Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Dezember

Kalender 2018-12

subject: Mixnitzbachfall, Bärenschützklamm bei Mixnitz, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Es gibt Tage in der Bärenschützklamm, da ist es absolut still und nicht nur die Vögel sind nicht zu hören, sondern auch das Wasser rauscht nicht. Das ist die Zeit, wenn Wasser zu Eis geworden ist und sich funkelnde Zapfen, Säulen und Eis-Skulpturen geformt haben. Das ist die Zeit, wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, wenn die Tage kurz geworden sind und wenn der Boden gefroren ist. Das ist aber auch die Zeit, wenn der Parkplatz am Eingang zur Klamm leer ist, wenn die Finger beim Fotografieren klamm werden und wenn heißer Tee statt kühlende Getränke dem Körper wärmen sollen. Leider immer seltener geworden, sind dies die Tage mit besonderen Motiven, bei denen teils saftiges Grün unter den Eis hervorscheint und einem die gesamte Klamm alleine gehört.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach unten geshiftet, Focus-Stacking aus 3 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 1,0 Sekunden, bedeckter Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Dumont Sand Dunes

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Dumont Sand Dunes, Mojave Wüste, Kalifornien


Wenn der Himmel anstelle von blau eine gelbliche Farbe hat, wenn alle Ritzen und Spalte mit Sand verfüllt sind und wenn ein starker orkanartiger Wind bläst, dann zieht wieder ein Sandsturm über die Wüste hinweg. Die Dumont Sanddünen knapp außerhalb des Death Valley National Parks gehören zu den höchsten Sanddünen im Südwesten der USA und werden wie andere Sanddünen auch regelmäßig von Sandstürmen heimgesucht. Mit ihren fast 400 Meter hohen Sandbergen sind sie für viele ein Blickfange auf ihrer Reise vom Death Valley nach Las Vegas. Heute als eine „Vehicle Recreation Area“ ausgewiesen tummeln sich an schönen Wochenenden Tausende Buggy-Fahrer in dieser einmaligen Gegend und hinterlassen ihre Abdrücke im Sand.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Dumont Sand Dunes, Mojave Wüste, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Leadfield Ghost Town

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gebäudereste, “March Storm Number 1 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


1905 entdeckten Erzsucher Goldvorkommen im Titus Canyon, einer tief eingeschnittenen Seiten-Schlucht des Death Valley. Nur schwer zugänglich, musste zuerst eine Strasse durch den Canyon gebaut werden, um Gerätschaft aus dem Death Valley zum 22 Meilen entfernten Bergbau bringen zu können und später das gewonnene Erz den Schmelzöfen zuliefern zu können. Durch den Bergbau entstand eine kleine Stadt, in der im Jahr 1926 mehr als 300 Personen lebten.


Der Bergbau mit seinen mehr als 10 unterschiedlichen Claims, wie auch die daneben entstandene Stadt waren nicht von langer Dauer. Bereits 1927 wurde Leadfield wieder verlassen und dem Verfall Preis gegeben. Die meisten Gebäude verrotteten und fielen in sich zusammen, lediglich das ehemalige Postamt, einige wenige andere Gebäude und die Bergwerksstollen haben bis heute dem Zahn der Zeit Stand gehalten.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Haupt-Stollen des “March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


Fledermaus-Schutz ist ein großes Thema im Death Valley National Park und so versucht die Nationalpark-Verwaltung durch spezielle Eisengitter-Konstruktionen Touristen vom Besuch der alten Stollen während der Wintermonate abzuhalten. Die Gitterstäbe sind so konstruiert, dass lediglich Fledermäuse hindurch kommen, größeren Tieren bis hin zum Menschen jedoch ein Zutritt nicht möglich gemacht werden kann. Diese Gitter werden nach der kalten Jahreszeit entfernt. So ist beispielsweise der Eingang zur Hauptstrecke des March Storm 2 Claims wurde durch ein Rohr mit fast 1,5 Metern Durchmesser abgesichert, um dem Verbrechen des Stollenmundloches entgegen halten zu können. Durch dieses Rohr und seine Gitterstäbe haben wir hindurch fotografiert.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Halde,”March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: ehemalige Schmiede, “March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


Teilweise große graue Halden heben sich von der umgebenden Landschaft mit ihren gelbfarbenen Sträuchern ab. Sie zeigen ein Bild des Kontrastes und wer alte Bergwerkshalden in unserer steirischen Heimat kennt, der weiß, wie rasch diese wieder mit einer dicken Humusschicht überzogen sind. Hier in diese trockenen Einöde ist dies nicht der Fall, hier ist Staub, ein paar Dornbüsche und allerlei nicht sichtbares Getier.
Und wer annimmt, dass auf den Halden noch Erzbrocken liegen, sich farbenfrohe farbliche Ausblühungen gebildet haben, der irrt gewaltig. Kein Stäubchen Roherz, keine blauen, grünen oder roten Minerale, nur grau, sandig oder ausgewaschen präsentieren sich die Halden.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – November

Kalender 2018-11

subject: Oberer Badlgraben, Tanneben, Badl bei Peggau, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Wenn die Kälte ins Land zieht und der erste Schnee fällt, dann werden all die Urwälder im Grazer Bergland menschenleer. Dort wo sich sonst Tausende Erholungssuchende während der Sommermonate tummeln ist es jetzt still und die ins Land gezogenen ersten Fröste hinterlassen erste Spuren in Form von Eiszapfen. So auch hier im Badlgraben, wo Eisgebilde gleich Stalaktiten in Tropfsteinhöhlen von den Felswänden hängen. Aber auch das zu Boden gefallene Laub beginnt sich zu verändern und erhält einen dunkleren Farbton. Wer sich jetzt in die kleinen Schluchten und Gräben begibt, der lernt unsere nahe Umgebung von einer anderen Seite kennen: mystisch, still, urtümlich und nichts deutet darauf hin, dass nur wenige Kilometer entfernt eine Stadt mit 300.000 Einwohnern liegt.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach unten geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 1,0 Sekunden, bedeckter Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kellergewölbe von Dinkelsbühl

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: altes Farbenlager in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


Die Deutsche Kleinstadt Dinkelsbühl mit ihren rund 12000 Einwohnern geht auf eine Gründung der Staufer zurück, die hier am Kreuzungspunkt zweier Handelswege eine Befestigungsanlage errichteten. Diese Befestigung dürfte so um 1130 entstanden sein, woraus sich im Laufe der Zeit die heutige Stadt entwickelte. Gelegen in Mittelfranken ist Dinkelsbühl heute noch von einer Stadtmauer umgeben, die den mittelalterlichen Stadtkern zur Gänze umschließt. Der südliche alte Stadtteil liegt leicht erhöht und trägt den Namen Gansberg. Ebenfalls dicht besiedelt, besteht dieser Gansberg aus Kalk und Sandstein und unter vielen der ursprünglich mittelalterlichen Häuser befinden sich ebenso alte Keller, die in der Vergangenheit als Eiskeller für die vielen kleinen Brauereien genutzt wurden. Während des 2.Weltkrieges wurden diese vielen privaten Keller untereinander verbunden und dienten als Luftschutzkeller. Dieses so entstandene System aus Kellern, Gewölben und Gängen ist heute noch begehbar und ermöglicht fast ein zur Gänze unterirdisches Fortbewegen in diesem südlichen Teil der mittelalterlichen Stadt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: “lost place” in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


In einem der alten Keller befand sich ein Farbenlager, das heute einer farbigen Wüste gleicht. Häufen von Pulverfarben in den unterschiedlichsten Tönen, vermorschte Fässer, herumliegende Dauben, die die Fässer zusammenhielten, verrostete Metallbehälter, Flaschen und noch viele andere herumliegende Gegenstände geben ein Bild des besonderen Chaos und der Einzigartigkeit. Erst im Schein von Taschenlampen wird dieses farbige Durcheinander sichtbar und wer dieses unterirdische Reich betritt taucht in eine Welt des Besonderen ein, in ein Reich, das es nirgendwo in dieser Form so gibt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Farbhäufen in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


Wir sind in diese Keller gestiegen, um dieses Gewirr an Farben und Gegenstände fest zu halten, denn es gibt bislang keine richtigen Fotografien, die diese Besonderheiten zeigen. Gleich dem Fotografieren in Höhlen und Bergwerken geht es auch hier zur Sache und was der Lehm in den Höhlen ist, ist hier das überall gegenwärtige Farbpulver. Kombiniert mit Hautfeuchtigkeit ergibt es ein einzigartiges Farbgemisch, das nicht nur die Hände überzieht sondern auch die gesamte Ausrüstung. Systemblitze sind betroffen, Stative, die Kleidung und jede Ritze in technischem Gerät enthält Farbe und wenn man später reinigt, dann tut man das viele Male, so hartnäckig ist die Farbenpracht.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Antelope Canyon X

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Antelope Canyon X, Page, Arizona, USA


Wenn Natur- und Landschaftsliebhaber über Slot-Canyons sprechen, assoziieren diese dies sehr oft mit dem Antelope Canyon. Wer sich allerdings etwas eingehender mit der Thematik des Antelope Canyons befasst und vielleicht auch die Möglichkeit hat und mit den lokalen Navajo-Stämmen zu sprechen, der wird bald erfahren, dass es viele „Antelope Canyons“ gibt. Der Name Antelope Canyon rührt von den einst in dieser Gegend sehr häufig vorkommenden Gabelhornantilopen oder Proghorns her, Tieren, die wir eher mit Afrika verbinden. Auch handelt es sich bei diesen Proghorns aus zoologischer Sicht gar nicht um Antelopen, sondern nur die Ähnlichkeit mit diesen hat die Weißen einst dazu veranlasst, diesen Tieren den Namen „Antelope“ zu geben. Die Proghorns lebten früher in größeren Verbänden im heutigen Gebiet der Canyons, waren eine der Nahrungsquellen der Indianer und gaben diesen Canyons auch die heute weltweit bekannten Namen. Neben dem den meisten Besuchern bekannten „Upper Antelope Canyon“ ist es der „Lower Antelope Canyon“ der die Leute anzieht. Verfolgt man das Antelope Canyon System jedoch weiter Richtung Süden, so gibt es noch 2 weitere, auch für Touristen zugängliche Canyons. Einer davon ist der Cardiac Canyon, der andere ist der Antelope Canyon X, ein Slot der absoluten Extraklasse.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Antelope Canyon X, Page, Arizona, USA


Wenn man den Highway 98 von Page Richtung Süden fährt, die Zufahrten zu den beiden Antelope Canyons passiert, so sind es einige Meilen Fahrt bis man den Ausgangspunkt zum Canyon X erreicht. Verwundert, ob man wohl richtig sei, denn es fehlen hier die Massen, die man von den beiden Antelope Canyons her kennt. Und es mag dann durchaus sein, dass man der Einzige ist, der hier sein Ticket löst, Zeit findet mit den Leuten zu sprechen solange man wartet. Dann geht es mit Pick-up-Truck weiter, 10 Minuten, über die Eisenbahnlinie der Navajo Indianer hinweg und immer weiter dem Canyon entgegen. Und nachdem man den steilen Abstieg hinunter zum Eingang des Canyons hinter sich gebracht hat, taucht man in eine einsame Welt der Superlative ein.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Antelope Canyon X, Page, Arizona, USA

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Canyon X, Page, Arizona, USA


Hat sich in den Antelope Canyons immer die Frage gestellt, welches Objektiv sei wohl das einzige und beste, mit dem man ohne wechseln zu müssen das Auslangen findet, so stellt sich hier die Frage, wie groß ist das Fassungsvermögen des Fotorucksackes und wie viel Kraft habe ich, wenn ich diesen wieder zum Pick-up-Truck tragen muss. Aber dann ist es soweit – und der indianische Führer deutet, dass es hier in den Slot geht und nach ein paar Minuten heisst es dann “selbst fotografieren” “ich komme in 2 Stunden wieder”. Entspanntes Schauen, die Natur auf sich wirken lassen, Eindrücke aufsaugen und dann diese auf den Sensor bannen – so läuft Fotografien im Canyon X. Und auch hier ist der Kugelkopf dem 3-Wege-Neiger überlegen, will man nicht mit instabilen Stativ-Positionen operieren, denn steil oben über den Köpfen erstrahlt der Canyon in seinen schönsten Farben.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Oktober

Kalender 2018-10

subject: Wasserfall-Kaskade im Feistergraben bei Deutsch-Feistritz, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Der Herbst ist ins Land gezogen, die Blätter beginnen sich zu verfärben und die Natur macht sich für den bevorstehenden Winter bereit. Und wer jetzt mit offenen Augen abseits der bekannten Schluchten durch die Landschaft rund um Graz streift, der wird an vielen Stellen kleine, aber trotzdem wilde Wasserwelten entdecken. Eine dieser geheimen und wenig beachteten kleinen Schluchten ist der Feistergraben, der vom Übelbachtal steil bergan zieht und durch den sich der Feisterbach seinen Weg gegraben hat. Der Bach stürzt dabei immer wieder über kurze und wenige Meter hohe Kaskaden auf das nächste Plateau, wo dann kleine Tümpel entstehen, in denen das goldene Laub des Herbstes seine Kreise zieht.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 0,5 Sekunden, bedeckter Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – September

Kalender 2018-09

subject: Wasserfall-Kaskaden im Badlgraben bei Peggau, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Bei unserem September-Bild handelt es sich um eine Aufnahme, die das Nahen des Herbstes zeigt. Vereinzelt verstreute farbige Blätter, dann wieder das noch relativ saftige grüne Moos und dazwischen der Badlbach, der über kleine Kaskaden durch die Engstelle des Badlgrabens fließt. Ein Ort der Ruhe, den nur Wenige besuchen, obgleich der guten Erreichbarkeit des Grabens. Ein Ort, den wir auch für unsere Workshops ausgewählt haben – ein idealer Ort um in Ruhe sich dem Thema Landschaftsfotografie zu widmen (Details dazu finden Sie unter Coaching Landschaftsfotografie).
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 0,5 Sekunden, bedeckter Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Upper Antelope Canyon

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Upper Antelope Canyon, Page, Arizona, USA


Slot Canyons sind enge und tiefe Schluchten und Felsspalten von manchmal nur wenigen Metern Breite und sind vor allem aus dem amerikanischen Südwesten bekannt. Oftmals 30 und 40 Meter tief und über hunderte Meter lang, sind sie ein touristischer Anziehungspunkt für viele Besucher und so kommen diese aus allen Ländern dieser Erde in Scharen, um diese Highlights zu sehen. Die wohl bekanntesten unter den Slot-Canyons sind mit Sicherheit die Antelope Canyons bei Page in Arizona, Canyons, die um die Mittagszeit in allen erdenklichen Rot- und Gelbtönen erstrahlen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Upper Antelope Canyon, Page, Arizona, USA


Wer die chinesischen Großstädte Beijing oder Shanghai mit ihren Menschenmassen und Gedränge kennt, diese Art des Lebens liebt, der fühlt sich auch hier wohl, denn im Antelope Canyon hat man das Gefühl den Canyon mit der Hälfte der Bewohner Asiens zu teilen. So arg ist das Gedränge in der Enge um die besten Fotomotive, so groß und schnell laufen die Gruppen durch den Canyon und so undiszipliniert verhalten sich viele der Touristen, die vergessen hier nur Gast der Natur und der Navajo Indianer zu sein. Diese Entwicklung zum Massentourismus hat auch hier in den letzten Jahren Einzug gehalten. Zeiten in denen man den Antelope Canyon noch in Ruhe besuchen konnte sind heute längst vorbei.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Upper Antelope Canyon, Page, Arizona, USA


Da die Slot-Canyons nach oben hin oftmals sehr eng sind, kommt auch wenig Tageslicht bis zum Grund des Canyons. Um professionelle Aufnahmen zu machen, ist dies unter diesen Umständen und wie in der Landschaftsfotografie meist praktiziert nur mit einem Stativ möglich – zu lange wären die notwendigen Belichtungszeiten, möchte man nicht die Sensorempfindlichkeit nach oben drehen und dadurch Verluste in der Bildqualität vorprogrammieren. Im „Upper“ Antelope Canyon ist dieses Fotografieren mit einem 3-Bein-Stativ heute noch möglich, im „Lower“ Canyon nur mehr mit einem Einbein-Stativ, was Qualitätseinbußen mit sich bringt. Wer weiss, wie die Zukunft aussehen wird?

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Upper Antelope Canyon, Page, Arizona, USA


Nimmt man an einer der geführten Foto-Touren durch den „Upper“ Canyon teil, dann werden die Teilnehmer gebeten nur ein einziges Objektiv zu verwenden und Fotorucksäcke zu Hause zu lassen. Zu Beginn nicht ganz verstanden, ist es uns heute klar, welcher Zweck damit verfolgt werden soll. Leider wird der tiefere Sinn dahinter nicht kommuniziert. Natürlich kann man ein paar Objektive mitnehmen, sie in einen kleinen Fotorucksack packen, der beim Bewegen durch den Canyon nicht stört, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Da jedoch die indianischen Führer im Canyon laufend Sand mit Schaufeln in die Höhe werfen, um die weltbekannten „sun beams“ des Antelope Canyons zu erzeugen, schwebt dermaßen viel Sand in der Luft, dass dieser schwebende Sand für den Sensor der Kamera während eines Objektiv-Wechsels nicht zuträglich ist. Das bedeutet, dass man was die Brennweite anbelangt, im Canyon einen Kompromiss eingehen muss. Ich habe alle Aufnahmen mit einem 24-105 mm Zoom-Objektiv durchgeführt und wer trotzdem Objektiv wechseln möchte oder muss, der sollte dies einfach rasch und unter vielleicht einem Tuch tun, damit „kein“ Sand oder Staub auf den Sensor gelangt. Abschließend sei noch ein Wort bezüglich des Stativ-Kopfes gesagt. Wer einen 3-Wege-Neiger auf seinem Stativ verwendet, dem sei empfohlen diesen 3-Wege-Neiger für das Fotografieren im Canyon durch einen Kugelkopf zu ersetzen. Zu oft muss die Kamera steil nach oben gerichtet werden, was mit einem 3-Wege-Neiger auf Grund seines eingeschränkten Einsatzwinkels nicht möglich ist. Obwohl hier Vieles als erschwerend erscheinen mag, das Erlebnis, die Farben, die Einmaligkeit, die “sun beams” entschädigen für alles, auch wenn man nur ein Objektiv verwendet.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Über dem Lake Powell

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blick über den Lake Powell, Alstrom Point, Utah, USA


An der Grenze zwischen den beiden Bundestaaten Utah und Arizona liegt der Ferien- und Badeort Page. Bedingt durch den 1948 errichteten „Glen Canyon Damm“ entstand die heutige Ferienstadt an den Ufern des aufgestauten Colorado, wobei nicht nur das eigentliche Flussbett des Colorado Rivers gestaut wurde, sondern das Wasser flutete auch alle in den Colorado mündenden Seiten-Canyons und Täler. Dadurch entstand eine bizarre Wasser- und Fjord-Landschaft ähnlich der in Norwegen, jedoch hier in einer Wüstenumgebung und trägt den Namen Lake Powell. Wer diese Landschaft von einem erhöhten Punkt aus betrachten möchte, der sollte zum Alstrom Point fahren.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blick über den Lake Powell, Grenzland zwischen Utah und Arizona, USA


Die Fahrt zum Alstrom Point vom Highway 89 aus dauert an die 2 Stunden und führt über anfänglich gute Pisten, zum Schluss jedoch über steiniges und sehr raues Gelände. Die meisten Touristen, die sich zu diesen Aussichtspunkt wagen, sind jedoch für das Schlußgelände mit unzureichenden fahrbaren Untersätzen unterwegs. Die gemieteten SUVs und Allrad PKWs, auch wenn sie eine Höhenverstellung haben, radieren oftmals mit den Bodenplatten dahin und auch die für das Asphalt-Cruising aufgezogenen Pneus warten nur auf die „Plattfüße“. Und ein „die-letzten-Meilen-Gehen“ kommt für die Großstadt-Cowboys auch nicht in Frage – zu nahe scheint das Ziel. Wer es trotzdem schafft, der wird mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt und das meist in fast absoluter Einsamkeit, ohne aggressiv drängelnde Asiaten, wie am Colorado Overlook oder in den Antelope Canyons.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blick über den Lake Powell, Grenzland zwischen Utah und Arizona, USA


Für Film-Liebhaber, vor allem die, die „Planet der Affen“ gesehen haben, die sollten wissen, dass sie am Alstrom Point eigentlich nicht den „Lake Powell“ vor sich haben, sondern den „Dead Lake“ und wer genau schaut, der kann vielleicht mit noch etwas Fantasie die Spitze des Raumschiffes im See erkennen und mit noch etwas mehr Fantasie die 3 Astronauten sehen, die durch die öde Landschaft der Smokey Mountains streifen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: blühender Kaktus, Smokey Mountain Road, Utah, USA


Die Fahrt zum Alstrom Point beginnt am Highway 89, der Page in Arizona mit Kanab in Utah verbindet. Gleich hinter den letzten Häusern von Big Water geht es gleich durch eine Furt, die den Paria River quert. Nach regenreicheren Jahreszeiten erwartet dort den Besucher eine eventuell schlammige Durchquerung des Flusses bevor es dann die Smokey Mountain Road entlang geht, die im Frühjahr durch eine Landschaft mit blühenden Kakteen führt.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Monument Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Touristenstrom am Highway 163, Monument Valley, Utah, USA


Das Monument Valley zählt zu den bekanntesten Landschaften des amerikanischen Südwestens, ist es doch mit seinen Tafelbergen, die aus einer weiten Ebene in den Himmel ragen, mannigfach Kulisse vieler Filme gewesen. Angefangen von Sergio Leone’s „Spiel mir das Lied vom Tode“, über diverse Filme mit John Wayne, bis hin zu Filmen wie Easy Rider habe sie alle diese einzigartige Gegend weltweit bekannt gemacht. An der Grenze zwischen Utah und Arizona gelegen, ist das Monument Valley heute im Besitz der Navajo Indianer. Dem war aber nicht immer so. Nachdem man die Navajos und die benachbarten Apachen im frühen 19.Jahrhundert begonnen hatte aus dieser Gegend zu vertreiben und ihnen Gebiete am Rio Pecos als Reservate zu zuwiesen, gab es jahrzehntelange blutige Kämpfe bei denen viele Indianer starben. Erst als Folge des berühmten “langen Marsches“, an dem sich 8000 Navajos beteiligten und ein viertel von ihnen abgeschlachtet wurde, erhielten die Navajos 1868 ihr ursprüngliches Stammesgebiet als „Reservat“ zurück.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Der staubige “Scenic Drive”, Monument Valley, Utah, USA


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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Im Gespräch, Monument Valley, Utah, USA


Heute führt eine fast 30 Kilometer lange Rundstrecke durch das Monument Valley und tausende Touristen habe so die Möglichkeit auf einer staubigen und holprigen Piste das Monument Valley vom Auto aus zu erkunden. Manche verwechseln dabei diese naturbelassene Straße mit einem asphaltierten Highway und brausen mit ihren tiefergelegten Boliden über Felsen und andere Unebenheiten. Aufgeplatzte Ölwannen und Reifenschäden sind dann die Folge. Da haben es die Besitzer von Elektro-Autos schon besser, denn die haben keine Ölwannen. Ihnen geht nur der Strom durch die voll aufgedrehte Klimaanlage aus und bleiben damit ohne Saft liegen, wo sie dann warten, bis man sie abschleppt, denn Tesla-Ladestationen gibt es im Land der Tafelberge nicht. Die Navajos wissen jedenfalls viel davon zu erzählen.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felswände und tiefer Sand und der “Totempfahl”, Monument Valley, Utah, USA


Wer das Land abseits des 30 Kilometer langen „Scenic Drives“ erkunden möchte, der kann dies natürlich tun, benötigt jedoch ein Permit von den Navajos und einen indianischen Führer, denn das in Europa gerne praktizierte „ich kann alles und bin der Größte“ und „die sollen sich nicht wichtig machen“ wird hier nicht geduldet. Zu groß, zu unwirtlich, zu wild und zu abgelegen ist die Gegend, denn wer hier mit seinem für das Gelände untauglichen PKW und ohne Tiefsand-Fahrkenntnisse stecken bleibt, der hat ein massives Problem. Der muss damit rechnen mehrere Tage zu warten bis ihn Jemand überhaupt findet. Denn Smartphones haben keinen Empfang, die meisten Tagestouristen sind Großstadt-Cowboys ohne Outdoor-Erfahrung, es hat tagsüber unter Umständen Temperaturen um die 40 Grad und die mitgeführten Trinkwasser-Mengen reichen gerade für das „Wasser-Nuckeln“ im heimischen Strandbad. Diese Art der Selbstüberschätzung kann in dieser Gegend tödlich enden.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Mystery Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: kurz vor Sonnenuntergang im Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


Wer auf dem Highway 163 von der Kleinstadt Kayenta in Arizona Richtung Norden fährt, erreicht nach 20 Meilen Fahrt die Grenze zu Utah und damit auch die einmalige und weltbekannte Felskulisse des Monument Valley. Nur wenige Meilen davor liegt östlich des Highways ein Gebiet, das touristisch kaum erschlossen ist – das Mystery Valley. Ebenso wie das bekannte Monument Valley im Eigentum der Navajo Indianer, darf es ausschließlich in Begleitung eines Navajo Indianers besucht werden.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: die Landschaft des Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: wilde Mustangs leben im Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


 
Indianer waren früher für ihre Reitkünste bekannt, wenn sie ohne Sättel im vollem Galopp zielsicher mit Pfeil und Bogen trafen. Seitdem sie jedoch das Pferd gegen den Pick-up Truck und das Geländeauto getauscht haben, sind sie auch zu Meistern im Fahren mit geländetauglichen Fahrzeugen im Tiefsand und über steile Felsen geworden. So auch unser indianischer Führer und ebenfalls Fotograf, mit dem wir gemeinsam das Mystery Valley besuchten. Lange Tiefsandpassagen wechselten mit steilen Felsplatten, bei denen man das Gefühl hatte, dass unser Jeep Wrangler umzufallen drohte – so ging es zu verschiedenen fotografischen Motivpunkten.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Ruinen Anasazi-Indianer, Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felsen im Licht der untergehenden Sonne, Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


Ist der Besucherandrang im Monument Valley auf einem „Maximum“, so liegt Einsamkeit über dem Mystery Valley, obwohl dieses fast auf Sichtweite zum benachbarten Monument Valley liegt. Weite Ebenen mit steilen in der Nachmittagssonne leuchtenden Felsformationen, Felsentore aller Art und eine Reihe von Ruinen aus der Zeit der Besiedelung durch die Anasazi Indianer sind die Landschaft prägenden Highlights.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Nächtliches Monument Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Milchstraße über dem Monument Valley, Navajo-Land, Grenzland zwischen Arizona und Utah, USA


Es ist um Mitternacht herum, als wir mit unserem indianischen Führer und ebenfalls Fotografen entlang der Grenze zwischen Utah und Arizona durch die stockdunkle Nacht fahren. Wir als Europäer wären hier ohne GPS-Unterstützung vollkommen verloren, so wenig lässt sich rundherum erkennen, so schnell würden wir in eine komplett falsche Richtung fahren. Als wir dann eine weite Ebene erreichen, können wir vor uns am Horizont die Silhouette verschiedener Felstürme erkennen. Wir bleiben stehen, bringen uns in Position, denn am südöstlichen Horizont ist bereits die Milchstraße über den Felstürmen rund um den „Totempfahl“ zu erkennen – ein einmaliges Schauspiel – eine einzigartige Gegend, tief im Land der Navajo-Indianer.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Sternenhimmel über dem “ear of the wind”, Monument Valley, Navajo-Land, südöstliches Utah, USA


An dieser Stelle eine kleine heitere Geschichte, die sich während der Vorbereitung für unsere Sternenfotografie ergab:
Möchte man die Milchstraße fotografieren, so ist es notwendig das Objektiv auch „unendlich“ zu fokussieren, denn die Sterne sind ja bekanntlich unendlich weit weg und wenn man nicht richtig fokussiert, so würden die Sterne auf dem Foto unscharf sein. Nur nachdem es bekanntlich in der Nacht dunkel ist, kann ein Kamera-Autofokus hier leider nichts ausrichten und der Fotograf muss dieses Fokussieren selbst und manuell durchführen. Unter normalen Bedingungen ja ganz leicht. Allerdings in der pechschwarzen Nacht des Monument Valley ist dies nicht so leicht, denn dort ist es so wie in einer Schauhöhle ohne Licht – man sieht einfach nichts und auf die kleinen Pünktchen am Himmel zu fokussieren ist fast unmöglich. Aus diesem Grund erledigt man diese Arbeit einfach am Tag und klebt den Einstellring des Objektivs mit einem Klebeband einfach fest. So machen es viele Astrofotografen und so war unser Plan.
Zu diesem Zweck parkten wir unseren Jeep entlang des viel befahrenen „Scenic Drives“ im Monument Valley, packten Kamera und Stativ aus dem Auto, stellten diese auf und suchten uns ein paar weit entfernte, unscheinbare Felsen als Ziel, um die „Unendlich-Einstellung“ vorzunehmen. Als wir so 1 oder 2 Minuten standen, kam plötzlich ein Auto mit Touristen, die Insassen sprangen heraus, zückten ihre Smartphones und fotografierten ebenfalls in die Richtung, in die unsere Kameras ausgerichtet waren. Das Schauspiel wieder holte sich wieder und wieder und kurzzeitig standen 10 Leute um uns herum und schossen Fotos mit ihren Smartphones und Tablets von den weit entfernten unscheinbaren Felsen.
Wir sprachen die Leute daraufhin an, warum sie auch dorthin fotografieren, denn dort sei ja gar nichts und wir erhielten als Antwort, dass wenn irgendwo in der Landschaft ein Fotograf stünde, der mit seiner Kamera und einem Stativ fotografiert, dann muss sich dort auch ein Motiv befinden, dass andere Menschen vielleicht nur nicht sehen – und so ist es sicher auch hier. Und als wir zu verstehen gaben, dass wir nur unsere Objektive „kalibrieren“, dann hieß es, dass man das nicht glauben kann, wir wollen nur nicht haben, dass sie hier fotografieren und wir wollen die Motive für uns alleine haben. Und auch auf die Frage, ob sie denn dort außer den unscheinbaren Felsen etwas sehen, dass es Wert wäre fotografiert zu werden hieß es, dass da sicher etwas sein muss, denn sonst wären wir ja nicht hier. Zu Hause werde man die Bilder genau analysieren. Wir wünschten jedenfalls viel Vergnügen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – August

Kalender 2018-08

subject: Unterer Kaskadenfall bei Mixnitz, Grazer Bergland (photographer: Marina Kunzfeld, 2017)


Wasserfälle zu fotografieren bedeutet auch gleichzeitig immer ein klein wenig nass zu werden – zu stark sind Gischt und feine Wassernebel. Dieser Umstand ist besonders jetzt im August, wenn das Thermometer über die 30 Grad klettert eine angenehmer Umstand. Wer jedoch lange Brennweiten einsetzt, der kann der Feuchtigkeit ein klein wenig entkommen und auf diese Art einmal das Equipment vor Spritzwasser schützen, hat aber auch die Möglichkeit Wasserfälle aus einem anderen Blickwinkel heraus zu erkunden. Der Untere Kaskadenfall in der unteren Bärenschützklamm bei Mixnitz ist einer dieser Wasserfälle, der durch seine außergewöhnlichen Moospolster dem Fotografen viele Detail-Möglichkeiten bietet.
Aufnahmetechnik: CANON 7D mit Tele-Zoom auf 400 mm Brennweite mit Hoya-Polfilter. Aufnahme aus der Hand bei 1/125 Sekunde, um die Bewegung des Wassers nicht vollständig einzufrieren. Um genug Schärfentiefe zu erzielen mussten die ISO auf 800 angehoben werden. Heiterer Himmel, jedoch kein direktes Sonnenlicht. Bei der Entwicklung wurden Farbtemperatur manuell angepasst und Dynamik und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Mondfinsternis

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Mondfinsternis über der Steiermark,


Eine Sonnenfinsternis und auch eine Mondfinsternis sind ein besonderes Natur-Schauspiel, denn beide sind nicht alltäglich und wenn es zu so einem Ereignis kommt, dann ist dieses örtlich begrenzt. Diesmal waren die Europäer die Glücklichen, jedoch machte das Wetter in vielen Regionen dem Jahrhundert-Schauspiel einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Wolken verdeckten oftmals den Himmel und so konnten viele Menschen nur einen kurzen Augenblick den roten Mond bewundern.


Es gab aber noch weit aus mehr zu bestaunen, denn der sonst weiße Mond erschien im typischen rot des Mars und der nur wenige Fingerbreit darunter befindliche Mars leuchtete in der typischen weißen Farbe des Mondes – eine verkehrte Himmelswelt müsste man meinen. Und da es massig an Wolken und an Dunst in der Atmosphäre gab, hatten beide Himmelskörper einen starken „Hof“ und in manchen Augenblicken erschien der Mars sogar gleich groß, wie der Mond. Und was von vielen Menschen jedoch unbeobachtet blieb war, dass sich knappe 40° westlich des Mondes das obere Zentrum der Milchstraße zeigte – zu sehr zog die Mondfinsternis die Menschen in den Bann und zu kurz waren die Wolkenfenster, die den Blick auf unsere Galaxie frei gaben.


Was Astronomen gar nicht mögen ist, wenn durch thermische Turbulenzen in der Atmosphäre die Sterne scheinbar zu tanzen beginnen. Ein Effekt, der durch unterschiedlich dichte und durch sich laufend verändernde Luftschichten hervorgerufen wird. Dieser Effekt tritt vermehrt nach dem Durchzug von Störungsfronten auf und was manch einer in einer lauen Sommernacht als Blinken der Sterne beschreibt ist hier der große Bruder, der nicht nur blinkt, sondern die Sterne scheinbar bewegt. Seltsame und nicht kreisförmige Sternformen sind die Folge.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Im Reich der Anasazi Indianer

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: “House on Fire”, Anasazi Ruinen, Mule Canyon, südöstliches Utah, USA


Wer kennt sie nicht, die Filme mit Indianern, die mit Pfeil und Bogen in den Krieg zogen, die ihre Feinde skalpierten, die in Zelten lebten und ihre Gegner an Marterpfähle banden, um sie dort qualvoll sterben zu lassen. Alles großes Kino „made in Holywood“, die Realität sah jedoch etwas anders aus, denn nicht jeder Indianer war ein blutrünstiger Krieger, wie auch nicht jeder Ritter im Mittelalter ein mordender Schwertkämpfer war.


Die Besiedelung des amerikanischen Kontinents begann vor mehr als 6000 Jahren, jedoch gibt es von diesen amerikanischen Ureinwohnern fast keine Zeugnisse und Funde. Jede Menge Funde und Relikte gibt es jedoch vom Volk der Anasazi, die vom 5.Jahrhundert n. Chr. bis in das 13. und 14.Jahrhundert hauptsächlich in der „Four Corner“ Region lebten – der Ecke von Utah, Arizona, New Mexico und Colorado. Von diesem Volk gibt es noch mannigfach Reste ihrer einstigen Siedlungen und eine dieser Siedlungen befindet sich im Mule Canyon im südöstlichen Utah.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Anasazi Ruinen, Mule Canyon, südöstliches Utah, USA


Die Kultur der Anasazi war relativ hoch entwickelt. Sie bauten Straßen, die die verschieden Siedlungen mit einander verbanden, wobei diese sich meist in Schluchten befanden und wie Schwalbennester unter weit ausladenden Überhängen platzierte wurden. Auf den darüber liegenden Hochebenen bestellten sie Felder, von denen sie Bohnen, Mais und verschiedene Gemüse ernteten. Wie aus Felszeichnungen zu entnehmen ist jagten sie Dickhornschafe und Antilopen, die es zu dieser Zeit noch in großen Mengen in dieser Region gab.


Mit dem ausklingenden 13.Jahhundert verschwand diese Kultur allmählich aus dieser Region, wobei man über die genauen Hintergründe heute rätselt. Man vermutet, dass es einsetzende Dürren waren, die die sesshaften Anasazi vertrieben, oder nachdrängende nomadische Indianervölker wie Navajos und Apachen. Es gibt auch lustige Vermutungen – so ist ein Fantast sogar der Meinung, dass die Anasazi Verbindungen zu Außerirdischen hatten und mit diesen in das Weltall flogen..


Beim Mule Canyon handelt es sich um ein breites, schluchtartiges Tal, in dem sich an mehreren Stellen Ruinen der Anasazi befinden. Meist nicht auf den ersten Blick zu sehen, befinden sich die Bauten oftmals über der Talsohle leicht versteckt unter felsigen Dächern. Besonders eindrucksvoll erscheinen die Ruinen dann, wenn die tiefstehende Sonne leicht unter die felsigen Überhänge scheint und damit die Felsen in ein magisches goldgelb verwandelt. Da sich bei unserem Besuch die Sonne kaum zeigen wollte, mussten wir zu anderen Hilfsmittels greifen, um zu goldgelben Sonnenlicht zu kommen. Es waren Systemblitze mit speziellen so genannten Konversionsfiltern, die wir einsetzten, um das Licht der tiefstehenden Sonne nachzustellen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

White Pocket

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: White Pocket, Coyote Buttes South, Paria Rimrocks, Arizona, USA


Das Gebiet der Paria Rimrocks mit all seinen Naturschönheiten erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 2000 Quadratkilomentern und mitten durch dieses Gebiet verläuft die Grenze der beiden Bundesstaaten Utah und Arizona. Neben dem weltweit bekannten landschaftlichen Highlight der „Wave“ gibt es noch eine Reihe von anderen gleichermaßen schönen, aber nicht so bekannten Felsformationen. In unserem letzten Newsletter haben wir vom Wire Pass Slot Canyon berichtet – jetzt möchten wir ein südlich davon gelegenes Gebiet vorstellen – die White Pocket – eine Felsformation, die man direkt mit dem Auto erreichen kann – aber wie?

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: White Pocket, Coyote Buttes South, Paria Rimrocks, Arizona, USA


In der Sandsteinformation der White Pocket dominieren die Farben Weiß, etwas Gelb und Rot und die zerfurchte Oberflächenstruktur erinnert an die Oberfläche eines Gehirnes, was derartigen Felsstrukturen auch den Namen „Brainrocks“ gegeben hat. Wir kennen diese “Brainrocks” aus dem Gebiet der Wave. Dort sind sie gelblich – hier sind sie überwältigend und die Mischung aus den einzelnen Farben, manchmal unterbrochen durch Sand, dann wieder dazwischen das Grün einzelner Pflanzen macht dieses Gebiet so einzigartig.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: White Pocket, Coyote Buttes South, Paria Rimrocks, Arizona, USA

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: White Pocket, Coyote Buttes South, Paria Rimrocks, Arizona, USA


Die Tierwelt in dieser Ecke Utahs ist meist unsichtbar – zu heiß ist es an den Tagen und die Tiere, meist Reptilien suchen tagsüber schützende schattige Plätze auf. Auf unseren Reisen in den Jahren davor hatten wir jedoch mehrfach die Chance Wüstenschildkröten und auch Klapperschlangen von Angesicht zu Angesicht zu treffen, wobei das erwartende aufeinander Treffen mit den mit einer Hornrassel ausgestatteten Reptilien immer ein Erlebnis ist. Meist registrieren die Tiere unser Herannahen weitaus früher als wir Menschen und Warnen mit ihren unverwechselbaren Rasseln bereits von weitem. Diesmal waren es neben Raben und auch Truthahngeiern vor allem kleine Eidechsen, die auf den Sandsteinfluchten auf der Suche nach etwas Fressbaren herumlaufen.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Eidechse, White Pocket, Coyote Buttes South, Paria Rimrocks, Arizona, USA


Die White Pocket ist was die Besucherzahlen anbelangt nur sehr wenig besucht und der Grund dafür liegt in der „Erreichbarkeit“, denn man kann zwar fahren, es gibt jedoch keine normale Straße, geschweige eine gewartete oder gar geteerte Piste. Um dorthin zu gelangen geht es viele Kilometer durch tiefen Sand, was bedeutet, dass der normale USA Tourist, der pro Tag mindestens 2 Nationalparks besucht, auf Grund seines fahrbaren Untersatzes diese Felsformationen nur in Form von Bildern „besichtigen“ kann. Es sind bis zu 40 cm tiefer Sand in den Fahrrinnen, was Fahrzeuge mit großer Bodenfreiheit bedarf, damit diese nicht in der Mitte auf der Bodenplatte aufsitzen und es benötigt ein wenig an Geschick in der Art des Fahrens. Es gilt in den Tiefsand-Passagen nicht anzuhalten, das Automatikgetriebe im ersten oder maximal zweiten Gang zu sperren und ordentlich Gas zu geben und die Anti-Schlupfkontrolle zu deaktivieren. Den Allrad muss man nicht zwingend zuschalten. Tiefergelegte Fahrzeuge, mögen sie auch noch so viel Leistung unter der Haube haben oder die klassischen Familien-Vans und die normalen SUVs sind damit für diese Fahrt ausgeschlossen. Die Mutigen, die es trotzdem wagen, bleiben im tiefen Sand hoffnungslos stecken und ein Abschleppen ist in dieser Gegend nicht ganz billig und erfordert tagelange Wartezeiten.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Juli

Kalender 2018-07

subject: Hallimasch, Peggauer Wasserfall, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Dieser Moospolster mit dem bei uns selten als Speisepilz kredenzten Hallimasch befand sich unterhalb des Peggauer Wasserfalls in einem kleinen Schlucht artigen Einschnitt. Über der Szene thront die im 12.Jahrhundert erbaute Burg Peggau. Mitten in einer aus Gischt und mit Moos überzogenen Felsen und Baumstämmen dominierten Landschaft wächst dieser Pilz meist auf alten Baumstümpfen, von denen er sich ernährt und diese im Laufe der Zeit zur Gänze verzehrt.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik geshiftet, sowie Lee-Polfilter. Um eine schräg von vorne links nach rechts hinten quer durch das Bild laufende Schärfe zu erzielen, wurde die Tilt-Shift-Optik entsprechend verschwenkt. Belichtungszeit: 1/15 Sekunde bei 400 ISO, bedeckter morgendlicher Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst und Dynamik und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Wire Pass Slot Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Am 29.April letzten Jahres hatten wir auf dieser Internet-Seite einen Bericht über die „Wave“ verfasst, einer atemberaubenden Sandsteinformation im Bereich des Paria Canyons und in unserem Artikel hieß es damals „Ziemlich genau an der Grenze zwischen den beiden US-Bundesstaaten Utah und Arizona liegt auf dem Colorado Plateau eine atemberaubende Felsformation, die unter dem Namen “Wave” bekannt geworden ist….“. Nun möchten wir an dieser Stelle fortsetzen, denn die nähere Umgebung dieser Sandsteinformation wartet noch mit einigen anderen Highlights auf. Eine dieser landschaftlichen Besonderheiten ist der Wire-Pass Slot Canyon. War er bei unserem letzten Besuch verwaist, so erlebten wir dieses Mal einen touristischen Ansturm der Sonderklasse und oft genug mussten wir warten, bis unsere Motive frei zum Fotografieren waren.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste einer indianischen Siedlung im Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Viele der Canyons waren über lange Zeit hin bewohnt und die Spuren der menschlichen Zivilisation lassen sich noch an einigen Stellen gut erkennen. So auch hier im Wire Pass Slot Canyon an der Stelle, an der die Canyon-Wände auseinander treten und an der ein Felsüberhang Schutz gegen Regengüsse bietet. Von den einstigen Gebäuden der dort ansässigen Pueblo Indianer ist heute nichts mehr zu sehen und nur mehr in den weichen Fels gehauene Felslöcher, die als Steigbaum dienten, geben Zeugnis von den einstigen Bewohnern. Es waren Sturzfluten, die die Gebäude hinweg rafften.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Buckskin Gulch, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Der Wire Pass Slot Canyon verläuft in West-Ost-Richtung und wer ihn zu Gänze durchschreitet erreicht nach 700 Metern die angesprochene Talerweiterung mit indianischen Petroglyphen und durch Sturzfluten und modernen Touristmus fast zur Gänze zerstörten Resten einer indianischen Siedlung. An dieser Stelle mündet der Canyon in eine weitere Nord-Süd verlaufende Schlucht, die den Namen Buckskin Gulch trägt und die entsprechend ausgerüstete Wanderer über 25 Meilen verfolgen können, bis sie die Schluchten des Paria Rivers erreichen. Wir erkundeten den nördlichen Teil des Canyons mit ebenfalls schönen Engstellen und wunderbaren Lichtspielen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blühender Claret-Cup Kaktus, Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Im Wire-Pass Slot Canyon gibt es eine Engstelle mit einer 3 bis 4 Meter hohen und senkrechten Felsstufe, die Kletterei erfordert. Vor allem für Fotografen mit schwerer und teurer Ausrüstung eine Herausforderung, doch wer sich die Umgebung des Canyons angesehen hat, der hat vermutlich bemerkt, dass dieser Canyon über zwar steile, jedoch sehr griffige Sandsteinplatten nördlich umgangen werden kann. Am höchsten Punkt dieser für die Ausrüstung schonenderen Variante durchquert man „als Draufgabe für den Tag“ einen kleinen Bereich mit im Frühjahr zum Teil wundervoll blühenden Kakteen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Willis Creek Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Das „Grand Staircase Escalante National Monument“ zwischen Escalante im Norden und den Orten Kanab und Page im Süden durchziehen einige wenige Straßen. Diese kann man jedoch nicht mit Straßen in unseren Breiten vergleichen – meist handelt es um steinige und mit Schlag-Löchern übersäte teils üble Pisten, die Fahrzeuge mit großer Bodenfreiheit und Allradantrieb notwendig machen. Wer sich auf eine solche Straße begibt befindet sich dann auf einer Länge von 150 Kilometern in absoluter Einöde ohne jeglicher menschlicher Ansiedlung und auch ohne Mobilnetzempfang. Die westlichste dieser Routen trägt den unaussprechlichen Namen Skutumpah Road und diese Straße quert relativ bald nach ihrem nördlichen Ausgangspunkt einen kleinen Bach, von vielleicht 1 bis 2 Meter Breite. Dieser Bach ist dermaßen seicht, dass Wanderschuhe nicht einmal richtig nass werden. Der Schein trügt jedoch, denn nach starken Regenfällen und Unwettern schwillt dieses unbedeutende Rinnsal zu einem reißenden Strom an und hat im Laufe der Zeit einen unvergleichlichen Slot-Canyon geformt – den Willis Creek Canyon.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Was anfänglich noch ein felsiger Einschnitt ist, wird desto weiter man im Canyon fortschreitet zu einer sehenswerten Schlucht mit über 30 Meter hohen teils glatten, dann auch wieder geschwungenen Sandsteinfluchten. Domminiert in vielen der Slot-Canyons der rote Farbanteil auf Grund des Eisenoxid-Anteils im Gestein, ist es hier ein Gelb in unterschiedlichen Varianten, teilweise unterbrochen durch graue und schwarze Streifen hervorgerufen durch das Sonnenlicht und einem geringeren Eisenanteil. Zwischen den beeindruckenden Fluchten verläuft der bei Schönwetter mehr als seichte Bach, dessen Oberfläche golden schimmert.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Dieser Slot-Canyon ist im Gegensatz zu vielen anderen Canyons an keiner Stelle so schmal, dass beispielsweise beleibtere Mitmenschen stecken bleiben könnten. Er ist sogar so breit, dass man immer wieder auf organisierte Gruppen von Reitern trifft, die sich hier auf den Rücken der Pferde durch den Canyon tragen lassen. Mit dem Tablet oder dem Smartphone filmend, wird der Ausflug dokumentiert und als Landschaftsfotograf mit der Kamera am Stativ bedeutet dies unverzüglich für die Karawane Platz zu machen, möchte man nicht haben, dass die Ausrüstung im Morast landet.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Cowboys

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Viehtrieb, Grand Staircase Escalante National Monument, Escalante, Utah, USA


Wer kennt nicht die Filme von “glorreichen” Cowboys, die auf ihren langen Ritten Rinderherden trieben, sich gegen alle möglichen Banditen zur Wehr setzen mussten und letztendlich die Tiere am Zielort verkauften. Bewaffnet mit einer Winchester und einem 45er Colt, die Füsse in Stiefeln aus Leder, einen Stetson am Kopf, abends am Lagerfeuer und tagsüber im Sattel – so begleiteten sie die Herden über viele endlose Meilen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: die Winchester mit dabei, Grand Staircase Escalante National Monument, Escalante, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Cowboysattel, Grand Staircase Escalante National Monument, Escalante, Utah, USA


Und wer glaubt dies sei Vergangenheit oder Wildwestromatik für den Touristen, der irrt gewaltig. Lediglich die Kurzwaffe fehlt – vieles andere ist so, wie vor 150 Jahren – natürlich modernisiert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Auch heute noch werden Rinder mit dem Pferd getrieben – nur nicht mehr über die vormals langen Distanzen. Heute ist es, um Tiere auf neue Weiden zu verlegen, oder für die “Steak-Produktion” abzuholen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Viehtrieb, Grand Staircase Escalante National Monument, Escalante, Utah, USA


Die “Hole-in-the-rock-Road” ist eine der von der Kleinstadt Escalante nach Süden führenden Pisten, die viele Besucher von Slot-Canyons befahren, um an Orte wie Zebra-Slot, Peek-a-boo oder Spooky Canyon zu gelangen. Auch wir fuhren hier entlang und landeten urplötzlich in einer Vieherde und nur Bruchteile einer Sekunde später wurde Landschaftsfotografie zu Berufsbild-Reportage. Sättel, staubiger Boden, Rinder und Cowboys – Arbeit der Farmer mit ihrem Vieh – hier im “Wilden Westen” nach wie vor vom Sattel aus – ganz anders, als es bei uns zu Hause praktiziert wird.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Little Death Hollow

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA


Das Colorado Hochplateau ist von einer Vielzahl von Canyons und Schluchten durchzogen, die alle letztendlich in den Colorado River und damit auch in den Grand Canyon münden. So auch der Little Death Hollow, ein sporadisch von Wanderern und auch Fotografen besuchter Canyon, der einen langen und anstrengenden Zustieg fordert. So sind es fast 10 Kilometer vom Parkplatz bis hin zu den ersten schönen Engstellen. Anfänglich über eine lange schier endlose Ebene, dann durch ein schmales Tal, dass sich erst nach Stunden zu einem Canyon verengt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA


Der Little Death Hollow Canyon führt zu normalen Zeiten kein Wasser und wer sich in diese einsame und ausgetrocknete Gegend wagt, der muss sich mir reichlich kostbarem Nass versogen, will es ihm nicht so gehen, wie vielleicht manchem Vierbeiner, desses ausgebleichte Knochen in den “Käselöchern” der Canyonwände die letzte Ruhestätte gefunden haben.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA


Dass es trotzdem Feuchtigkeit in dieser Einöde gibt beweisen an vielen Stellen Bäume, deren grüne Blätter vor allem im Frühjahr einen schönen Kontrast zu den gelben und roten Felswänden ergeben.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA


Zu den Zeiten, wenn die Sonne ihren mittäglichen Zenit überschritten hat und sich Streiflicht einstellt, beginnen die Canyon-Wände besonders zu leuchten und dort wo es außergewöhnliche Felsstrukturen zu sehen gibt, wird deren Zeichnung durch das schräg einfallende Licht noch verstärkt. Die Farben variieren dabei von Gelb-Tönen bis hin zu rötlichen Tönen, hervorgerufen durch den Wingate Sandstein dieser Region.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Juni

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subject: Unterer Kaskadenfall, Bärenschützklamm bei Mixnitz, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Die Bärenschützklamm bei Mixnitz ist eines der Natur-Highlights im Großraum Graz und viele Naturliebhaber strömen an den Wochenenden in Massen durch diese Wunderlandschaft. Kurz nach dem Parkplatz sind es die Kaskadenfälle, die viele Besucher anziehen und von dem saftigen Grün in den verschiedensten Schattierungen und den herab stürzenden Wassermengen fasziniert sind. Auch Fotografen zieht es zu diesem Juwel – so auch uns. Und desto näher man sich den Wasserfall nähert, umso mehr Gischt liegt in der Luft und umso mehr gleicht der Untergrund einer Rutschbahn. Hier gilt es stabil zu stehen und die Ausrüstung vor zu viel Feuchtigkeit zu schützen.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Hoya-Polfilter, Belichtungszeit: 1,0 Sekunden, heiterer Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Cathedral Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felsmonolithen, Cathedral Valley, Capitol Reef National Park, Utah, USA


Manch einem USA-Reisenden sind Namen wie Waterpocket-Fold oder Burr Trail vielleicht bekannt, gehören sie doch zum Capitol Reef National Park und sind teilweise mittels guter Straßen erschlossen. Ganz im Norden dieses Parks, weitab aller Standardwege, liegt ein Tal in fast absoluter Einsamkeit. Nur über „Dirtroads“ und mit Fahrzeugen mit großer Bodenfreiheit und Allradantrieb erreichbar, trägt dieser Teil des Nationalparks den Namen Cathedral Valley. Die Einzigartigkeit dieser Gegend verdankt sie mächtigen Felsnadeln und Felsstrukturen gleich Kathedralen, die im goldenen Licht der Nachmittagssonne in magischem Rotbraun und Gold erstrahlen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Bentonit-Felsen, Cathedral Valley, Capitol Reef National Park, Utah, USA


Auf dem Weg zu den magischen Felsstrukturen geht es zuerst durch eine Landschaft geprägt von sanften, aber unwirklich aussehenden Kuppen aus Bentonit, einer Art Ton, der sogar in der Bauindustrie Verwendung findet. Entstanden aus verwitterter vulkanischer Asche, bildet der Bentonit farbenprächtige leicht rötliche, dann wieder graue oder weiße seltsame Kuppen, die an eine Mondlandschaft erinnern. Und in den Senken der sanften Bentonit-Kuppen finden sich schwarze über Kopf große Lavabrocken, die Zeugnis von dem in dieser Gegend einstigen Vulkanismus geben. Dann ändert die Landschaft ihr Aussehen und die Bentonit-Kuppen weichen einer Ebene mit spärlich Bewuchs. Gerade so viel, dass Farmer dies nutzen, um ihr Jungvieh hier weiden zu lassen. Was bei uns saftige Almen sind, sind hier staubige Steppen und Wasser ist nur spärlich vorhanden.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: temple of the sun, Cathedral Valley, Capitol Reef National Park, Utah, USA


Nach 40 Kilometern staubiger und steiniger Fahrt erreicht man das, wozu man sich auf den Weg machte. Felstürme, die Namen wie „temple of the sun“ oder „temple of the moon“ tragen. Diese steil abfallenden Felsklippen und die aufragenden Felstürme sind das Ergebnis der Verwitterung der einstigen Sandstein-Ebene. Dabei wurden die weichere Sandsteinschichten hier im Laufe von Millionen von Jahren durch Wind und Wetter abgetragen und die harten rötlichen “Wingate” Sandsteine und die weißen “Navajo” Sandsteinschichten haben diesem Prozess widerstehen können. Daraus hat sich das heutige Bild dieser Landschaft geformt und vor allem in den Nachmittagsstunden wird die rötliche Farbe dieser Felsen noch zusätzlich durch das Licht der untergehenden Sonne verstärkt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: glass mountain, Cathedral Valley, Capitol Reef National Park, Utah, USA


Eine Besonderheit in dieser Gegend ist ein wenige Meter hoher Hügel, der als „glass mountain“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich nicht um Glas, sondern um einen kleinen Hügel, der vollständig aus Gips besteht und der den Eindruck vermittelt, als dass man vor einem Haufen Glasscherben stünde. Große Kristallflächen von vielen Zentimeter Größe des durchscheinenden Minerals spiegeln sich hier im Sonnenlicht und hier gilt “Sammeln verboten”, haben doch Mineralienliebhaber einen ähnlichen Ort in der Nähe dem Erdboden gleich gemacht.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Leprechaun Slot Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Abseits der bekannten touristischen Anziehungspunkte wie Capitol Reefs und Canyonlands National Park, liegt in dem wenig besuchten Gebiet östlich der Henry Mountains ein Slot Canyon der Extraklasse – der Leprechaun Canyon. Auf den ersten Metern noch gleich einem engen Tal, dann aber ein vielleicht nur 1 Meter breiter Spalt, ist dieser Slot Canyon etwas mehr als 400 Meter lang. Erreichbar von der Kleinstadt Hanksville im südlichen Utah, ist bereits das Auffinden des Parkplatzes, von dem aus man den Canyon erreicht, für viele Menschen eine Herausforderung, denn weder Hinweistafeln, noch eine markante Zufahrt deuten auf diesen Slot Canyon hin.


Aber nicht nur der Canyon selbst, sondern auch sein ungewöhnlicher Name sind eine Suche wert. Das Wort Leprechaun kommt aus dem Irischen und bezeichnet einen speziellen Kobold, der mit einem Goldschatz in Verbindung gebracht wird und dessen Lage es gilt dem Leprechaun zu entlocken. Wer dies schaffen sollte, dem wird ein Topf mit Gold geschenkt. Und wie in all den Fabeln ist dies ein Ding der Unmöglichkeit. Welchen Bezug jedoch dieser irische Kobold zu diesem Slot Canyon hat ist nicht klar und lässt einen nur spekulieren. Ist der Slot vielleicht die Wohnstätte dieses Kobolds oder ist er die Ort des vermuteten Goldschatzes. Letzteres scheint am ehesten der Wahrheit zu entsprechen, denn wenn die Sonne um die Mittagszeit ihren Zenit erreicht hat, leuchten Teile der Felswände in einem Goldgelb, als wären sie aus reinem Gold und als würde sich dahinter der Goldschatz verbergen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Vom Parkplatz aus ist es knapp über einen Kilometer, bis sich das Tal zu einem Canyon verengt und braune bis dunkelrote Sandsteinwände die seitlichen Barrieren bilden. Im Gegensatz zu vielen anderen „Slots“, wird für diesen Canyon derzeit noch keine Gebühr eingehoben und das obwohl in den letzten Jahren die Besucherzahlen im südlichen Utah massiv angestiegen sind. Üblicherweise hat man als Fotograf diesen Canyon den ganzen Tag für sich alleine, kann sich austoben, denn dieser Canyon wird relativ selten besucht. Die Frage ist nur, wie lange dieses Kleinod noch von den zu Zehntausenden durch die USA reisenden Chinesen unentdeckt bleibt.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Die Engstelle des Canyons ist eine 40 Meter lange Passage, von nur einem Meter Breite. Und durch die fast 30 Meter hohen Wände dringt fast kein Tageslicht nach unten. Dadurch erhält der Besucher den Eindruck in einer Höhle oder in einem alten Bergwerksstollen zu stehen – so dunkel ist es hier am Grund des Canyons. Ein massiver Klemmblock in etlichen Metern Höhe zeugt darüber hinaus von den ungeheuren Naturkräften, die „Fashfloods“ verursachen können, denn an der Oberseite des Blockes sind die Reste einer Baumwurzel eingeklemmt. Da frägt man sich, wie diese Wurzel wohl in diese Höhe gekommen sein mag und unweigerlich wird einem bewusst, was „Flashfloods“ anrichten können. Wehe dem, der sich dann im Canyon befindet!

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Und das Wasser im Canyon fliessen kann zeigen viele der Wasserpfützen und kleineren und grösseren Lacken auch zu Zeiten der Trockenheit. Meist übel riechend sind sie vorallem zu Zeiten der Gewitter und der Flashfloods eine Herausforderung bei einem Durchwandern des Canyons, möchte man nicht in diesen schlammigen Sumpf mit seinen Schuhen steigen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld