April 2019

Salz im Death Valley

ArpadKunzfeld-72-1200-7209-11

photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des ehemaligen Salzabbaus im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Der fast 15.000 Quadratkilometer große Death Valley National Park besteht aus einer Reihe von Nord Süd laufender tiefer Taleinschnitte, die durch Gebirgsketten mit Höhen weit über 3000 Meter voneinander getrennt sind. Von diesen Tälern sind heute lediglich das eigentlich Death Valley selbst und das davon westlich liegende Panamint Valley durch asphaltierte Straßen für Otto-Normalverbraucher erschlossen. Alle weiteren Täler sind wüstenartige Einöde und erfordern geländetaugliche Fahrzeuge, sowie auch die notwendigen fahrtechnischen Fähigkeiten, um erkundet zu werden. So auch das Saline Valley, ein sehr einsames und fast 100 Kilometer langes Nord-Süd-Seitental, das für fast 1000 Jahre die Heimat der Timbisha Shoshonen war. Dieser Indianerstamm wurde in den 1930er-Jahren in den nahen Ort Darwin umgesiedelt, als viele andere Stämme auch ihrer Heimat beraubt wurden. Dieses Saline Valley war reich an Erzvorkommen, aber auch an Borax und Salz, wobei der Salzabbau einer der bemerkenswertesten Bergbaue überhaupt war. Keine Stollen, keine Halden, keine Steinbrüche, sondern eine endlos weiße Ebene, eingebettet in ein viele Kilometer breites einsames Tal.

 

MarinaKunzfeld-72-1200-7238

photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des Salzkastens, Salzabbau im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Wer heute zu diesen Salzseen gelangen möchte, um die Reste der ehemaligen Salzgewinnung und die Relikte der Seilbahnanlage zu sehen, der darf sich auf eine raue und lange Fahrt abseits des Asphalts einstellen. Nichts für Wohnmobile, „tiefergelegte“ oder auch für SUVs, da bei diesen die standardmäßigen Reifen die Fahrt nicht überstehen würden. 2 Stunden Schütteln auf Grund der steinigen Piste und das Überqueren des in der kalten Jahreszeit teilweise vereisten South Pass sind durchzustehen, ehe man in ein weites, absolut einsames Tal mit riesigen Salzseen gelangt. Im Sommer brütende Hitze, kein erfrischender Quell, sondern nur salziges Wasser. Das war das Szenario der einstigen Arbeitsbedingungen und so sind auch heute noch die äußeren Bedingungen, gleich wie vor 100 Jahren.

 

ArpadKunzfeld-72-1200-7198-00

photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Auflagepunkte der ehemaligen Holzstege, Salzabbau im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Das, was heute von der einstigen Salzgewinnung übrig geblieben ist, sind die ehemaligen Auflagepunkte der hölzernen Stege, auf denen sich Arbeiter zwischen den einzelnen Abbaufeldern bewegen konnten, ohne durch das kostbare Salz marschieren zu müssen, sowie einige der Stützen der ehemaligen “Salzseilbahn”, die das Salz über die Berge zur Eisenbahn-Verladung bei Swansea gebracht hatte. Leider haben Vandalen aus Zerstörungswut viele der hölzernen Seilbahnstützen zerstört, indem sie diese montan-historischen Artefakte einfach angezündet hatten. Die ehemalige Salzseilbahn nahm 1914 ihre Arbeit auf und wurde mit mehreren Unterbrechungen bis in das Jahr 1936 betrieben. Zur Zeit des Vollbetriebs hingen bis zu 286 Salzgondeln an den Seilen und lieferten 20 Tonnen Salz in der Stunde.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – April

Kalender2019-04

subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2018)


Im Juni letzten Jahres hatten wir einen Reisebericht über den Willis Creek veröffentlicht, einem Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument bei Cannonville in Utah. Dabei hatten wir geschrieben, dass im Willis Creek nicht rot oder orange als Farben vorherrschend sind, sondern die Gelbtöne bestimmend sind. An dem Tag, als wir diesen Canyon besuchten, zog ich rein zufällig meine gelbe Wanderhose und ein graues T-Shirt an, ohne zu wissen, welche Farben uns in der Schlucht erwarten werden. Und als wir einmal Reitern im Canyon Platz machen mussten, galt es auf die untersten Felsen zu klettern und dort solange mit unserer Ausrüstung zu warten, bis die Pferdekarawane vorbeigezogen war. Dabei fiel Marina auf, dass meine Bekleidung genau dem Farbton des Canyons entspricht. Das veranlasste uns diesen Farbgleichklang auch fotografisch fest zu halten. Als Model vor der Kamera agierend, entstand diese einmalige Aufnahme, wobei ich bewusst nicht in die Kamera blickte, sondern meinen Blick entlang der steilen Felswände schweifen ließ.
Aufnahmetechnik: CANON 7D mit einer Brennweite von 115 mm aus der Hand, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/125 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Gelbtöne angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture