschacht” geben.


Damit dieses fotografische Projekt zustande kommen konnte, gilt unser ganz besonderer Dank dem Landesverein für Höhlenkunde in der Steiermark (www.lvhstmk.at) und dabei ganz besonders dem Höhlenforscher Harald Polt, der sich als “Model” zur Verfügung gestellt hatte, sowie dem Besitzer der Lurgrotte Semriach (www.lurgrotte.at) Andreas Schinnerl für die selbstlose Unterstützung.
 
Es würde uns ganz besonders freuen viele Freunde, Unterstützer und auch Kunden begrüßen zu dürfen.

Ort: Mariahilferplatz, Graz
Termin: Samstag, 16.März 2019, 11 Uhr

 

Inhalt und Foto: copyright by book-and-picture

Corona Mine

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Bergbau-Gleisanlage, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


1899 als Gem Mine eröffnet, liegt dieser ganz besondere Bergbau in einem teilweise saftig grünen, jedoch sehr versteckten Canyon der sonst trockenen und wüsten Panamint Mountain Range des Death Valley National Park. Eine ganze Reihe von alten Bergwerks-Artefakten und eine zum Teil erhaltene Gesteinsmühle laden hier den Besucher zum Erkunden ein. Das Kriterium, um die Corona Mine zu erreichen, ist jedoch die Zufahrt. Eine wilde und mit teils großen Steinen übersäte und teilweise auch nicht mehr vorhandene Strasse führt zu diesem Bergbau. Ein “echtes” Geländeauto, große Bodenfreiheit, Allrad ohne Differential im Zwischengetriebe und fahrerisches Geschick sind die Voraussetzung, um die 10 km lange Fahrt zu meistern. Hier scheiden definitiv alle SUVs aus, auch wenn es sich um die BMW X5s oder die Porsche Cayennes handelt, zu gering ist deren Bodenfreiheit und zu viel ist deren Antriebsstrang für die Asphalt-Pisten ausgelegt. Wer aber trotzdem auf ein derartiges Abenteuer nicht verzichten möchte, der findet in Furnace Creek im Death Valley eine kleine, aber feine Autoverleihfirma, die tageweise Geländeautos vermietet.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des Gesteinsmühlen-Antriebs, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Der Bergbau wurde bis hinein in die 1980er Jahre betrieben und wie aus Aufzeichnungen ersichtlich, erstreckt sich unter der Oberfläche ein weit ausgedehntes Netz an Stollen, Strecken und Schächten, in denen Gold, Silber, Blei und Zink abgebaut wurden. Die wenigen noch offenen Stolleneingänge wurden heute mit Fledermausgittern verschlossen, um den Tieren ein störungsfreies Überwintern zu ermöglichen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste einer Seilwinde, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Herausragend ist eine in die Enge des Canyons aus Holz gebaute „Stamp Mill“ mit einem intakten Erzkasten, einem leider herunter gebrochenen Stampfwerk, einem Holzturm und einem Dieselnmotor mit dessen Hilfe die Mühle angetrieben wurde. Durch den Canyon murmelt ein kleines Bächlein, wodurch es einen dichten grünen Bewuchs gibt und die Frösche quaken. Dazwischen immer wieder gelb lackierte Bergbaumaschinen, die einen herrlichen Kontrast zum Grün der Pflanzen geben.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – März

Kalender2019-03

subject: Leprechaun Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Den Leprechaun Canyon haben wir schon einige Male in unseren Newsletter beschrieben, war er doch am Titelbild des diesjährigen Kalenders. Mit seinen hohen Seitenwänden und dem anfänglich noch straßenbreiten Aussehen, vermutet fast niemand, dass sich dieser Canyon nach einigen hunderten von Metern zu einem richtigen Slot verengt. Massiver und in diversen Gelb- und Brauntönen gebänderter Sandstein, sowie die kleinen Wasserlöcher erzeugen für den Betrachter einen Ort der Ruhe, laden zum Rasten ein und lassen die rundherum herrschende Hitze vergessen. Für den Fotografen sind es die, wie an einer Perlenschnur gereihten Wasserlöcher, die faszinieren und die dem Bild Dynamik verleihen, geben sie doch dem Betrachter eine imaginäre Linie vor, die hinein in den Canyon führt. Diese Szenerie wiederholt sich mehrmals auf dem Weg in das Innere des Canyons und fasziniert hinter jeder Biegung wieder aufs Neue. Für die Mystiker unter Euch, mag ja der Canyon vielleicht wirklich der Wohnort jenes Kobolds sein, dem Canyon seinen Namen verdankt und der auf diese Weise die Besucher anlockt, um nach dem verborgen Schatz zu forschen.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet, Lee-Polfilter, Belichtung: 1/4 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture