Ubehebe Talc Mine

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Stolleneingang in die Ubehebe Talc Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Der riesige Death Valley Nationalpark besteht aus einer Reihe von Nord-Süd verlaufenden sehr einsamen Tälern, die fast ausschließlich nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahren werden können. Eines dieser Täler ist das “versteckte” Hidden Valley, das von der Touristen-Attraktion, dem Ubehebe Krater, aus erreicht werden kann und in dessen Umgebung eine Reihe von interessanten Bergwerken liegen. Über die Tiefsandpassagen der „Ulida Flat“ erreicht man nach langer Fahrt über ruppigen Untergrund das Bergbaugebiet der „Ubehebe Mine“, einem Bergbau, der in den 1960er und 1970er Jahren Talk abbaute. Auch heute noch in Besitz eines Bergbau-Unternehmens, ist der Betrieb jedoch seit fast 50 Jahren still gelegt. Erzkästen, Pumpen, Leitungsrohre und ein noch teilweise befahrbares Stollensystem zeugen von der einstigen und sehr mühevollen Bergmannsarbeit in diesem öden und trockenen Teil Kaliforniens.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Holzausbau und beginnender Verbruch, Ubehebe Talc Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Wer historischen Altbergbau aus unserem alpinen Raum kennt, dem fallen bei einer Befahrung dieser Bergwerke sofort einige Dinge auf, die ganz anders sind als bei uns. Liegt die durchschnittliche Temperatur in unseren heimischen Bergwerksstollen nur wenige Zehnermeter hinter dem Mundloch bereits um die 10 oder 12 Grad Celsius, so erwarten einen hier wesentlich höhere Temperaturen und auch das Wasser, mit dem wir in vielen alten Gruben bei uns zu kämpfen haben, ist hier im Death Valley kein Thema. Dieser Umstand hat hier im Death Valley zur Folge, dass meist unbehandeltes Grubenholz verwendet werden konnte, da hier Fäulnis auf Grund von Feuchtigkeit kein Thema war. Musste man bei uns Holzstempel zuerst mit Salzlösungen behandeln, um die Säfte aus dem Holz zu eliminieren und sie damit langfristig vor dem Zerfall zu schützen, wurden hier im Death Valley meist unbehandelte Nadelhölzer aus der näheren Umgebung verwendet. Diese Baumstämme wurden in entsprechende Pflöcke zersägt und dann ohne großen Aufwand in die Stollen geliefert, wo alles schnell gehen musste, denn Investoren wollten so rasch wie möglich harte Dollars sehen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Erzkasten, Ubehebe Talc Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Talk ist ein ganz besonderes Mineral, gilt Talk als einer der weichsten „Steine“. So wird Talk in der offiziellen Härteskala nach dem Mineralogen Carl Friedrich Mohs mit dem niedrigsten Wert „1“ der zehnteiligen Skala angegeben. Chemisch gesehen ein Magnesium-Silikat, findet Talk in der Kosmetik-Industrie oder auch beim Bau von Isolatoren Verwendung. Aber auch Kletterer kennen Talk, denn das weiße „Magnesia-Pulver“ mit dem man die Finger trocken hält und auch den Reibungswert gegenüber dem Fels erhöht ist grundsätzlich nichts anderes als Talk. Der Talk der Ubehebe Mine ist rein und schneeweiß und die alten Bergwerkshalden fallen bereits aus großer Entfernung aufgrund ihrer hellen Farbe im Gelände auf. Zusammen mit der benachbarten Keeler Mine und der Ibex Mine im Südosten des Death Valley Nationalparks zählt die Ubehebe Mine zu den großen Talkbergwerken im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – August

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subject: in der Schlucht, Willis Creek, Cannonville, Utah, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2018)


Weiße, graue und gelbe Felswände ragen viele Zehnermeter über dem unscheinbar wirkenden Willis Creek, einem kleinen Bächlein, dass sich hier tief in die Felsen des westlichen Grand Staircase Escalante National Monuments gegraben hat. Wie die bekannten Slot Canyons rund um Page oder Escalante, ist der Willis Creek zwar nicht so eng, aber gleichermaßen schön. Früher kaum besucht, hat auch heute hier der Touristen-Strom zugenommen, denn dieses Kleinod ist leicht zu erreichen, liegt es nahe der Straße durch den Cottonwood Canyon. Und es sind nicht nur Wanderer, die die Schlucht erkunden, sondern auch geführte Gruppen von Reitern, die sich auf den Rücken ihrer Pferde durch den Canyon tragen lassen. Dann heißt es für den Fotografen Stativ abbauen, zur Seite springen und die fotografische Ausrüstung in Sicherheit bringen, möchte man nicht, dass die Ausrüstung unfreiwillig im Bachwasser gewaschen wird. Aber es gibt auch absolute Phasen der Ruhe mit nur ganz wenigen Besuchern. Da hat man Zeit nach Motiven Ausschau zu halten, die Natur in sich aufzunehmen und zu fotografieren. Beeindruckend, denn auf Grund der Tiefe und auch Enge des Canyons gibt es nur mehr diffuses und reflektiertes, indirektes Sonnenlicht, dass die Farben leuchten lässt. Um die Mittagszeit herum, wenn die Sonne am höchsten steht, herrschen dann in solchen engen Canyons die optimalen Voraussetzungen für Landschaftsaufnahmen.
Aufnahmetechnik: CANON 7D mit einer Brennweite von 50 mm aus der Hand, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/250 Sekunden bei Blende 8, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Gelbtöne angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Keane Wonder Mine

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Keane Wonder Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Gold war neben Salz und Talk einer der wichtigsten Rohstoffe, nach dem die Menschen im beginnenden 20.Jahrhundert im Death Valley schürften und wovon auch heute noch viele aufgelassene Bergwerke Zeugnis geben. Aus dieser Zeit des zweiten amerikanischen “Gold-Booms” waren es vor allem zwei Bergbaue, die sich als besonders ertragreich und Geld bringend hervortaten. Einmal waren es die Minen rund um Skidoo und zum anderen die im Osten des heutigen Death Valley Nationalparks gelegene Keane Wonder Mine. Von einem irisch-stämmigen Bergmann namens Jack Keane und seinem Freund Domingo Etcharren 1903 entdeckt, nachdem die beiden ursprünglich nach Silber Ausschau gehalten hatten, ging die Keane Wonder Mine 1907 in vollen Betrieb und förderte einige Jahre reiche Golderze.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Seilbahn-Talstation, Keane Wonder Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Das ehemalige Areal der Keane Wonder Mine ist sehr weitläufig, liegen der eigentliche Bergbau mit seinen Stollen und Schächten und die dazu gehörende Aufbereitungsanlage fast 2 Kilometer voneinander entfernt. Das Einzigartige und Besondere an diesem Bergbau ist eine fast vollständig erhaltene Seilbahnanlage, die das goldhaltige Erz hoch oben vom Berg zur Aufbereitungsanlage transportierte. Lediglich der Antriebsmotor der Seilbahn und die Rollen und Umlenkräder dieser Anlage sind verschwunden, oder liegen zerbrochen und als Fragmente am Talboden. Diese Seilbahn förderte an Spitzentagen bis zu 70 Tonnen Golderz von den Stollen runter zum Pochwerk und der Cyanid-Laugungsanlage. Das Pochwerk und der mit 20 Pochstempeln bestückt Pochstuhl wurden nach dem Niedergang des Bergbaues verkauft, demontiert und anderen Orts wieder aufgebaut.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Seil-Umlenkungsrad, Seilbahn-Talstation, Keane Wonder Mine, Death Valley National Park, Kalifornien


Obwohl restauriert, als eine Art Schaubergwerk betrieben, über eine PKW taugliche Straße sehr einfach erreichbar und für jedermann zugänglich, hält sich der Besucherstrom jedoch in Grenzen. Als wir den alten Bergbau besuchten, waren wir fast den ganzen Tag alleine und die wenigen Besucher, die kamen, die machten lediglich einen Schnellschuss mit dem Smartphone und verließen danach die Szene wieder. Für die meisten Besucher scheint der ehemalige Bergbau nur ein riesiges hölzernes Gerüst mit verrosteten Tanks zu sein und da auch einfache Erklärungen über die Arbeitsabläufe fehlen und kein Ranger zu gegen ist, der Führungen macht, können viele Besucher mit dieser Anlage nur sehr wenig anfangen und verlieren bald das Interesse.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – Juli

Kalender2019-07

subject: Lichteinfall von oben, Upper Antelope Canyon, Page, Arizona, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Der Antelope Canyon bei Page in Arizona ist eine der Touristenattraktionen des nördlichen Arizona und Besucher aus aller Welt strömen zu Tausenden in diese Gegend, um die Einzigartigkeit dieser in Rot und Orange leuchtenden Schluchten zu bestaunen. Konnte man vor etlichen Jahren diesen Canyon noch fast alleine besuchen, so ist dies heute nicht mehr möglich, vor allem, wenn man Landschaftsaufnahmen machen möchte, bei denen der Fokus rein auf der Landschaft liegt und Personen im Bild vom Motiv her störend sind. Wer dies jedoch trotzdem möchte, dem sei empfohlen, sich an einen der Anbieter von fotografischen Touren zu wenden, denn die indianischen Führer halten die Touristenströme für die Dauer der Aufnahmen soweit zurück, dass diese nicht in den Bildausschnitt laufen und die zahlenden fotografischen Kunden schnell den Auslöser betätigen können. In Gruppen von 6 Fotografen organisiert, heißt es dann immer das Stativ schnell aufstellen, Polfilter nachdrehen, scharf stellen und sich gegen oftmals rüpelhafte andere Fotografen durchzusetzen, denn diese „Konkurrenz“ kennt kein Erbarmen und Köpfe und andere Körperteile blockieren immer wieder die freie Sicht auf das Motiv. So groß ist die Gier und so kurz ist die Zeit für den ultimativen Schuss.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit einer Brennweite von 26 mm am Stativ, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1,6 Sekunden bei Blende 14; Aufnahme bei hoch stehender Sonne, jedoch ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Farben angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Journigan’s Mill

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Cyanid-Tanks, Journigan’s Mill, Emigrant Canyon, Death Valley National Park, Kalifornien


Gold ist das Edelmetall, dass die Menschen seit frühester Zeit fasziniert hat, dass Menschen bewogen hat Kriege zu führen, Strapazen auf sich zu nehmen, zu suchen und zu forschen, um es herstellen zu können und das in allen Kulturen. Aus den Vereinigten Staaten kennen wir den berühmten Goldrausch von 1849, eine quasi zweite Goldrauschperiode zu Beginn des 20.Jahrhunderts und vielleicht nur einige von uns kennen das 1934 verabschiedete Goldreserven-Gesetz in den USA, durch das der Goldpreis fast verdoppelt wurde und viele still gelegte Goldbergwerke wieder reaktiviert wurden. Mit diesem wieder ausgelösten Bergbauboom ging einher, dass auch moderne Gewinnungsmethoden zum Einsatz kamen, um das fein im Gestein verteilte Gold kostengünstig zu gewinnen. Eine dieser Aufbereitungsanlagen war die Gesteinsmühle „Journigan’s Mill“ im Death Valley, die bis in die 70er-Jahre Gold aus den umliegenden Bergwerken gewann.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wasser-Tanks, Journigan’s Mill, Emigrant Canyon, Death Valley National Park, Kalifornien


Gelegen im Emigrant Canyon direkt an einer asphaltierten Straße, kann diese ehemalige Gesteinsmühle im Gegensatz zu vielen anderen montanhistorischen Stätten bequem mit jedem Fahrzeug erreicht werden. Nur 25 Kilometer von der Ansiedlung „Stovepipe Wells“ entfernt, erreicht man das Gelände in 20 Minuten Fahrt, muss aber im Emigrant Canyon genau Ausschau halten, um nicht an Journigan’s Mill vorbei zu fahren, denn wer die Abzweigung zum ehemaligen Goldbergbau von „Skidoo“ erreicht, der darf wenden. Von den einstigen aus Gesteinsbrechern, einer Kugelmühle und den Betriebsgebäuden bestehenden Anlage sind heute nur mehr die ehemaligen Cyanid-Tanks vorhanden, in die das ganz fein aufgeriebene Gold haltige Gestein gepumpt wurde und das Gold auf einem chemisch Prozess basierend ausgelaugt wurde. Das für diese Vorgänge benötige Wasser lieferten vier in unmittelbarer Umgebung liegende Quellen, das in riesigen Wassertanks zwischengespeichert wurde und die heute gleich ein Wahrzeichen hoch über den Resten der einstigen Gesteinsmühle thronen.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Fahrzeug-Wracks, Journigan’s Mill, Emigrant Canyon, Death Valley National Park, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – Juni

Kalender2019-06

subject: Felsen im Licht der untergehenden Sonne, Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Das berühmte Monument Valley und das südlich davon gelegene Mystery Valley sind Teile eines der Navajo-Stammesparks und haben nichts mit den klassischen Nationalparks der USA zu tun. Im Eigentum der Navajo Indianer und an der Grenze zwischen Arizona und Utah gelegen, gibt es auch nur einige wenige öffentliche Straßen, die der Tourst befahren darf und viele der Landstriche liegen daher unbekannt im fast 50.000 Quadratkilometer großen Gebiet. Dies alles ist “private property” und betreten verboten für Fremde. Von den „Weißen“ erst im 18. Jahrhunderts entdeckt, wurde das Gebiet von diesen Leuten als „eine, soweit das Auge reicht, Öd-Landschaft aus Sandsteinhügeln ohne Bewuchs oder Vegetation“ beschrieben und nur wenn es Konflikte mit den dort lebenden Navajo, Uta und Pajute Völkern gab, dann waren es Soldaten, die in diese Gegend kamen. Heute sind es jährlich an die 350.000 Besucher hauptsächlich aus China, Japan und europäischen Ländern, die das Gebiet gnadenlos überschwemmen und mit ihren Fahrzeugen den „Scenic Loop Drive“ fahren, Schmuck und Silberarbeiten von den Indianern kaufen, ein paar Selfies machen, aber von diesem Landstrich gleich wenig wissen, wie über die Leute selbst. Wer mehr sehen und erleben möchte, der muss mit den Indianer in Kontakt treten und sich einem indianischen Führer anvertrauen. Die zeigen ihm bereitwillig die Schönheit der Gegend und dies auf Wegen, auf denen der von National-Park zu National-Park hetzende „12-Nationalparks-in-3-Tagen-Tourist“ nie kommen wird. Hier muss man Zeit haben und Zeit genießen können, hier darf man nicht hetzen sondern muss sich der einmaligen Landschaft ergeben, denn nur dann wirkt die untergehende Sonne und beginnen die Felsen rot zu glühen. Wir hatten das Glück einen Fotografen kennen zu lernen, der Angehöriger des Navajo-Stammes ist und mit dem wir mittlerweile befreundet sind (hier geht es zu seinem Internet-Auftritt: www.quanahphoto.com). Ihm verdanken wir den Zugang zur Schönheit und Außergewöhnlichkeit dieser Gegend.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit einer Brennweite von 24 mm am Stativ, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/60 Sekunden bei Blende 8; Aufnahme kurz vor Sonnenuntergang, wolkenloser Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Farben angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Darwin Falls

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Darwin Falls, Panamint Springs, Death Valley National Park, Kalifornien


Der Death Valley National Park steht für unsägliche Hitze, Salzkrusten, öde Felsen, Sanddünen und wolkenloses Wüstenwetter und niemand würde vermuten, dass es dort Wasser in irgendeiner Form gibt. Zu trostlos und menschenfeindlich erscheint die Gegend für die Besucher aus dem nahen Las Vegas oder für die Reisenden auf der Nationalparktour quer durch den amerikanischen Kontinent. Und doch gibt es Wasser, denn sonst hätten die dort seit Jahrhunderten lebenden Shoshonen nicht existieren können, die Betreiber der einstigen Bergwerke wären verdurstet und auch die heutigen Touristen müssten darben. Einmal sind es riesige unterirdische Seen, die über Brunnen erschlossen wurden und es sind eine Reihe von versteckten und engen Tälern in diesem riesigen Gebiet, durch die sich Bäche schlängeln und Feuchtigkeit spendet. Einer dieser besonderen Orte liegt nahe der kleinen Ansiedlung „Panamint Springs“ an der westlichen Grenze des Nationalparks, wobei der kleine Bach, der durch den „Darwin Wash“ fließt die Ansiedelung von Panamint Springs mit Wasser versorgt.


Wer dorthin gelangen möchte hat nicht weit zu fahren. Nur wenige Meilen westlich von Panamint Springs zweigt eine Schotterpiste vom Highway 190 nach Süden ab, die den Namen Old Toll Road trägt und die den Besucher nach 5 Kilometern Fahrt über groben Schotter zu einem Parkplatz leitet, von dem aus ein gut beschilderter Wanderweg in den Darwin Wash führt. Anfänglich trocken und eben, ändert sich das Bild der Landschaft jedoch nach 20 Minuten Wanderung. Jetzt treten die Felswände enger zusammen und am Talgrund wachsen Bäume und Schilf, gespeist durch die Feuchtigkeit des kleinen Baches. Entlang einer rostigen Wasserleitung, über Felsen und sumpfigen Stellen kletternd, endet der Steig dann bei einem kleinen Tümpel, der an seinem Ende durch einen kleinen Wasserfall gespeist wird. Wer dort angekommen ist befindet sich bei den Darwin Falls, einem Ort, an dem nur das Rauschen des Wasserfalls zu hören ist und der in der wüsten Landschaft des Death Valley Nationalparks unwirklich erscheint. Wem das Glück hold ist, der darf den Ort alleine genießen, denn zu klein ist die Fläche für exzessives Fotografieren, denn dieses Kleinod ist mittlerweile bis hin in das ferne Asien bekannt.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Bergbau-Artefakte Fotografieren

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Bergbau-Artefakt “Pfriemen-Zapfen”, Neuer Margarethen-Stollen, Bergbau Peggau


Das was hier wie eine Aufnahme in einem alten Bergwerksstollen aussieht ist eine Aufnahme im Atelier, bei der die Umgebungsbedingungen nachgestellt wurden. Um dies allerdings „täuschend echt“ zu bewerkstelligen, setzt es perfekte Kenntnisse der Welt tief im Berg voraus, denn nur dann lässt sich ein Bild der Realität nachzeichnen. Unsere nachgebaute Realität besteht aus Steinen, Felsen, Sand und anderen Requisiten, die allesamt aus alten Stollen stammen. Diese werden dann im Atelier wieder so arrangiert, wie wir sie in der Wirklichkeit vorgefunden haben, jedoch haben wir jetzt die Möglichkeit Elemente bewusst weg zu lassen oder andere gewollt hinzu zu fügen. Damit wird die Realität zwar erweitert, erlaubt uns aber eine Geschichte rund um die fotografierten Artefakte zu erzählen. Um dem Bild dann die notwendige Energie und Kraft zu verleihen, erfordert es Licht. Die Blitzköpfe der Studioblitzanlage mit diversen Lichtformern und Vorsätzen, Reflektoren, „Abschattern“ und Motiv- und Farb-Hintergründen sind es dann, die dem gesamten Arrangement Leben einhauchen, gleichsam wie beispielsweise schräg durch das Bild verlaufende Schärfebereiche, die das Auge des Betrachters auf das Wesentliche lenken.


Das Fotografieren solcher Artefakte ist der klassischen Produkt- und Objektfotografie gleichzusetzen. Objekte, die in Szene gesetzt werden, indem sie in einer virtuellen Realität platziert werden und der Fotograf damit seine Kreativität voll entfalten kann, sind der Schlüssel zu einer eindrucksvollen Objekt-Fotografie. Wer den besten Objektfotografen über die Schulter geschaut hat, wie beispielsweise einem Eberhard Schuy, der wird erlebt haben, wie rund um das Objekt eine Geschichte entsteht, die die scheinbar „tote“ Materie zum Leben erweckt. Auch das Fotografieren von historischen und musealen Artefakten ist Objekt-Fotografie und folgt diesen Gesetzen, wodurch Bilder eben mehr erzählen, als es die einfache Präsentation vermag.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Der Weg nach “Black Rock Well”

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien


Black Rock Well ist eine Felsformation im Death Valley National Park und ist durch viele Tausend Jahre alte indianische Felszeichnungen bekannt geworden. Diese Felszeichnungen sind heute kaum dokumentiert und auch der Weg dorthin ist schwer zu finden – es gibt keine richtigen und eindeutigen Wegbeschreibungen. Dies wird auch von der Nationalparkverwaltung bewusst so gehalten, um die Besucherströme und die damit verbunden möglichen Zerstörungen auf ein Minimum zu halten. Lediglich ein Video eines Archäologen gibt ein klein wenig Aufschluss darüber, wo sich Black Rock Well befindet. Als wir begannen diese Felsen während unserer Reisevorbereitungen zu Hause am Schreibtisch zu suchen, kam uns einmal das angesprochene Video und unsere Gebietskenntnis zu Hilfe. Die Kombination aus beiden und entsprechendes Kartenmaterial lieferte uns schlussendlich die mehr oder minder genaue Position von Black Rock Well. Eine 100 prozentige Garantie hatten wir allerdings auch nicht.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Joshua-Bäume auf der Lee Hochebene, Death Valley National Park, Kalifornien


Als wir dann im Oktober letzten Jahres auf der „Lee Flat“ standen und die vielen Josua Trees bewunderten waren wir froh ein GPS Gerät zu besitzen und vorab zu Hause die Möglichkeit gehabt zu haben die entsprechenden GPS-Koordinaten bereits programmieren zu können. Ohne diesem heute sehr hilfreichen Dienst, wäre das Navigieren im Gelände ungleich schwerer gewesen. Heute ist eine Navigation für viele Menschen ohne GPS sogar unmöglich, denn das Wissen über den Gebrauch von Bussole und Karte verschwindet zusehends. Die schwarzen Felsen von „Black Rock Well“ sind eine Art kleiner und seichter Taleinschnitt in eher hügeligen Bergen, ist unscheinbar und ist auch nicht der einzige Taleinschnitt dieser Art und Form. Und obwohl nur 3 Kilometer Luftlinie von dem Punkt entfernt, an dem wir unseren Jeep abgestellt hatten, dauert es dann doch einiges an Zeit, um Black Rock Well zu erreichen. Wegloses Gelände, viele zu querende Rinnen, Felsblöcke und dornige Büsche erforderten ein konzentriertes Gehen und auch mögliche Zusammentreffen mit Klapperschlangen ließen unsere Sinne kontinuierlich angespannt die Umgebung wahrnehmen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien


Es war dann eine Erleichterung und ein Glücksgefühl, als wir die ersten Felszeichnungen sahen und desto weiter wir in diesen seichten Einschnitt vordrangen, umso häufiger und eindrucksvoller wurden die Zeichnungen. Nicht mit Farbe bemalter Fels, wie wir ihn im Mystery Valley vorgefunden hatten, sondern fein in den Fels gehauene kleine Punkte, gleich einer Ziselierung, hinterließen hier auf dem fast schwarzen Basalt eine helle und fast weiße Struktur. Abbildungen von Dickhornschafen, Sonnenrädern, Darstellungen von Menschen oder die Symbole der Speerschleuder “Atlatl” geben hier Zeugnis einer alten Kultur und zeigen, dass diese heute ausgetrocknete Wüstengegend einst grünes Land war, gespeist von Flüssen und Bächen.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Inschriften von Bergleuten aus der Ubehebe-Mine, Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – Mai

Kalender2019-05

subject: Antelope Canyon X, Page, Arizona, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Im Oktober letzten Jahres hatten wir einen Reisebericht über den Antelope Canyon X veröffentlicht, einem grandiosen Slot-Canyon in der Nähe der weltweit bekannten Antelope Canyons. Dieser Canyon X ist ebenso wie der Lower und der Upper Antelope Canyon im Privatbesitz einer Navajo-Familie, dafür nicht überlaufen, aber gleichermaßen beeindruckend. Wird man heute in den beiden klassischen Antelope Canyons regelrecht hindurch getrieben, so ist man im Antelope Canyon X mehr oder minder allein. Dies geht sogar soweit, dass man sich im Canyon X absolut frei bewegen kann und sich auch mit den wenigen anderen Besuchern sogar als Fotograf gut arrangieren kann, was freien Blick auf Motive betrifft. Das prachtvolle Farbenspiel an den Felswänden, das sich um die Mittagszeit in den verschiedensten Rot- und Gelbtönen zeigt, spielt sich in diesem Canyon hoch über den Köpfen der Besucher ab. Wer hier fotografieren möchte, der sollte sich auf alle Fälle ein Stativ mit Kugelkopf mitnehmen, denn klassische Drei-Wege-Neiger können diese “Über-Kopf-Winkel” nicht mehr bewerkstelligen. Wir verbrachten an diesem Tag fast an die 3 Stunden im Canyon und dies um die Mittagszeit herum, als die Sonne von oben in den schmalen Canyon schien und dabei die Felsen magisch erleuchtete.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit einer Brennweite von 45 mm am Stativ, Hoya-Polfilter, Belichtung: 8 Sekunden bei Blende 5.6; Aufnahme zur Mittagszeit, wolkenloser Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Farben angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt, einige sehr helle Stellen abgedunkelt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Salz im Death Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des ehemaligen Salzabbaus im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Der fast 15.000 Quadratkilometer große Death Valley National Park besteht aus einer Reihe von Nord Süd laufender tiefer Taleinschnitte, die durch Gebirgsketten mit Höhen weit über 3000 Meter voneinander getrennt sind. Von diesen Tälern sind heute lediglich das eigentlich Death Valley selbst und das davon westlich liegende Panamint Valley durch asphaltierte Straßen für Otto-Normalverbraucher erschlossen. Alle weiteren Täler sind wüstenartige Einöde und erfordern geländetaugliche Fahrzeuge, sowie auch die notwendigen fahrtechnischen Fähigkeiten, um erkundet zu werden. So auch das Saline Valley, ein sehr einsames und fast 100 Kilometer langes Nord-Süd-Seitental, das für fast 1000 Jahre die Heimat der Timbisha Shoshonen war. Dieser Indianerstamm wurde in den 1930er-Jahren in den nahen Ort Darwin umgesiedelt, als viele andere Stämme auch ihrer Heimat beraubt wurden. Dieses Saline Valley war reich an Erzvorkommen, aber auch an Borax und Salz, wobei der Salzabbau einer der bemerkenswertesten Bergbaue überhaupt war. Keine Stollen, keine Halden, keine Steinbrüche, sondern eine endlos weiße Ebene, eingebettet in ein viele Kilometer breites einsames Tal.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des Salzkastens, Salzabbau im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Wer heute zu diesen Salzseen gelangen möchte, um die Reste der ehemaligen Salzgewinnung und die Relikte der Seilbahnanlage zu sehen, der darf sich auf eine raue und lange Fahrt abseits des Asphalts einstellen. Nichts für Wohnmobile, „tiefergelegte“ oder auch für SUVs, da bei diesen die standardmäßigen Reifen die Fahrt nicht überstehen würden. 2 Stunden Schütteln auf Grund der steinigen Piste und das Überqueren des in der kalten Jahreszeit teilweise vereisten South Pass sind durchzustehen, ehe man in ein weites, absolut einsames Tal mit riesigen Salzseen gelangt. Im Sommer brütende Hitze, kein erfrischender Quell, sondern nur salziges Wasser. Das war das Szenario der einstigen Arbeitsbedingungen und so sind auch heute noch die äußeren Bedingungen, gleich wie vor 100 Jahren.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Auflagepunkte der ehemaligen Holzstege, Salzabbau im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Das, was heute von der einstigen Salzgewinnung übrig geblieben ist, sind die ehemaligen Auflagepunkte der hölzernen Stege, auf denen sich Arbeiter zwischen den einzelnen Abbaufeldern bewegen konnten, ohne durch das kostbare Salz marschieren zu müssen, sowie einige der Stützen der ehemaligen “Salzseilbahn”, die das Salz über die Berge zur Eisenbahn-Verladung bei Swansea gebracht hatte. Leider haben Vandalen aus Zerstörungswut viele der hölzernen Seilbahnstützen zerstört, indem sie diese montan-historischen Artefakte einfach angezündet hatten. Die ehemalige Salzseilbahn nahm 1914 ihre Arbeit auf und wurde mit mehreren Unterbrechungen bis in das Jahr 1936 betrieben. Zur Zeit des Vollbetriebs hingen bis zu 286 Salzgondeln an den Seilen und lieferten 20 Tonnen Salz in der Stunde.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – April

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subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2018)


Im Juni letzten Jahres hatten wir einen Reisebericht über den Willis Creek veröffentlicht, einem Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument bei Cannonville in Utah. Dabei hatten wir geschrieben, dass im Willis Creek nicht rot oder orange als Farben vorherrschend sind, sondern die Gelbtöne bestimmend sind. An dem Tag, als wir diesen Canyon besuchten, zog ich rein zufällig meine gelbe Wanderhose und ein graues T-Shirt an, ohne zu wissen, welche Farben uns in der Schlucht erwarten werden. Und als wir einmal Reitern im Canyon Platz machen mussten, galt es auf die untersten Felsen zu klettern und dort solange mit unserer Ausrüstung zu warten, bis die Pferdekarawane vorbeigezogen war. Dabei fiel Marina auf, dass meine Bekleidung genau dem Farbton des Canyons entspricht. Das veranlasste uns diesen Farbgleichklang auch fotografisch fest zu halten. Als Model vor der Kamera agierend, entstand diese einmalige Aufnahme, wobei ich bewusst nicht in die Kamera blickte, sondern meinen Blick entlang der steilen Felswände schweifen ließ.
Aufnahmetechnik: CANON 7D mit einer Brennweite von 115 mm aus der Hand, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/125 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Gelbtöne angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Vernissage Menschenbilder 2019

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subject: “im Lichtschacht” (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018 / im Bild: Harald Polt / location: Geisterschacht, Lurgrotte Semriach)


So wie jedes Jahr veranstaltet das Atelier Christian Jungwirth zusammen mit der Innung der Berufsfotografen eine Ausstellung mit den besten Arbeiten steirischer Fotografen. Diese Ausstellung mit dem Titel „Menschenbilder“ wird am 16.März in Graz am Mariahilferplatz eröffnet und zieht dann im Laufes des Jahres durch viele steirische Gemeinden. Und was uns ganz besonders freut, dass auch wir dieses Jahr wieder mit einer Arbeit vertreten sind. Die Ausstellung befindet sich im Freien und ist für jeden rund um die Uhr zugänglich.


Nun zu unserer Aufnahme:
Ähnlich dem Fotopionier Charles Waldack, der als erster Fotograf 1866 Höhlen-Aufnahmen machte und dies in der über 600 km langen Mammut-Höhle im amerikanischen Bundesstaat Kentucky, so entstand unsere Aufnahme mit dem Titel “im Lichtschacht” in der Lurgrotte bei Semriach. Als Blitzlicht verwendete Charles Waldack damals, wie zu dieser Zeit üblich, metallisches Magnesium angereichert mit Schießpulver, was eine sehr explosive und gar nicht ungefährliche Mischung ergab. Im Gegensatz zu Charles Waldack verwenden wir heute über Funk getriggerte Systemblitze, aber ein bisschen angelehnt an das Pioniertum vor mehr als 150 Jahren, ist es auch bei uns metallisches Magnesium, das beim Blitzen zum Einsatz kommt, dieses jedoch eingebettet in die reine Sauerstoff-Atmosphäre großer Blitzbirnen mit Lichtströmen bis zu 150.000 Lumen pro Sekunde. Und so wie Charles Waldack von der unterirdischen Welt fasziniert war, sind auch wir seit je her von dieser Art der Fotografie im “lichtleeren Raum” begeistert. So freuen wir uns jedesmal sehr, wenn wir neben unserem klassischen fotografischem Business in Höhlen und historischen Bergwerken fotografieren können. Und so wie die Pioniere der Fotografie vor langer Zeit sich mit ihrem überdimensionalem Gepäck auf den Weg machten, rücken auch wir gleich einer Expedition aus, wenn es in die Unterwelt geht und obwohl Kameras in Summe kleiner geworden sind, sind unsere Gepäckstücke trotzdem um nichts geringer als das Expeditionsgepäck vor 150 Jahren.


Die Aufnahme entstand in einem 20 Meter tiefen Seitenschacht des Geisterschachtes, den wir mit Systemblitzen punktuell ausleuchteten und wodurch das Farbenspiel des Gesteins im Licht erst zur Geltung kam. Vor diesem aufgehellten Schacht – oder Lichtschacht – seilte sich unser “Model”, der Höhlenforscher Harald Polt, nachdem er zuvor Bohrhaken zur Seilsicherung angebracht hatte, in die Tiefe und ich begleitete ihn dabei mit der Kamera. Dieses Lichtspiel ließ uns dieser Aufnahme den Titel “im Lichtschacht” geben.


Damit dieses fotografische Projekt zustande kommen konnte, gilt unser ganz besonderer Dank dem Landesverein für Höhlenkunde in der Steiermark (www.lvhstmk.at) und dabei ganz besonders dem Höhlenforscher Harald Polt, der sich als “Model” zur Verfügung gestellt hatte, sowie dem Besitzer der Lurgrotte Semriach (www.lurgrotte.at) Andreas Schinnerl für die selbstlose Unterstützung.
 
Es würde uns ganz besonders freuen viele Freunde, Unterstützer und auch Kunden begrüßen zu dürfen.

Ort: Mariahilferplatz, Graz
Termin: Samstag, 16.März 2019, 11 Uhr

 

Inhalt und Foto: copyright by book-and-picture

Corona Mine

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Bergbau-Gleisanlage, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


1899 als Gem Mine eröffnet, liegt dieser ganz besondere Bergbau in einem teilweise saftig grünen, jedoch sehr versteckten Canyon der sonst trockenen und wüsten Panamint Mountain Range des Death Valley National Park. Eine ganze Reihe von alten Bergwerks-Artefakten und eine zum Teil erhaltene Gesteinsmühle laden hier den Besucher zum Erkunden ein. Das Kriterium, um die Corona Mine zu erreichen, ist jedoch die Zufahrt. Eine wilde und mit teils großen Steinen übersäte und teilweise auch nicht mehr vorhandene Strasse führt zu diesem Bergbau. Ein “echtes” Geländeauto, große Bodenfreiheit, Allrad ohne Differential im Zwischengetriebe und fahrerisches Geschick sind die Voraussetzung, um die 10 km lange Fahrt zu meistern. Hier scheiden definitiv alle SUVs aus, auch wenn es sich um die BMW X5s oder die Porsche Cayennes handelt, zu gering ist deren Bodenfreiheit und zu viel ist deren Antriebsstrang für die Asphalt-Pisten ausgelegt. Wer aber trotzdem auf ein derartiges Abenteuer nicht verzichten möchte, der findet in Furnace Creek im Death Valley eine kleine, aber feine Autoverleihfirma, die tageweise Geländeautos vermietet.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des Gesteinsmühlen-Antriebs, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Der Bergbau wurde bis hinein in die 1980er Jahre betrieben und wie aus Aufzeichnungen ersichtlich, erstreckt sich unter der Oberfläche ein weit ausgedehntes Netz an Stollen, Strecken und Schächten, in denen Gold, Silber, Blei und Zink abgebaut wurden. Die wenigen noch offenen Stolleneingänge wurden heute mit Fledermausgittern verschlossen, um den Tieren ein störungsfreies Überwintern zu ermöglichen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste einer Seilwinde, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Herausragend ist eine in die Enge des Canyons aus Holz gebaute „Stamp Mill“ mit einem intakten Erzkasten, einem leider herunter gebrochenen Stampfwerk, einem Holzturm und einem Dieselnmotor mit dessen Hilfe die Mühle angetrieben wurde. Durch den Canyon murmelt ein kleines Bächlein, wodurch es einen dichten grünen Bewuchs gibt und die Frösche quaken. Dazwischen immer wieder gelb lackierte Bergbaumaschinen, die einen herrlichen Kontrast zum Grün der Pflanzen geben.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – März

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subject: Leprechaun Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Den Leprechaun Canyon haben wir schon einige Male in unseren Newsletter beschrieben, war er doch am Titelbild des diesjährigen Kalenders. Mit seinen hohen Seitenwänden und dem anfänglich noch straßenbreiten Aussehen, vermutet fast niemand, dass sich dieser Canyon nach einigen hunderten von Metern zu einem richtigen Slot verengt. Massiver und in diversen Gelb- und Brauntönen gebänderter Sandstein, sowie die kleinen Wasserlöcher erzeugen für den Betrachter einen Ort der Ruhe, laden zum Rasten ein und lassen die rundherum herrschende Hitze vergessen. Für den Fotografen sind es die, wie an einer Perlenschnur gereihten Wasserlöcher, die faszinieren und die dem Bild Dynamik verleihen, geben sie doch dem Betrachter eine imaginäre Linie vor, die hinein in den Canyon führt. Diese Szenerie wiederholt sich mehrmals auf dem Weg in das Innere des Canyons und fasziniert hinter jeder Biegung wieder aufs Neue. Für die Mystiker unter Euch, mag ja der Canyon vielleicht wirklich der Wohnort jenes Kobolds sein, dem Canyon seinen Namen verdankt und der auf diese Weise die Besucher anlockt, um nach dem verborgen Schatz zu forschen.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet, Lee-Polfilter, Belichtung: 1/4 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2019 – America’s Southwest – Februar

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subject: Upper Antelope Canyon, Page, Arizona, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2018)


Wenn man über Slot-Canyons spricht, oder an solche denkt, dann assoziieren viele Menschen diesen Begriff mit den Antelope Canyons in der Nähe von Page in Arizona. Als Privateigentum der Navajo Indianer, sind die Canyons nur mit indianischen Führern zu besichtigen und sind ein Beispiel für den ausartenden Massentourismus dieser Gegend. Diese einzigartigen Schluchten wurden über viele Jahrtausende durch Wind, Wetter und vor allem Wasser geformt und ihre Farbenpracht ist einzigartig. Der Sand, der als einer der Baumeister dieser Schluchten verantwortlich zeichnet, wird auch gerne von den Indianern auf die Felsen geschaufelt, um ein Wasserfall-Feeling zu erzeugen. Wer schnell ist, seine Kamera und sein Stativ einsatzfähig hat, der kann dieses wenige Sekunden andauernde kleine Spektakel fotografieren.
Aufnahmetechnik: CANON 7D bei 18 mm Brennweite, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet, Hoya-Polfilter, Belichtung: 2,5 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel mit direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

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Skidoo – das Gold-Bergwerk

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Skidoo Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Im Januar 1906 entdeckten 2 Goldsucher ein Goldvorkommen in der sogenannten Panamint Mountain Range, einer Gebirgskette, die sich an der Westflanke des Death Valley erhebt. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich aus dem einfachen, aber Erz-reichen Bergwerk eine riesige Bergbaustadt, in der mehr als 400 Menschen lebten und arbeiteten. Ursprünglich unter dem Namen „Golden Eagle Claim“ geführt, wurde der Name in Skidoo geändert. Skidoo war der Bergbau selbst, Skidoo war die Stadt, Skidoo war das Postamt, Skidoo war einfach alles. 4 Saloons, 3 Restaurants, General Store, Bäckerei, Fleischmarkt, Friseure, Wäscherei, eine eigene Zeitung, eine eigene Bank und jede Menge anderes Geschäft wurden betrieben. Neben dem eigentlichen Bergwerk war die Aufbereitungsanlage für das Florieren von Skidoo von entscheidender Bedeutung, denn diese zerkleinerte das Erz und bereitete dieses für die Schmelzöfen vor. Da diese Gesteinsmühle mit Wasserkraft betrieben wurde, es jedoch keine ausreichenden Quellen in der näheren Umgebung gab, bauten die Betreiber von Skidoo sogar eine eigene Wasserleitung. Diese brachte das Wasser aus dem 40 km entfernten Birch Springs. Heute ist die Gesteinsmühle das Einzige, was nach dem Niedergang von Skidoo im Jahr 1917 übrig geblieben ist. Die Wasser-Pipeline wurde abgebaut, verkauft und im nahen Trona wieder aufgebaut. Die Gebäude der einstigen Stadt standen noch viele Jahre, verschwanden dann aber in den 70er Jahren. Man vermutet, dass sie von der Nationalparkverwaltung des Death Valley National Parks abgerissen wurden.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gesteinsmühle (stamp mill / Pochwerk), Skidoo, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gesteinsmühlen-Nocken-Antrieb, Skidoo, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Von besonderem Interesse sind bei vielen Besuchern dieser alten Bergwerke die Gesteinsmühlen oder „stamp mills“. Bei uns unter dem Begriff Pochwerk oder Stampfmühle bekannt, dienten sie zur Zerkleinerung des aus dem Berg gewonnen Roherzes oder auch als Hauwerk bezeichnet. Dieses wurde meist mit Grubenhunten gefördert und in einen Erzkasten oder Erzbunker (ore bin) gekippt, der sich direkt über dem Pochwerk befand. Das Pochwerk bestand aus mehreren schweren Stempeln, die mit Hilfe einer Nockenwelle angehoben wurden und anschliessend auf das darunter liegende Erz herunterfielen. Die Stempel hatten unten dort wo sie auf das Erz trafen Verstärkungen, die sogenannten Pochschuhe und das Erz selbst lag auf einer ebenfalls harten und festen Unterlage, der Pochsohle. Bei vielen der „stamp mills“ im Death Valley sind nur mehr die hölzernen Gerüste vorhanden, die sogenannten Pochstühle, in denen sich die Pochstempel bewegten. Der Rest wurde oftmals abgebaut, um an einem anderem Ort wieder Verwendung zu finden, oder sind dem Zahn der Zeit oder dem Vandalismus zum Opfer gefallen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gesteinsmühle (Ansicht 2018), Skidoo, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Relikte aus der Betriebszeit, Skidoo, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Die Skidoo Stamp Mill verfügt über 15 Pochstempel und ist heute noch in einem guten Zustand, wenngleich nicht mehr einsatzfähig. Die Außen-Fassade der einstigen Mühle ist heute fast zur Gänze verschwunden, die Erzkästen, die Pochstempel und auch die Cyanidbehälter, in denen das Gold auf chemischen Wege aus dem Gestein gezogen wurde, sind noch vorhanden, jedoch nagt an ihnen der Zahn der Zeit. Verschwunden ist das Turbinenrad, das die Mühle antrieb, genauso wie viele andere Dinge.

 

 

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Harrisburg – wie alles begann

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Harrisburg “Ghosttown”, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Harrisburg ist eine der kleinen Geisterstädte im heutigen Death Valley National Park, die auf den an vielen Orten betriebenen Goldbergbau zurück gehen, der im frühen 20.Jahrhundert in dieser Gegend betrieben wurde. Heute fast zur Gänze auf asphaltierten Straßen erreichbar, beherbergte die Ansiedlung während ihrer Blütezeit an die 300 Personen. Im Gegensatz zum nahen Skidoo war Harrisburg jedoch immer nur eine reine aber große Zeltstadt, sieht man von den aus Holz gezimmerten Gebäuden der beiden Gründer von Harrisburg ab. Harrisburg war der Ort, von dem aus Gold aus Bergwerken mit Namen wie „Cashier mine“, „Eureka Mine“ und „Napoleon mine“ gefördert wurde, um anschließend in der nahen „Cashier mill“, einer Gesteinsmühle aufbereitet zu werden.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Harrisburg “Ghosttown”, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Eureka Mine, Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Cashier Mill, Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Harrisburg präsentiert sich heute in einem ärmlichen Zustand und es scheint, dass von Seiten der Parkverwaltung auch keine erhaltungs-fördernden Maßnahmen durchgeführt werden. Sowohl das ehemalige Wohnhaus von Peter Aguereberry, einem der Entdecker dieser Goldvorkommen, als auch das daneben befindliche ehemalige Gästehaus werden irgendwann in sich zusammenbrechen, so die Gebäude nicht bereits zuvor dem Vandalismus der Ich-Gesellschaft zum Opfer gefallen sind, die aus reinem „Fun“ Löcher in die Fassade rissen. Ganz besonders deutlich wird dies beim 200 Meter von den Häusern liegenden Autowrack, das aggressiven Touristen als Zielscheibe für ihre Schießübungen dient, oder als cooler Tanzboden, um das Fahrzeugdach einzudrücken.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wrack eines Buick Roadmaster (Baujahr 1948), Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – Januar

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subject: Toadstool Hoodoos, Paria Rimrocks, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2016)


Hoodoos gehören zu den außergewöhnlichsten Felsformationen des amerikanischen Südwestens und sind genauso geheimnisvoll, wie auch ihr Name. Ursprünglich Teil eines geschlossenen Sediment-Plateaus, dann durch Erosion so ausgewaschen, dass nur mehr einzelne Türme und Nadeln des einstigen Plateaus stehen geblieben sind, dann noch einen massiven Felsblock auf der Spitze scheinbar balancierend, sind Hoodoos merkwürdige Felsgestalten. Oftmals weit über 10 Meter hoch, manchmal einzeln, dann fast einen ganzen Wald bildend, sind sie Anziehungspunkt für viele Reisende und Fotografen. Die Toadstool Hoodoos in den Paria Rimrocks zwischen Kanab in Utah und Page in Arizona sind ein Ort, wo Hoodoos die Hauptattraktion sind und der heute im Zeitalter des ungebremsten Massentourismus noch nicht überlaufen ist. Scheinbar als Park zu klein, die berühmten Antelope Canyons zu nah und auch die Ausschilderung zu unscheinbar, verirren sich hier bei weitem nicht so viele Touristen, als zu anderen Orten. Wer die halbe Stunde Wanderung in Angriff nimmt, der wird jedoch fürstlich belohnt, so einzigartig ist diese Gegend.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet und Optik nach unten geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtung: 1/80 Sekunden bei Blende 8, wolkenloser Himmel mit direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

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Kalender 2019 – America’s Southwest – Titelbild

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subject: Leprechaun Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Unser Wandkalender 2019 hängt bereits in einigen Wohnungen und bevor wir am Neujahrstag das erste Kalenderbild aufschlagen – hier noch ein paar Worte zu diesem Kalender und zu den Gegenden, in denen die Aufnahmen entstanden. Der Südwesten der Vereinigten Staaten ist ein überdimensionales Halbwüstengebiet und erstreckt sich über die Bundesstaaten Arizona, Utah, Nevada, Colorado und New Mexico. Wir haben in den letzten Jahren hauptsächlich die Gegenden im südlichen Utah und nördlichem Arizona bereist und haben viel Interessantes kennengelernt, was wir in diesen Kalender einfließen haben lassen. Slot Canyons, Hoodoos, Wasserfälle, Cowboys bei ihrer Arbeit, unendlich lange Tiefsand-Pisten, Felsformationen, wie die Wave, indianische Pueblos, nächtliche Fotosessions, um die Milchstraße fest zu halten sind nur einige Highlights, die wir fotografieren durften und die wir auf diese Weise mitgebracht haben.
Nun zum Titelbild dieses Kalenders: abseits von den bekannten Touristenorten, wie dem Antelope Canyon, dem Monument Valley oder dem „Horseshoe Bend“, an dem man eine der Schlingen des Colorado bewundern kann, ist der Leprechaun Canyon ein Ort, den man nicht mit vielen Touristen teilen muss. Hier genießt man noch die Ruhe der früheren Tage, obwohl dieser Slot Canyon einfach zu erreichen ist und auch konditionsschwächere Personen ein Leichtes haben, um zu ihm zu gelangen. Gelegen im südlichen Utah, in einer eher unbekannten Ecke, eröffnet sich dem Besucher des Leprechaun Canyons zu Beginn ein breiter, von hohen Felsmauern eingerahmter Kanal, der nach mehreren Windungen die eigentlichen Engstelle des Canyons erreicht.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtung: 1,6 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

Dieser Kalender ist zum Selbstkostenpreis von €20 bei uns erhältlich!

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Dezember

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subject: Mixnitzbachfall, Bärenschützklamm bei Mixnitz, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Es gibt Tage in der Bärenschützklamm, da ist es absolut still und nicht nur die Vögel sind nicht zu hören, sondern auch das Wasser rauscht nicht. Das ist die Zeit, wenn Wasser zu Eis geworden ist und sich funkelnde Zapfen, Säulen und Eis-Skulpturen geformt haben. Das ist die Zeit, wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, wenn die Tage kurz geworden sind und wenn der Boden gefroren ist. Das ist aber auch die Zeit, wenn der Parkplatz am Eingang zur Klamm leer ist, wenn die Finger beim Fotografieren klamm werden und wenn heißer Tee statt kühlende Getränke dem Körper wärmen sollen. Leider immer seltener geworden, sind dies die Tage mit besonderen Motiven, bei denen teils saftiges Grün unter den Eis hervorscheint und einem die gesamte Klamm alleine gehört.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach unten geshiftet, Focus-Stacking aus 3 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 1,0 Sekunden, bedeckter Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Dumont Sand Dunes

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Dumont Sand Dunes, Mojave Wüste, Kalifornien


Wenn der Himmel anstelle von blau eine gelbliche Farbe hat, wenn alle Ritzen und Spalte mit Sand verfüllt sind und wenn ein starker orkanartiger Wind bläst, dann zieht wieder ein Sandsturm über die Wüste hinweg. Die Dumont Sanddünen knapp außerhalb des Death Valley National Parks gehören zu den höchsten Sanddünen im Südwesten der USA und werden wie andere Sanddünen auch regelmäßig von Sandstürmen heimgesucht. Mit ihren fast 400 Meter hohen Sandbergen sind sie für viele ein Blickfange auf ihrer Reise vom Death Valley nach Las Vegas. Heute als eine „Vehicle Recreation Area“ ausgewiesen tummeln sich an schönen Wochenenden Tausende Buggy-Fahrer in dieser einmaligen Gegend und hinterlassen ihre Abdrücke im Sand.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Dumont Sand Dunes, Mojave Wüste, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Leadfield Ghost Town

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gebäudereste, “March Storm Number 1 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


1905 entdeckten Erzsucher Goldvorkommen im Titus Canyon, einer tief eingeschnittenen Seiten-Schlucht des Death Valley. Nur schwer zugänglich, musste zuerst eine Strasse durch den Canyon gebaut werden, um Gerätschaft aus dem Death Valley zum 22 Meilen entfernten Bergbau bringen zu können und später das gewonnene Erz den Schmelzöfen zuliefern zu können. Durch den Bergbau entstand eine kleine Stadt, in der im Jahr 1926 mehr als 300 Personen lebten.


Der Bergbau mit seinen mehr als 10 unterschiedlichen Claims, wie auch die daneben entstandene Stadt waren nicht von langer Dauer. Bereits 1927 wurde Leadfield wieder verlassen und dem Verfall Preis gegeben. Die meisten Gebäude verrotteten und fielen in sich zusammen, lediglich das ehemalige Postamt, einige wenige andere Gebäude und die Bergwerksstollen haben bis heute dem Zahn der Zeit Stand gehalten.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Haupt-Stollen des “March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


Fledermaus-Schutz ist ein großes Thema im Death Valley National Park und so versucht die Nationalpark-Verwaltung durch spezielle Eisengitter-Konstruktionen Touristen vom Besuch der alten Stollen während der Wintermonate abzuhalten. Die Gitterstäbe sind so konstruiert, dass lediglich Fledermäuse hindurch kommen, größeren Tieren bis hin zum Menschen jedoch ein Zutritt nicht möglich gemacht werden kann. Diese Gitter werden nach der kalten Jahreszeit entfernt. So ist beispielsweise der Eingang zur Hauptstrecke des March Storm 2 Claims wurde durch ein Rohr mit fast 1,5 Metern Durchmesser abgesichert, um dem Verbrechen des Stollenmundloches entgegen halten zu können. Durch dieses Rohr und seine Gitterstäbe haben wir hindurch fotografiert.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Halde,”March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: ehemalige Schmiede, “March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


Teilweise große graue Halden heben sich von der umgebenden Landschaft mit ihren gelbfarbenen Sträuchern ab. Sie zeigen ein Bild des Kontrastes und wer alte Bergwerkshalden in unserer steirischen Heimat kennt, der weiß, wie rasch diese wieder mit einer dicken Humusschicht überzogen sind. Hier in diese trockenen Einöde ist dies nicht der Fall, hier ist Staub, ein paar Dornbüsche und allerlei nicht sichtbares Getier.
Und wer annimmt, dass auf den Halden noch Erzbrocken liegen, sich farbenfrohe farbliche Ausblühungen gebildet haben, der irrt gewaltig. Kein Stäubchen Roherz, keine blauen, grünen oder roten Minerale, nur grau, sandig oder ausgewaschen präsentieren sich die Halden.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – November

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subject: Oberer Badlgraben, Tanneben, Badl bei Peggau, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Wenn die Kälte ins Land zieht und der erste Schnee fällt, dann werden all die Urwälder im Grazer Bergland menschenleer. Dort wo sich sonst Tausende Erholungssuchende während der Sommermonate tummeln ist es jetzt still und die ins Land gezogenen ersten Fröste hinterlassen erste Spuren in Form von Eiszapfen. So auch hier im Badlgraben, wo Eisgebilde gleich Stalaktiten in Tropfsteinhöhlen von den Felswänden hängen. Aber auch das zu Boden gefallene Laub beginnt sich zu verändern und erhält einen dunkleren Farbton. Wer sich jetzt in die kleinen Schluchten und Gräben begibt, der lernt unsere nahe Umgebung von einer anderen Seite kennen: mystisch, still, urtümlich und nichts deutet darauf hin, dass nur wenige Kilometer entfernt eine Stadt mit 300.000 Einwohnern liegt.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach unten geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 1,0 Sekunden, bedeckter Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kellergewölbe von Dinkelsbühl

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: altes Farbenlager in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


Die Deutsche Kleinstadt Dinkelsbühl mit ihren rund 12000 Einwohnern geht auf eine Gründung der Staufer zurück, die hier am Kreuzungspunkt zweier Handelswege eine Befestigungsanlage errichteten. Diese Befestigung dürfte so um 1130 entstanden sein, woraus sich im Laufe der Zeit die heutige Stadt entwickelte. Gelegen in Mittelfranken ist Dinkelsbühl heute noch von einer Stadtmauer umgeben, die den mittelalterlichen Stadtkern zur Gänze umschließt. Der südliche alte Stadtteil liegt leicht erhöht und trägt den Namen Gansberg. Ebenfalls dicht besiedelt, besteht dieser Gansberg aus Kalk und Sandstein und unter vielen der ursprünglich mittelalterlichen Häuser befinden sich ebenso alte Keller, die in der Vergangenheit als Eiskeller für die vielen kleinen Brauereien genutzt wurden. Während des 2.Weltkrieges wurden diese vielen privaten Keller untereinander verbunden und dienten als Luftschutzkeller. Dieses so entstandene System aus Kellern, Gewölben und Gängen ist heute noch begehbar und ermöglicht fast ein zur Gänze unterirdisches Fortbewegen in diesem südlichen Teil der mittelalterlichen Stadt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: “lost place” in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


In einem der alten Keller befand sich ein Farbenlager, das heute einer farbigen Wüste gleicht. Häufen von Pulverfarben in den unterschiedlichsten Tönen, vermorschte Fässer, herumliegende Dauben, die die Fässer zusammenhielten, verrostete Metallbehälter, Flaschen und noch viele andere herumliegende Gegenstände geben ein Bild des besonderen Chaos und der Einzigartigkeit. Erst im Schein von Taschenlampen wird dieses farbige Durcheinander sichtbar und wer dieses unterirdische Reich betritt taucht in eine Welt des Besonderen ein, in ein Reich, das es nirgendwo in dieser Form so gibt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Farbhäufen in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


Wir sind in diese Keller gestiegen, um dieses Gewirr an Farben und Gegenstände fest zu halten, denn es gibt bislang keine richtigen Fotografien, die diese Besonderheiten zeigen. Gleich dem Fotografieren in Höhlen und Bergwerken geht es auch hier zur Sache und was der Lehm in den Höhlen ist, ist hier das überall gegenwärtige Farbpulver. Kombiniert mit Hautfeuchtigkeit ergibt es ein einzigartiges Farbgemisch, das nicht nur die Hände überzieht sondern auch die gesamte Ausrüstung. Systemblitze sind betroffen, Stative, die Kleidung und jede Ritze in technischem Gerät enthält Farbe und wenn man später reinigt, dann tut man das viele Male, so hartnäckig ist die Farbenpracht.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld