Bergbau-Artefakte Fotografieren

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Bergbau-Artefakt “Pfriemen-Zapfen”, Neuer Margarethen-Stollen, Bergbau Peggau


Das was hier wie eine Aufnahme in einem alten Bergwerksstollen aussieht ist eine Aufnahme im Atelier, bei der die Umgebungsbedingungen nachgestellt wurden. Um dies allerdings „täuschend echt“ zu bewerkstelligen, setzt es perfekte Kenntnisse der Welt tief im Berg voraus, denn nur dann lässt sich ein Bild der Realität nachzeichnen. Unsere nachgebaute Realität besteht aus Steinen, Felsen, Sand und anderen Requisiten, die allesamt aus alten Stollen stammen. Diese werden dann im Atelier wieder so arrangiert, wie wir sie in der Wirklichkeit vorgefunden haben, jedoch haben wir jetzt die Möglichkeit Elemente bewusst weg zu lassen oder andere gewollt hinzu zu fügen. Damit wird die Realität zwar erweitert, erlaubt uns aber eine Geschichte rund um die fotografierten Artefakte zu erzählen. Um dem Bild dann die notwendige Energie und Kraft zu verleihen, erfordert es Licht. Die Blitzköpfe der Studioblitzanlage mit diversen Lichtformern und Vorsätzen, Reflektoren, „Abschattern“ und Motiv- und Farb-Hintergründen sind es dann, die dem gesamten Arrangement Leben einhauchen, gleichsam wie beispielsweise schräg durch das Bild verlaufende Schärfebereiche, die das Auge des Betrachters auf das Wesentliche lenken.


Das Fotografieren solcher Artefakte ist der klassischen Produkt- und Objektfotografie gleichzusetzen. Objekte, die in Szene gesetzt werden, indem sie in einer virtuellen Realität platziert werden und der Fotograf damit seine Kreativität voll entfalten kann, sind der Schlüssel zu einer eindrucksvollen Objekt-Fotografie. Wer den besten Objektfotografen über die Schulter geschaut hat, wie beispielsweise einem Eberhard Schuy, der wird erlebt haben, wie rund um das Objekt eine Geschichte entsteht, die die scheinbar „tote“ Materie zum Leben erweckt. Auch das Fotografieren von historischen und musealen Artefakten ist Objekt-Fotografie und folgt diesen Gesetzen, wodurch Bilder eben mehr erzählen, als es die einfache Präsentation vermag.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Der Weg nach “Black Rock Well”

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien


Black Rock Well ist eine Felsformation im Death Valley National Park und ist durch viele Tausend Jahre alte indianische Felszeichnungen bekannt geworden. Diese Felszeichnungen sind heute kaum dokumentiert und auch der Weg dorthin ist schwer zu finden – es gibt keine richtigen und eindeutigen Wegbeschreibungen. Dies wird auch von der Nationalparkverwaltung bewusst so gehalten, um die Besucherströme und die damit verbunden möglichen Zerstörungen auf ein Minimum zu halten. Lediglich ein Video eines Archäologen gibt ein klein wenig Aufschluss darüber, wo sich Black Rock Well befindet. Als wir begannen diese Felsen während unserer Reisevorbereitungen zu Hause am Schreibtisch zu suchen, kam uns einmal das angesprochene Video und unsere Gebietskenntnis zu Hilfe. Die Kombination aus beiden und entsprechendes Kartenmaterial lieferte uns schlussendlich die mehr oder minder genaue Position von Black Rock Well. Eine 100 prozentige Garantie hatten wir allerdings auch nicht.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Joshua-Bäume auf der Lee Hochebene, Death Valley National Park, Kalifornien


Als wir dann im Oktober letzten Jahres auf der „Lee Flat“ standen und die vielen Josua Trees bewunderten waren wir froh ein GPS Gerät zu besitzen und vorab zu Hause die Möglichkeit gehabt zu haben die entsprechenden GPS-Koordinaten bereits programmieren zu können. Ohne diesem heute sehr hilfreichen Dienst, wäre das Navigieren im Gelände ungleich schwerer gewesen. Heute ist eine Navigation für viele Menschen ohne GPS sogar unmöglich, denn das Wissen über den Gebrauch von Bussole und Karte verschwindet zusehends. Die schwarzen Felsen von „Black Rock Well“ sind eine Art kleiner und seichter Taleinschnitt in eher hügeligen Bergen, ist unscheinbar und ist auch nicht der einzige Taleinschnitt dieser Art und Form. Und obwohl nur 3 Kilometer Luftlinie von dem Punkt entfernt, an dem wir unseren Jeep abgestellt hatten, dauert es dann doch einiges an Zeit, um Black Rock Well zu erreichen. Wegloses Gelände, viele zu querende Rinnen, Felsblöcke und dornige Büsche erforderten ein konzentriertes Gehen und auch mögliche Zusammentreffen mit Klapperschlangen ließen unsere Sinne kontinuierlich angespannt die Umgebung wahrnehmen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien


Es war dann eine Erleichterung und ein Glücksgefühl, als wir die ersten Felszeichnungen sahen und desto weiter wir in diesen seichten Einschnitt vordrangen, umso häufiger und eindrucksvoller wurden die Zeichnungen. Nicht mit Farbe bemalter Fels, wie wir ihn im Mystery Valley vorgefunden hatten, sondern fein in den Fels gehauene kleine Punkte, gleich einer Ziselierung, hinterließen hier auf dem fast schwarzen Basalt eine helle und fast weiße Struktur. Abbildungen von Dickhornschafen, Sonnenrädern, Darstellungen von Menschen oder die Symbole der Speerschleuder “Atlatl” geben hier Zeugnis einer alten Kultur und zeigen, dass diese heute ausgetrocknete Wüstengegend einst grünes Land war, gespeist von Flüssen und Bächen.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Inschriften von Bergleuten aus der Ubehebe-Mine, Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – Mai

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subject: Antelope Canyon X, Page, Arizona, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Im Oktober letzten Jahres hatten wir einen Reisebericht über den Antelope Canyon X veröffentlicht, einem grandiosen Slot-Canyon in der Nähe der weltweit bekannten Antelope Canyons. Dieser Canyon X ist ebenso wie der Lower und der Upper Antelope Canyon im Privatbesitz einer Navajo-Familie, dafür nicht überlaufen, aber gleichermaßen beeindruckend. Wird man heute in den beiden klassischen Antelope Canyons regelrecht hindurch getrieben, so ist man im Antelope Canyon X mehr oder minder allein. Dies geht sogar soweit, dass man sich im Canyon X absolut frei bewegen kann und sich auch mit den wenigen anderen Besuchern sogar als Fotograf gut arrangieren kann, was freien Blick auf Motive betrifft. Das prachtvolle Farbenspiel an den Felswänden, das sich um die Mittagszeit in den verschiedensten Rot- und Gelbtönen zeigt, spielt sich in diesem Canyon hoch über den Köpfen der Besucher ab. Wer hier fotografieren möchte, der sollte sich auf alle Fälle ein Stativ mit Kugelkopf mitnehmen, denn klassische Drei-Wege-Neiger können diese “Über-Kopf-Winkel” nicht mehr bewerkstelligen. Wir verbrachten an diesem Tag fast an die 3 Stunden im Canyon und dies um die Mittagszeit herum, als die Sonne von oben in den schmalen Canyon schien und dabei die Felsen magisch erleuchtete.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit einer Brennweite von 45 mm am Stativ, Hoya-Polfilter, Belichtung: 8 Sekunden bei Blende 5.6; Aufnahme zur Mittagszeit, wolkenloser Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Farben angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt, einige sehr helle Stellen abgedunkelt.

 

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Salz im Death Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des ehemaligen Salzabbaus im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Der fast 15.000 Quadratkilometer große Death Valley National Park besteht aus einer Reihe von Nord Süd laufender tiefer Taleinschnitte, die durch Gebirgsketten mit Höhen weit über 3000 Meter voneinander getrennt sind. Von diesen Tälern sind heute lediglich das eigentlich Death Valley selbst und das davon westlich liegende Panamint Valley durch asphaltierte Straßen für Otto-Normalverbraucher erschlossen. Alle weiteren Täler sind wüstenartige Einöde und erfordern geländetaugliche Fahrzeuge, sowie auch die notwendigen fahrtechnischen Fähigkeiten, um erkundet zu werden. So auch das Saline Valley, ein sehr einsames und fast 100 Kilometer langes Nord-Süd-Seitental, das für fast 1000 Jahre die Heimat der Timbisha Shoshonen war. Dieser Indianerstamm wurde in den 1930er-Jahren in den nahen Ort Darwin umgesiedelt, als viele andere Stämme auch ihrer Heimat beraubt wurden. Dieses Saline Valley war reich an Erzvorkommen, aber auch an Borax und Salz, wobei der Salzabbau einer der bemerkenswertesten Bergbaue überhaupt war. Keine Stollen, keine Halden, keine Steinbrüche, sondern eine endlos weiße Ebene, eingebettet in ein viele Kilometer breites einsames Tal.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des Salzkastens, Salzabbau im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Wer heute zu diesen Salzseen gelangen möchte, um die Reste der ehemaligen Salzgewinnung und die Relikte der Seilbahnanlage zu sehen, der darf sich auf eine raue und lange Fahrt abseits des Asphalts einstellen. Nichts für Wohnmobile, „tiefergelegte“ oder auch für SUVs, da bei diesen die standardmäßigen Reifen die Fahrt nicht überstehen würden. 2 Stunden Schütteln auf Grund der steinigen Piste und das Überqueren des in der kalten Jahreszeit teilweise vereisten South Pass sind durchzustehen, ehe man in ein weites, absolut einsames Tal mit riesigen Salzseen gelangt. Im Sommer brütende Hitze, kein erfrischender Quell, sondern nur salziges Wasser. Das war das Szenario der einstigen Arbeitsbedingungen und so sind auch heute noch die äußeren Bedingungen, gleich wie vor 100 Jahren.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Auflagepunkte der ehemaligen Holzstege, Salzabbau im Saline Valley, Death Valley National Park, Kalifornien


Das, was heute von der einstigen Salzgewinnung übrig geblieben ist, sind die ehemaligen Auflagepunkte der hölzernen Stege, auf denen sich Arbeiter zwischen den einzelnen Abbaufeldern bewegen konnten, ohne durch das kostbare Salz marschieren zu müssen, sowie einige der Stützen der ehemaligen “Salzseilbahn”, die das Salz über die Berge zur Eisenbahn-Verladung bei Swansea gebracht hatte. Leider haben Vandalen aus Zerstörungswut viele der hölzernen Seilbahnstützen zerstört, indem sie diese montan-historischen Artefakte einfach angezündet hatten. Die ehemalige Salzseilbahn nahm 1914 ihre Arbeit auf und wurde mit mehreren Unterbrechungen bis in das Jahr 1936 betrieben. Zur Zeit des Vollbetriebs hingen bis zu 286 Salzgondeln an den Seilen und lieferten 20 Tonnen Salz in der Stunde.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – April

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subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2018)


Im Juni letzten Jahres hatten wir einen Reisebericht über den Willis Creek veröffentlicht, einem Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument bei Cannonville in Utah. Dabei hatten wir geschrieben, dass im Willis Creek nicht rot oder orange als Farben vorherrschend sind, sondern die Gelbtöne bestimmend sind. An dem Tag, als wir diesen Canyon besuchten, zog ich rein zufällig meine gelbe Wanderhose und ein graues T-Shirt an, ohne zu wissen, welche Farben uns in der Schlucht erwarten werden. Und als wir einmal Reitern im Canyon Platz machen mussten, galt es auf die untersten Felsen zu klettern und dort solange mit unserer Ausrüstung zu warten, bis die Pferdekarawane vorbeigezogen war. Dabei fiel Marina auf, dass meine Bekleidung genau dem Farbton des Canyons entspricht. Das veranlasste uns diesen Farbgleichklang auch fotografisch fest zu halten. Als Model vor der Kamera agierend, entstand diese einmalige Aufnahme, wobei ich bewusst nicht in die Kamera blickte, sondern meinen Blick entlang der steilen Felswände schweifen ließ.
Aufnahmetechnik: CANON 7D mit einer Brennweite von 115 mm aus der Hand, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/125 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Gelbtöne angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Vernissage Menschenbilder 2019

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subject: “im Lichtschacht” (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018 / im Bild: Harald Polt / location: Geisterschacht, Lurgrotte Semriach)


So wie jedes Jahr veranstaltet das Atelier Christian Jungwirth zusammen mit der Innung der Berufsfotografen eine Ausstellung mit den besten Arbeiten steirischer Fotografen. Diese Ausstellung mit dem Titel „Menschenbilder“ wird am 16.März in Graz am Mariahilferplatz eröffnet und zieht dann im Laufes des Jahres durch viele steirische Gemeinden. Und was uns ganz besonders freut, dass auch wir dieses Jahr wieder mit einer Arbeit vertreten sind. Die Ausstellung befindet sich im Freien und ist für jeden rund um die Uhr zugänglich.


Nun zu unserer Aufnahme:
Ähnlich dem Fotopionier Charles Waldack, der als erster Fotograf 1866 Höhlen-Aufnahmen machte und dies in der über 600 km langen Mammut-Höhle im amerikanischen Bundesstaat Kentucky, so entstand unsere Aufnahme mit dem Titel “im Lichtschacht” in der Lurgrotte bei Semriach. Als Blitzlicht verwendete Charles Waldack damals, wie zu dieser Zeit üblich, metallisches Magnesium angereichert mit Schießpulver, was eine sehr explosive und gar nicht ungefährliche Mischung ergab. Im Gegensatz zu Charles Waldack verwenden wir heute über Funk getriggerte Systemblitze, aber ein bisschen angelehnt an das Pioniertum vor mehr als 150 Jahren, ist es auch bei uns metallisches Magnesium, das beim Blitzen zum Einsatz kommt, dieses jedoch eingebettet in die reine Sauerstoff-Atmosphäre großer Blitzbirnen mit Lichtströmen bis zu 150.000 Lumen pro Sekunde. Und so wie Charles Waldack von der unterirdischen Welt fasziniert war, sind auch wir seit je her von dieser Art der Fotografie im “lichtleeren Raum” begeistert. So freuen wir uns jedesmal sehr, wenn wir neben unserem klassischen fotografischem Business in Höhlen und historischen Bergwerken fotografieren können. Und so wie die Pioniere der Fotografie vor langer Zeit sich mit ihrem überdimensionalem Gepäck auf den Weg machten, rücken auch wir gleich einer Expedition aus, wenn es in die Unterwelt geht und obwohl Kameras in Summe kleiner geworden sind, sind unsere Gepäckstücke trotzdem um nichts geringer als das Expeditionsgepäck vor 150 Jahren.


Die Aufnahme entstand in einem 20 Meter tiefen Seitenschacht des Geisterschachtes, den wir mit Systemblitzen punktuell ausleuchteten und wodurch das Farbenspiel des Gesteins im Licht erst zur Geltung kam. Vor diesem aufgehellten Schacht – oder Lichtschacht – seilte sich unser “Model”, der Höhlenforscher Harald Polt, nachdem er zuvor Bohrhaken zur Seilsicherung angebracht hatte, in die Tiefe und ich begleitete ihn dabei mit der Kamera. Dieses Lichtspiel ließ uns dieser Aufnahme den Titel “im Lichtschacht” geben.


Damit dieses fotografische Projekt zustande kommen konnte, gilt unser ganz besonderer Dank dem Landesverein für Höhlenkunde in der Steiermark (www.lvhstmk.at) und dabei ganz besonders dem Höhlenforscher Harald Polt, der sich als “Model” zur Verfügung gestellt hatte, sowie dem Besitzer der Lurgrotte Semriach (www.lurgrotte.at) Andreas Schinnerl für die selbstlose Unterstützung.
 
Es würde uns ganz besonders freuen viele Freunde, Unterstützer und auch Kunden begrüßen zu dürfen.

Ort: Mariahilferplatz, Graz
Termin: Samstag, 16.März 2019, 11 Uhr

 

Inhalt und Foto: copyright by book-and-picture

Corona Mine

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Bergbau-Gleisanlage, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


1899 als Gem Mine eröffnet, liegt dieser ganz besondere Bergbau in einem teilweise saftig grünen, jedoch sehr versteckten Canyon der sonst trockenen und wüsten Panamint Mountain Range des Death Valley National Park. Eine ganze Reihe von alten Bergwerks-Artefakten und eine zum Teil erhaltene Gesteinsmühle laden hier den Besucher zum Erkunden ein. Das Kriterium, um die Corona Mine zu erreichen, ist jedoch die Zufahrt. Eine wilde und mit teils großen Steinen übersäte und teilweise auch nicht mehr vorhandene Strasse führt zu diesem Bergbau. Ein “echtes” Geländeauto, große Bodenfreiheit, Allrad ohne Differential im Zwischengetriebe und fahrerisches Geschick sind die Voraussetzung, um die 10 km lange Fahrt zu meistern. Hier scheiden definitiv alle SUVs aus, auch wenn es sich um die BMW X5s oder die Porsche Cayennes handelt, zu gering ist deren Bodenfreiheit und zu viel ist deren Antriebsstrang für die Asphalt-Pisten ausgelegt. Wer aber trotzdem auf ein derartiges Abenteuer nicht verzichten möchte, der findet in Furnace Creek im Death Valley eine kleine, aber feine Autoverleihfirma, die tageweise Geländeautos vermietet.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste des Gesteinsmühlen-Antriebs, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Der Bergbau wurde bis hinein in die 1980er Jahre betrieben und wie aus Aufzeichnungen ersichtlich, erstreckt sich unter der Oberfläche ein weit ausgedehntes Netz an Stollen, Strecken und Schächten, in denen Gold, Silber, Blei und Zink abgebaut wurden. Die wenigen noch offenen Stolleneingänge wurden heute mit Fledermausgittern verschlossen, um den Tieren ein störungsfreies Überwintern zu ermöglichen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste einer Seilwinde, Corona Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Herausragend ist eine in die Enge des Canyons aus Holz gebaute „Stamp Mill“ mit einem intakten Erzkasten, einem leider herunter gebrochenen Stampfwerk, einem Holzturm und einem Dieselnmotor mit dessen Hilfe die Mühle angetrieben wurde. Durch den Canyon murmelt ein kleines Bächlein, wodurch es einen dichten grünen Bewuchs gibt und die Frösche quaken. Dazwischen immer wieder gelb lackierte Bergbaumaschinen, die einen herrlichen Kontrast zum Grün der Pflanzen geben.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – März

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subject: Leprechaun Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Den Leprechaun Canyon haben wir schon einige Male in unseren Newsletter beschrieben, war er doch am Titelbild des diesjährigen Kalenders. Mit seinen hohen Seitenwänden und dem anfänglich noch straßenbreiten Aussehen, vermutet fast niemand, dass sich dieser Canyon nach einigen hunderten von Metern zu einem richtigen Slot verengt. Massiver und in diversen Gelb- und Brauntönen gebänderter Sandstein, sowie die kleinen Wasserlöcher erzeugen für den Betrachter einen Ort der Ruhe, laden zum Rasten ein und lassen die rundherum herrschende Hitze vergessen. Für den Fotografen sind es die, wie an einer Perlenschnur gereihten Wasserlöcher, die faszinieren und die dem Bild Dynamik verleihen, geben sie doch dem Betrachter eine imaginäre Linie vor, die hinein in den Canyon führt. Diese Szenerie wiederholt sich mehrmals auf dem Weg in das Innere des Canyons und fasziniert hinter jeder Biegung wieder aufs Neue. Für die Mystiker unter Euch, mag ja der Canyon vielleicht wirklich der Wohnort jenes Kobolds sein, dem Canyon seinen Namen verdankt und der auf diese Weise die Besucher anlockt, um nach dem verborgen Schatz zu forschen.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet, Lee-Polfilter, Belichtung: 1/4 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2019 – America’s Southwest – Februar

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subject: Upper Antelope Canyon, Page, Arizona, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2018)


Wenn man über Slot-Canyons spricht, oder an solche denkt, dann assoziieren viele Menschen diesen Begriff mit den Antelope Canyons in der Nähe von Page in Arizona. Als Privateigentum der Navajo Indianer, sind die Canyons nur mit indianischen Führern zu besichtigen und sind ein Beispiel für den ausartenden Massentourismus dieser Gegend. Diese einzigartigen Schluchten wurden über viele Jahrtausende durch Wind, Wetter und vor allem Wasser geformt und ihre Farbenpracht ist einzigartig. Der Sand, der als einer der Baumeister dieser Schluchten verantwortlich zeichnet, wird auch gerne von den Indianern auf die Felsen geschaufelt, um ein Wasserfall-Feeling zu erzeugen. Wer schnell ist, seine Kamera und sein Stativ einsatzfähig hat, der kann dieses wenige Sekunden andauernde kleine Spektakel fotografieren.
Aufnahmetechnik: CANON 7D bei 18 mm Brennweite, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet, Hoya-Polfilter, Belichtung: 2,5 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel mit direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Skidoo – das Gold-Bergwerk

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Skidoo Mine, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Im Januar 1906 entdeckten 2 Goldsucher ein Goldvorkommen in der sogenannten Panamint Mountain Range, einer Gebirgskette, die sich an der Westflanke des Death Valley erhebt. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich aus dem einfachen, aber Erz-reichen Bergwerk eine riesige Bergbaustadt, in der mehr als 400 Menschen lebten und arbeiteten. Ursprünglich unter dem Namen „Golden Eagle Claim“ geführt, wurde der Name in Skidoo geändert. Skidoo war der Bergbau selbst, Skidoo war die Stadt, Skidoo war das Postamt, Skidoo war einfach alles. 4 Saloons, 3 Restaurants, General Store, Bäckerei, Fleischmarkt, Friseure, Wäscherei, eine eigene Zeitung, eine eigene Bank und jede Menge anderes Geschäft wurden betrieben. Neben dem eigentlichen Bergwerk war die Aufbereitungsanlage für das Florieren von Skidoo von entscheidender Bedeutung, denn diese zerkleinerte das Erz und bereitete dieses für die Schmelzöfen vor. Da diese Gesteinsmühle mit Wasserkraft betrieben wurde, es jedoch keine ausreichenden Quellen in der näheren Umgebung gab, bauten die Betreiber von Skidoo sogar eine eigene Wasserleitung. Diese brachte das Wasser aus dem 40 km entfernten Birch Springs. Heute ist die Gesteinsmühle das Einzige, was nach dem Niedergang von Skidoo im Jahr 1917 übrig geblieben ist. Die Wasser-Pipeline wurde abgebaut, verkauft und im nahen Trona wieder aufgebaut. Die Gebäude der einstigen Stadt standen noch viele Jahre, verschwanden dann aber in den 70er Jahren. Man vermutet, dass sie von der Nationalparkverwaltung des Death Valley National Parks abgerissen wurden.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gesteinsmühle (stamp mill / Pochwerk), Skidoo, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gesteinsmühlen-Nocken-Antrieb, Skidoo, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Von besonderem Interesse sind bei vielen Besuchern dieser alten Bergwerke die Gesteinsmühlen oder „stamp mills“. Bei uns unter dem Begriff Pochwerk oder Stampfmühle bekannt, dienten sie zur Zerkleinerung des aus dem Berg gewonnen Roherzes oder auch als Hauwerk bezeichnet. Dieses wurde meist mit Grubenhunten gefördert und in einen Erzkasten oder Erzbunker (ore bin) gekippt, der sich direkt über dem Pochwerk befand. Das Pochwerk bestand aus mehreren schweren Stempeln, die mit Hilfe einer Nockenwelle angehoben wurden und anschliessend auf das darunter liegende Erz herunterfielen. Die Stempel hatten unten dort wo sie auf das Erz trafen Verstärkungen, die sogenannten Pochschuhe und das Erz selbst lag auf einer ebenfalls harten und festen Unterlage, der Pochsohle. Bei vielen der „stamp mills“ im Death Valley sind nur mehr die hölzernen Gerüste vorhanden, die sogenannten Pochstühle, in denen sich die Pochstempel bewegten. Der Rest wurde oftmals abgebaut, um an einem anderem Ort wieder Verwendung zu finden, oder sind dem Zahn der Zeit oder dem Vandalismus zum Opfer gefallen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gesteinsmühle (Ansicht 2018), Skidoo, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Relikte aus der Betriebszeit, Skidoo, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Die Skidoo Stamp Mill verfügt über 15 Pochstempel und ist heute noch in einem guten Zustand, wenngleich nicht mehr einsatzfähig. Die Außen-Fassade der einstigen Mühle ist heute fast zur Gänze verschwunden, die Erzkästen, die Pochstempel und auch die Cyanidbehälter, in denen das Gold auf chemischen Wege aus dem Gestein gezogen wurde, sind noch vorhanden, jedoch nagt an ihnen der Zahn der Zeit. Verschwunden ist das Turbinenrad, das die Mühle antrieb, genauso wie viele andere Dinge.

 

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Harrisburg – wie alles begann

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Harrisburg “Ghosttown”, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Harrisburg ist eine der kleinen Geisterstädte im heutigen Death Valley National Park, die auf den an vielen Orten betriebenen Goldbergbau zurück gehen, der im frühen 20.Jahrhundert in dieser Gegend betrieben wurde. Heute fast zur Gänze auf asphaltierten Straßen erreichbar, beherbergte die Ansiedlung während ihrer Blütezeit an die 300 Personen. Im Gegensatz zum nahen Skidoo war Harrisburg jedoch immer nur eine reine aber große Zeltstadt, sieht man von den aus Holz gezimmerten Gebäuden der beiden Gründer von Harrisburg ab. Harrisburg war der Ort, von dem aus Gold aus Bergwerken mit Namen wie „Cashier mine“, „Eureka Mine“ und „Napoleon mine“ gefördert wurde, um anschließend in der nahen „Cashier mill“, einer Gesteinsmühle aufbereitet zu werden.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Harrisburg “Ghosttown”, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Eureka Mine, Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Cashier Mill, Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Harrisburg präsentiert sich heute in einem ärmlichen Zustand und es scheint, dass von Seiten der Parkverwaltung auch keine erhaltungs-fördernden Maßnahmen durchgeführt werden. Sowohl das ehemalige Wohnhaus von Peter Aguereberry, einem der Entdecker dieser Goldvorkommen, als auch das daneben befindliche ehemalige Gästehaus werden irgendwann in sich zusammenbrechen, so die Gebäude nicht bereits zuvor dem Vandalismus der Ich-Gesellschaft zum Opfer gefallen sind, die aus reinem „Fun“ Löcher in die Fassade rissen. Ganz besonders deutlich wird dies beim 200 Meter von den Häusern liegenden Autowrack, das aggressiven Touristen als Zielscheibe für ihre Schießübungen dient, oder als cooler Tanzboden, um das Fahrzeugdach einzudrücken.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wrack eines Buick Roadmaster (Baujahr 1948), Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kalender 2019 – America’s Southwest – Januar

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subject: Toadstool Hoodoos, Paria Rimrocks, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2016)


Hoodoos gehören zu den außergewöhnlichsten Felsformationen des amerikanischen Südwestens und sind genauso geheimnisvoll, wie auch ihr Name. Ursprünglich Teil eines geschlossenen Sediment-Plateaus, dann durch Erosion so ausgewaschen, dass nur mehr einzelne Türme und Nadeln des einstigen Plateaus stehen geblieben sind, dann noch einen massiven Felsblock auf der Spitze scheinbar balancierend, sind Hoodoos merkwürdige Felsgestalten. Oftmals weit über 10 Meter hoch, manchmal einzeln, dann fast einen ganzen Wald bildend, sind sie Anziehungspunkt für viele Reisende und Fotografen. Die Toadstool Hoodoos in den Paria Rimrocks zwischen Kanab in Utah und Page in Arizona sind ein Ort, wo Hoodoos die Hauptattraktion sind und der heute im Zeitalter des ungebremsten Massentourismus noch nicht überlaufen ist. Scheinbar als Park zu klein, die berühmten Antelope Canyons zu nah und auch die Ausschilderung zu unscheinbar, verirren sich hier bei weitem nicht so viele Touristen, als zu anderen Orten. Wer die halbe Stunde Wanderung in Angriff nimmt, der wird jedoch fürstlich belohnt, so einzigartig ist diese Gegend.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet und Optik nach unten geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtung: 1/80 Sekunden bei Blende 8, wolkenloser Himmel mit direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture