Ubehebe Talc Mine

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Stolleneingang in die Ubehebe Talc Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Der riesige Death Valley Nationalpark besteht aus einer Reihe von Nord-Süd verlaufenden sehr einsamen Tälern, die fast ausschließlich nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahren werden können. Eines dieser Täler ist das “versteckte” Hidden Valley, das von der Touristen-Attraktion, dem Ubehebe Krater, aus erreicht werden kann und in dessen Umgebung eine Reihe von interessanten Bergwerken liegen. Über die Tiefsandpassagen der „Ulida Flat“ erreicht man nach langer Fahrt über ruppigen Untergrund das Bergbaugebiet der „Ubehebe Mine“, einem Bergbau, der in den 1960er und 1970er Jahren Talk abbaute. Auch heute noch in Besitz eines Bergbau-Unternehmens, ist der Betrieb jedoch seit fast 50 Jahren still gelegt. Erzkästen, Pumpen, Leitungsrohre und ein noch teilweise befahrbares Stollensystem zeugen von der einstigen und sehr mühevollen Bergmannsarbeit in diesem öden und trockenen Teil Kaliforniens.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Holzausbau und beginnender Verbruch, Ubehebe Talc Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Wer historischen Altbergbau aus unserem alpinen Raum kennt, dem fallen bei einer Befahrung dieser Bergwerke sofort einige Dinge auf, die ganz anders sind als bei uns. Liegt die durchschnittliche Temperatur in unseren heimischen Bergwerksstollen nur wenige Zehnermeter hinter dem Mundloch bereits um die 10 oder 12 Grad Celsius, so erwarten einen hier wesentlich höhere Temperaturen und auch das Wasser, mit dem wir in vielen alten Gruben bei uns zu kämpfen haben, ist hier im Death Valley kein Thema. Dieser Umstand hat hier im Death Valley zur Folge, dass meist unbehandeltes Grubenholz verwendet werden konnte, da hier Fäulnis auf Grund von Feuchtigkeit kein Thema war. Musste man bei uns Holzstempel zuerst mit Salzlösungen behandeln, um die Säfte aus dem Holz zu eliminieren und sie damit langfristig vor dem Zerfall zu schützen, wurden hier im Death Valley meist unbehandelte Nadelhölzer aus der näheren Umgebung verwendet. Diese Baumstämme wurden in entsprechende Pflöcke zersägt und dann ohne großen Aufwand in die Stollen geliefert, wo alles schnell gehen musste, denn Investoren wollten so rasch wie möglich harte Dollars sehen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Erzkasten, Ubehebe Talc Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Talk ist ein ganz besonderes Mineral, gilt Talk als einer der weichsten „Steine“. So wird Talk in der offiziellen Härteskala nach dem Mineralogen Carl Friedrich Mohs mit dem niedrigsten Wert „1“ der zehnteiligen Skala angegeben. Chemisch gesehen ein Magnesium-Silikat, findet Talk in der Kosmetik-Industrie oder auch beim Bau von Isolatoren Verwendung. Aber auch Kletterer kennen Talk, denn das weiße „Magnesia-Pulver“ mit dem man die Finger trocken hält und auch den Reibungswert gegenüber dem Fels erhöht ist grundsätzlich nichts anderes als Talk. Der Talk der Ubehebe Mine ist rein und schneeweiß und die alten Bergwerkshalden fallen bereits aus großer Entfernung aufgrund ihrer hellen Farbe im Gelände auf. Zusammen mit der benachbarten Keeler Mine und der Ibex Mine im Südosten des Death Valley Nationalparks zählt die Ubehebe Mine zu den großen Talkbergwerken im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld
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