Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Mai

Kalender 2018-05

subject: Oberer Kaskadenfall, Bärenschützklamm bei Mixnitz, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Das Frühjahr hat für Fotografen seinen ganz speziellen Reiz, vor allem wenn es darum geht, Laubwälder und Grünpflanzen zu fotografieren. Das Grün der Bäume ist im Mai heller und hat einen gewissen Gelbanteil. Landläufig als Maigrün bezeichnet, leuchten auch im Grazer Bergland die grünen Karstlandschaften im Gegenlicht in dieser, für das Frühjahr, so speziellen Farbe. Grund für diese gelbgrüne Farbe ist der im Frühjahr sehr hohe Anteil von Carotinoiden in den Blattstoffen, die die jungen Blätter vor der Zerstörung durch die Photo-Oxidation wie eine Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor schützen. Erst wenn im Laufe des Jahres der Anteil an Carotinoiden sinkt, erhalten die Blätter das typische saftige Dunkelgrün.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 24 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Hoya-Polfilter, Belichtungszeit: 0,6 Sekunden, heiterer Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – April

Kalender 2018-04

subject: Oberer Kaskadenfall, Bärenschützklamm bei Mixnitz, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Als ein Vorbote auf die wärmeren Tage mit ihrem saftigem grün zeigt das April-Bild unseres Kalenders die Wasserspiele des Oberen Kaskadenfalls in der unteren Bärenschützklamm. Von vielen Besuchern der Klamm unbeachtet, liegt dieser Wasserfall etwas abseits des klassischen Wanderweges. Wer sich trotzdem die wenigen Minuten für dieses Abstecher Zeit nimmt, der darf ein wahres Kleinod mit grünem Moos, einem kleinem Steg und sprudelndem Wasser genießen.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet und für eine durchgehende Schärfe getiltet, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 1,0 Sekunden, heiterer Himmel während der fortgeschrittenen Morgendämmerung, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

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Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – März

Kalender 2018-03

subject: Unterer Badlgraben, Tanneben, Badl bei Peggau, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)

 


Das März-Bild unseres Kalender steht heute im krassen Gegensatz zu dem, wie sich die Natur derzeit im Grazer Bergland präsentiert. Aber als ein kleiner Vorgeschmack auf die wärmere Jahreszeit zeigt diese Aufnahme einen der vielen kleinen Wasserfälle im Unteren Badlgraben bei Peggau. Namenlos und versteckt hinter Felsen ergießt sich hier ein Teil des durch den Badlgraben fließenden Baches über eine kleine Felsstufe.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet und für eine durchgehende Schärfe getiltet, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 1,0 Sekunden, heiterer Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

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Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Februar

Kalender 2018-02

subject: Mixnitzbachfall, Bärenschützklamm bei Mixnitz, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Wer von Mixnitz aus in die Bärenschützklamm wandert, der kennt sicher jenen großen Wasserfall, der nach 10 Gehminuten von der ersten massiven Brücke aus zu bewundern ist, denn hier donnern in der Regel ungeheure Wassermengen über eine Geländekante. Diese Wassermassen erzeugen einen tosender Lärm, es sprüht die Gischt und der Betrachter erfährt fast hautnah, was Naturgewalten sein können. Es gibt aber auch Zeiten, da sind die Wassermengen gering und braune Felsen und grüne Moose werden sichtbar. So eine Zeit ist die ausklingende Winterzeit, die Zeit bevor die Schneeschmelze einsetzt und die Zeit, wenn nur vereinzelt Personen die Klamm besuchen. Und genau an so einem Tag entstand diese Aufnahme. Dazu bedarf es jedoch nahe an den Wasserfall zu gelangen und sich einen Standort im knie-hohen kühlen Nass zu suchen. Wer hier Watstiefel besitzt ist im Vorteil, denn kaltes Wasser und niedrige Aussentemperaturen lassen einen schnell auskühlen.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 1,0 Sekunden, heiterer Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Fokus-Stacking, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Bärenschützklamm im Winterkleid

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Mixnitzbachfall, Untere Bärenschützklann, Grazer Bergland


Wer von Mixnitz aus in die Bärenschützklamm wandert kennt sicher jenen großen Wasserfall, der nach 10 Gehminuten von der ersten massiven Holzbrücke aus zu sehen ist. In den Sommermonaten donnern hier Wassermassen mit lautem Tosen über die felsige Geländekante. Wer sich jedoch in der kalten Jahreszeit hier auf den Weg macht, der hat – heute zwar schon eher selten – die Chance diesen Wasserfall zu Eis erstarrt zu sehen.

 

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Mixnitzbachfall, Untere Bärenschützklann, Grazer Bergland



Um dem gleich einem eisigen Schloss gleichendem Gebilde näher zu kommen, ist es notwendig unmittelbar nach der Brücke hinab zu steigen. Wenige Meter danach steht man dann vor der eisigen Pracht.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld

Kalender 2018 – Wilde Wasserwelten im Grazer Bergland – Januar

Kalender 2018-01

subject: Oberer Badlgraben, Tanneben, Badl bei Peggau, Grazer Bergland (photographer: Arpad Kunzfeld, 2017)


Wenige Kilometer nördlich des Ortes Peggau im Murtal mündet ein enger und finsterer Graben ins Murtal: der Badlgraben. Und für viele Menschen heute nicht mehr vorstellbar, vor mehr als 40 Jahren führte durch diesen schluchtartigen Einschnitt eine Strasse, die Semriach mit dem Murtal verband. Diverse Hochwässer hatten jedoch die einstige schmale Strasse zur Gänze zerstört und nur mehr ganz wenige Stellen erinnern daran, dass hier einmal Autos fuhren. Heute selten besucht, voll mit seltsamen Farnen, die an Urzeiten erinnern, ist dieser enge Graben übersät mit kleinen Wasserfällen und bemoosten Felsblöcken – ein Eldorado für Landschaftsfotografen.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ horizontal ausgerichtet und Optik geshiftet, Lee-Polfilter, Belichtungszeit: 1,6 Sekunden, stark bewölkter Himmel, Fokus-Stacking, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Winterschlaf

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Kleine Hufeisennase, Blei-Silber-Bergbau Übelbach / Lesser Horseshoe bat, ancient led-silver mine Uebelbach, Styria


Noch bevor in unseren Gegenden die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, ist es für Fledermäuse an der Zeit ihre Winterschlafplätze aufzusuchen. Und wer dann in Höhlen steigt und alte Bergwerke befährt, der kann erleben, wie sich die Tiere kopfüber hängend auf den langen Schlaf vorbereiten, indem sie sich in ihre Hautflügel gleich einem Mantel einwickeln.


Eine bei uns in Österreich am häufigsten vorkommende Art dieser extrem nützlichen Tiere ist die „Kleine Hufeisennase“. Nur knapp über 4 cm groß, mit einer Flügelspannweite um die 25 cm, sich hauptsächlich von Insekten ernährend, hält sie von Oktober bis in den März hinein ihren Winterschlaf. In Österreich auf der Liste der gefährdeten Tiere hat sich der Bestand dieser kleinsten europäischen Fledermausart in den letzten Jahrzehnten stark reduziert, da einmal die Rückzugplätze der Tiere immer geringer werden und die Tiere auch immer wieder während ihres Winterschlafes gestört werden. Diese Störungen gehen sogar soweit, dass die Tiere verhungern.


Diese Aufnahme entstand, als sich die Tiere begannen auf ihre Winterruhe vorzubereiten und ihre Körperfunktionen noch nicht reduziert hatten. Aufgenommen mit einem 100 mm Makro-Objektiv und einem entfesseltem seitlichem Systemblitz. Eine der Herausforderungen bei der Fotografie von ruhenden Fledermäusen ist das korrekte Fokussieren auf Grund der Örtlichkeit. Was Kameras üblicherweise bei noch schwachen Lichtverhältnissen perfekt können, funktioniert im Reich der absoluten Dunkelheit jedoch nicht. Und die Abhilfe des Ausschaltens des Autofokus und anstelle dessen ein manuelles Fokussieren funktioniert ebenfalls nur dann, wenn der Fotograf etwas sehen kann – und dies ist im „lichtleeren Raum“ nicht möglich. Der Ausweg durch ein Beleuchten der Tiere mit einer starken Taschenlampe, um in Ruhe zu fokussieren, ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da dieses Dauerlicht die Tiere unnütz in Stress versetzt. Deshalb nutze ich eine Methode, bei der ich die Kamera auf dem Stativ wegdrehe, die Entfernung zum Tier zuvor messe und einen gleichen Entfernungs-Punkt an einer abgewandten Stelle suche. Diese Methode ist effizient, geht schnell, wenn man gelernt hat in dunkler Umgebung zu hantieren und setzt die tierischen Fotomodelle nicht in Stress. Gute Kenntnis über Lichtführung in der absoluten Dunkelheit sind zum Schluss noch der Schlüssel dafür, mit einem „Schuss“ die gewünschte Aufnahme zu erzielen.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld

 

 

Hoodoos – Felsnadeln in Pilz-Gestalt

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photographer: Marina Kunzfeld
subject: Toadstool Hoodoos, Paria Rimrocks, Grand Staircase Escalante National Monument, Utah, USA


Wer in den USA am Highway 89 von Page in Arizona Richtung Westen fährt, der passiert nach 30 Meilen Autofahrt einen kleinen Parkplatz auf der rechten Seite der Straße. Ausgewiesen als „Toadstool Hoodoos Trailhead“ führt hier ein beschaulicher Wanderweg in ein Gebiet mit seltsamen Felsnadeln, auf deren Spitzen tonnenschwere Feldblöcke ruhen – sogenannte Hoodoos. Zuerst eben durch einen sich leicht windenden “Wash”, erreicht der Weg bald ein kleines Hochplateau, auf dem sich die ersten dieser Hoodoos befinden. Eingetaucht in braune und weiße und manchmal leicht gelblichen Farbtönen, stehen auf dieser Hochfläche Felsnadeln von knapp 1 Meter bis viele Zehnermeter Größe – eine Gegend der besonderen Art – eine Gegend der Felsnadeln in Pilz-Gestalt.

 
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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Paria Rimrocks, Grand Staircase Escalante National Monument, Utah, USA

 

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Long Necked Hoodoo, Paria Rimrocks, Grand Staircase Escalante National Monument, Utah, USA

 


Hoodoos entstanden durch die Erosion einer einst geschlossenen Fels-Ebene, die zuerst durch die kontinuierliche Verwitterung in einzelne große Quader zerteilt wurde. Da der Verwitterungsprozess unaufhaltsam weiter lief, wurden auch die Quader immer weiter zerteilt, bis letztendlich diese außergewöhnlichen Nadeln übrig blieben. Ihre typische Form mit den teilweise riesigen Felsblöcken auf der Spitze erhielten sie auf Grund der unterschiedlichen Härte der einzelnen Schichten, die unterschiedlich stark verwitterten. Hoodoos sind aus vielen Gegenden der USA bekannt, wobei die Region zwischen Page in Arizona und Kanab in Utah sicher zu den Gegenden mit den schönsten und ausgefallensten Exemplaren zählt.

 

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Toadstool Hoodoos, Paria Rimrocks, Grand Staircase Escalante National Monument, Utah, USA

 

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photographer: Marina Kunzfeld
subject: Toadstool Hoodoos, Paria Rimrocks, Grand Staircase Escalante National Monument, Utah, USA

 


Obwohl das Gebiet der „Toadstool Hodoos“ sich nur über wenige Quadratmeilen erstreckt und eher als sehr klein zu bezeichnen ist, lädt es doch zum stundenlangen Verweilen ein. Vor allem Fotografen finden hier viele außergewöhnliche Motive, angefangen von klassischen Hoodoos mit ihren felsigen Kopfbedeckungen, über ganze Geländestrukturen, die an Schokolade mit Zuckerguss erinnern, bis hin zu Steinskulpturen, die übergroßen Pilzen gleichen. Als wir dieses Gebiet besuchten waren bereits die Nachmittagsstunden angebrochen – ein optimaler Zeitpunkt für einen Besuch, denn vor allem im flachen Licht der Nachmittagssonne beginnen die Felsskulpturen zu besonders schön zu leuchten.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

The Wave – eine einzigartige Landschaft im Südwesten der USA

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photographer: Marina Kunzfeld
subject: “The Wave”, Coyote Buttes North, Paria Canyon, Arizona, USA


Ziemlich genau an der Grenze zwischen den beiden US-Bundesstaaten Utah und Arizona liegt auf dem Colorado Plateau eine atemberaubende Felsformation, die unter dem Namen “Wave” bekannt geworden ist. Bis 1995 quasi unentdeckt, war es der deutsche Naturfilmer Gogol Lobmayr, der in seinem Naturfilm “Fascinating Nature” erstmals die “Wave” filmte und damit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diese Felsformation lenkte. Heute mehr als 20 Jahre danach ist das Interesse dermaßen hoch, dass die amerikanischen Behörden sich gezwungen sahen, den Zugang zur Wave massiv zu beschränken. So wird es nur 20 Personen pro Tag gestattet diesen Teil des Colorado Plateaus zu besuchen und die Vergabe für ein Permit erfolgt dazu über ein Lotterie-System, zu dem sich teilweise bis zu 4000 Personen pro Tag anmelden. Wir von book-and-picture hatten bereits bei unserem ersten Versuch das Glück 2 der begehrten Permits zu erhalten.

  
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photographer: Marina Kunzfeld
subject: photographing araound the “The Wave”, Coyote Buttes North, Paria Canyon, Arizona, USA

 
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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Access to “The Wave”, Coyote Buttes North, Paria Canyon, Arizona, USA


Bei der Felsformation der Wave handelt es sich um versteinerte Sanddünen aus der Zeit des Jura, die sich über Jahre von Millionen verfestigt hatten und damit zu Sandstein wurden. Die kontinuierliche Erosion durch Wind und Wetter jedoch, arbeitete eine riesige Senke in die, aus rötlichem Navajo-Sandstein bestehende ehemalige Düne, die dem Gestein heute das Aussehen einer Welle gibt. Diese Felsen leuchten dazu noch in den verschiedensten Rot-, Orange- und Brauntönen und sind von feinen hellen Schichten und Schnüren durchzogen. Diese feinen Strukturen verstärken in der ausgewaschenen Mulde das Aussehen der Welle und daher ist diese Formation ein so begehrtes und einzigartiges Motiv für Fotografen jeglicher Art. Von Narzissten bewaffnet mit Handys, die ihre Selfies schießen bis hin zu mit schwerem Gerät ausgerüstete Landschaftsfotografen sind alle versammelt. Und dabei wandert man stundenlang durch die absolute Wildnis, ohne Handynetz, ohne Schatten spendende Bäume, bei Temperaturen jenseits der 30°, weglos und quer-fels-ein – fast untypisch für die Zeit von heute mit ihrer Schnelligkeit, aber auch Oberflächlichkeit. Man trifft Menschen aus allen Regionen der Erde, viele hetzend, einige wenige beschaulich und die Landschaft aufsaugend.

  
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photographer: Marina Kunzfeld
subject: Taking pictures, “The Wave”, Coyote Buttes North, Paria Canyon, Arizona, USA


  

Wir sind noch vor Sonnenaufgang los marschiert bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, immer mit gleichmäßiger Geschwindigkeit, Felsflanken überwindend, felsige Hochplateaus lange querend und zu aller Letzt über eine steile Sanddüne empor bis zu den Felsen der Wave. Es gibt keinen ausgetreten Weg, keine Markierungen, nur ein paar Fotografien, die die Ranger verteilen. Der Weg verlangt Orientierungssinn, oder Vertrauen in die erste Gruppe am Tag, der alle hinterher laufen. So waren es bei uns 4 Engländer, die uns folgten, dahinter 14 weitere Aspiranten, die die 20 vervollständigten. Und wenn man dann nach 2 Stunden die ersten Felsen erreicht, dann ist die Spannung und die Vorfreude am Maximum. Dann dauert es allerdings noch einige Minuten, denn die „Wave“ gilt es zu suchen – denn man sieht sie nicht gleich. Erst nachdem man die Senken der Mulde durchschritten hat und seinen Blick nach hinten wendet, dann ist sie da und in voller Pracht.

  
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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: “The Wave”, Coyote Buttes North, Paria Canyon, Arizona, USA

 

Das Gebiet rund um die Wave hat aber weitaus mehr zu bieten, als nur die Formation der Wave selbst. Wer sich aufmacht die Umgebung zu erkunden, der wird Felsen entdecken, die der Oberfläche eines Gehirns gleichen, der wird kleine Teiche und Tümpel finden, der wird Eindrücke sammeln, die ihresgleichen suchen. Der wird erleben, wenn die Nachmittagssonne alles in ein Goldgelb und Orange taucht, der wird die absolute Stille erleben, denn die anderen 18 Besucher sind oftmals bereits am Weg zurück und der wird Bilder mit nach Hause nehmen, seien sie nur im Kopf oder auf der Speicherkarte der Kamera zwischengelagert.

  
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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Brainrocks, “The Wave”, Coyote Buttes North, Paria Canyon, Arizona, USA

  

Heute gibt bereits jede Menge an Literatur über die Wave und vor allem über den Weg dorthin. Wer die Absicht hat die Wave zu besuchen, der tut gut daran diese Dinge vorab zu lesen. Der möge sich aber auch im Klaren sein, dass er unendliche Wildnis betritt, und die nächste menschliche Ansiedlung viele Stunden, wenn nicht sogar Tage entfernt ist und ein kleiner Unfall, bei dem man sich nur den Fuß verstaucht bereits große Auswirkungen haben kann. Man sollte sich auch im Klaren sein, dass man nicht nur um die Ecke geht, wie in den Supermarkt, sondern in eine lebensfeindliche Region eintaucht, die teilweise alpine Erfahrung voraussetzt, die eines geschulten Orientierungssinnes bedarf, auch wenn heute GPS wunderbar unterstützen kann und die eine exakte Planung inklusive Outdoor-Zeitmanagement notwendig macht. Menschen, die diese Fähigkeiten und diese Erfahrung nicht haben, die glauben „es wird schon irgendwie gehen“ denen sei geraten andere großartige Orte zu besuchen, derer es viele in dieser Gegend gibt, denn sie bringen sich und andere in Lebensgefahr.

  
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photographer: Marina Kunzfeld
subject: Landscape around “The Wave”, Coyote Buttes North, Paria Canyon, Arizona, USA

 

Zu aller Letzt noch ein paar Worte über Zeiten, Orte und Permits. Für einen Besuch der Wave gibt es nur eine Zeit, die nicht zu empfehlen ist und das sind die heißen Sommermonate mit Temperaturen jenseits der 30° oder 35° Celsius. Und als Ausgangsort ist die Kleinstadt Kanab im Bundesstaat Utah sicher die günstigste Variante, denn in Kanab befindet sich das Visitor-Center und dort werden auch die Permits verlost und ausgegeben. Von dort sind es dann knapp über 70 Kilometer bis auf den Wire-Pass, dem Ausgangspunkt für eine Tour zur Wave, wobei die letzten 15 Kilometer über eine teilweise lehmige Piste führen, die, wenn es regnet unpassierbar wird. Auf dem Wire-Pass gibt es dann einen eigenen Parkplatz. Alle dort abgestellten Fahrzeuge müssen registriert werden, egal wohin der Wanderer sich begibt. Besucher der Wave haben dazu ein eigenes Parkticket, das sie zusammen mit dem Wave-Permit erhalten haben und sind angewiesen, dieses Ticket sichtbar im Fahrzeug zu hinterlassen. Alle anderen, die beispielsweise in den Wire-Pass Slot-Canyon oder in die Buckskin Gulch wollen, füllen ein eigenes Parkticket aus, das sie am Parkplatz erhalten. Zusätzlich liegt ein „trail head registration book“ auf, in das sich jeder mit Namen, Ziel und Fahrzeug-Kennzeichen einträgt, damit die Ranger wissen, wer wohin unterwegs ist. Ein Freund von uns ist Ranger und überprüft diese Angaben und überwacht das Gebiet. Meist irgendwo versteckt, nicht nur mit dem Fernglas bewaffnet, überwachen er oder seine Kollegen die Gegend, denn das Gelände ist extrem weit einsehbar und jeder Besucher muss sein weit leuchtendes Permit deutlich sichtbar außen auf dem Rucksack tragen. Nur so kann im Notfall geholfen werden und Nichtzahler abgefangen werden, wobei der nachträglich zu zahlende Preis des Permits dann von ursprünglich ein paar Dollar auf ein paar Tausend Dollar ansteigt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

May Green

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Ober Kaskadenfall, Bärenschützklamm / upper cascade fall, Bärenschützklamm, Styria


Das Frühjahr hat für Fotografen seinen ganz speziellen Reiz, vor allem wenn es darum geht, Laubwälder und Grünpflanzen zu fotografieren. Das Grün der Bäume ist im April und Mai heller und hat einen gewissen Gelbanteil. Landläufig als Maigrün bezeichnet, leuchten auch im Grazer Bergland die grünen Karstlandschaften im Gegenlicht in dieser, für das Frühjahr, so speziellen Farbe. Grund für diese gelbgrüne Farbe ist der im Frühjahr sehr hohe Anteil von Carotinoiden in den Blattstoffen, die die jungen Blätter vor der Zerstörung durch die Photo-Oxidation wie eine Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor schützen. Erst wenn im Laufe des Jahres der Anteil an Carotinoiden sinkt, erhalten die Blätter das typische saftige Dunkelgrün.


Diese Aufnahme entstand im Bereich des Oberen Kaskadenfalls in der Bärenschützklamm bei Mixnitz. Und Obwohl die letzten Monate fast keinen Niederschlag gebracht haben und sich das ganze Land ausgetrocknet und staubig zeigt, scheint die Quelle des Kaskadenfalls nicht zu versiegen. Gespeist aus unterirdischen Wasserläufen des „Grünen Karst“ liefert diese Quelle auch während den trockenen Jahreszeiten Wasser, das sich in 2 Kaskaden in den Mixnitzbach ergießt.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld

red power of nature

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: “Wurzelkraft von oben”, Horkbaue, Blei-Silber-Bergbau Großstübing, Steiermark / “red root power”, Hork adit, lead-silver mine nearby Großstübing, Styria


Eine Befahrung der alten Horkbaue bei Großstübing ist immer wieder ein Erlebnis. Schon der Einstieg ist eine Herausforderung, gilt es nicht eben in einen alten Stollen zu steigen, sondern sich fast senkrecht in die Tiefe abzuseilen. Und was die Natur dort im Reich der Dunkelheit zu bieten hat ist einfach einzigartig. Angefangen von Sinterbecken, Höhlenperlen, kleinen Tropfsteinen bis hin zu versinterten Verbrüchen und engen alten Förderstrecken.


Eine Besonderheit sind jedoch Wurzel-Enden, die in den oberflächennahen Bereichen des alten Bergbaues von der Stollendecke hängen. Hier haben Pflanzen ihre Wurzeln durch enge und lehmige Klüfte gezwängt, bis die Wurzelspitzen die Bergwerksstollen erreichten. Was wie Krabbenbeine aussieht sind fast 10 cm langen Luftwurzeln, die im von hinten gerichteten Licht in oranger bis roter Farbe leuchten und an deren Wurzelspitzen funkelnde Wasser-Tröpfchen blitzen.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld

Making of zum Bild

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: “1 Klafter hoch”, Hertha-Stollen, Silber-Bergbau Großstübing / “6 feet high”, Hertha adit, ancient silver mine Großstübing, Styria


„Menschenbilder 2017“ – die diesjährige Leistungsshow der steirischen Berufsfotografen – läuft gerade am Grazer Mariahilferplatz und wir sind mit dem Bild „1 Klafter hoch“ dabei. Wie ist nun dieses Bild entstanden? Hier ist das “Making of”:


Das Foto mit dem Titel „1 Klafter hoch“ wurde in einem alten und bereits lange in Vergessenheit geratenen Bergwerksstollen des ehemaligen Silber-Bergbaues rund um Großstübing aufgenommen. Eine Location, die für viele Fotografen ungewöhnlich, wenn nicht sogar unmöglich erscheint. Absolute Dunkelheit, Schmutz, Feuchtigkeit, allerlei Getier, schmale und niedrige Gänge, teilweise kriechende Fortbewegung sind die “Widrigkeiten”, die es hier zu bewältigen gilt. Hier gelten die Gesetze der Studio-Fotografie nur in ihren Ansätzen, hier sind Lichtstimmungen das ein und alles, hier wird fast immer mit Shift-Optiken gearbeitet, hier gibt es erweiterte physikalische Gesetze. Und um genau solche Projekte erfolgreich umsetzen zu können erfordert es neben dem Beherrschen der fotografischen Technik in der absoluten Dunkelheit eine gute Planung, strukturiertes Arbeiten und eine sehr große Portion an Liebe und Wissen über diese Art von Unterwelt, innerem Feuer und Freude an der Fotografie.


Bereits die Vorarbeiten, damit überhaupt fotografiert werden konnte waren abenteuerlich. Es begann damit, dass das einstige Mundloch des Stollens fast zur Gänze mit Erdreich und Steinen verfüllt war und der Zugang in den Stollen unmöglich erschien. Es bedurfte daher zuerst einiges an Grabarbeiten, um den Eingang soweit frei zu legen, dass wenigstens ein Kriechen in das Stollensystem möglich wurde. Das bedeutete aber auch gleichzeitig, dass die gesamte fotografische Ausrüstung kriechend in den Stollen befördert werden musste. Und das war nicht wenig. Kamera, Objektive, mehrere Stative und Systemblitze, Funksteuerungen, Lichtformer und noch vieles mehr mussten unversehrt und sauber durch ein 50 cm mal 50 cm großes Loch im Waldboden geschafft werden. Und da ich diese Aufnahme ohne jegliche Assistenz durchführte, musste ich alles über unwegsames Gelände zum Stolleneingang transportieren, dort graben, um die Öffnung freizulegen, alles in das Stollensystem bringen und später noch als Model vor der eigenen Kamera agieren und als Fotograf hinter der Kamera arbeiten.


Diese ersten Arbeiten sind schweißtreibend und erfordern bei sehr engen Löchern vielleicht etwas an Mut, jedenfalls an Klaustrophobie sollte man nicht gerade leiden. Die nächste Herausforderung war es die richtige Motivposition zu finden. Hier kam mir die Tatsache zu Hilfe, dass ich diesen Stollen aus vergangenen Zeiten kannte, ich dort vor Jahren bereits fotografierte und daher bereits vorab planen und “scribbeln” konnte. Trotzdem sah es dann in der Realität etwas anders aus und da bedurfte es der Fähigkeit sich fertige Bilder vor dem geistigen Auge vorstellen zu können und die Kamera gleichsam im Blindflug in dem schmalen Lichtkegel einer Stirnlampe auszurichten. Und ab nun wurde es richtig interessant: Es galt nämlich Licht zu setzen und das Selbst-Einrichten vor der Kamera ohne einem Einstell-Licht und ohne echten Anhaltspunkten zu bewerkstelligen, denn die absolute Dunkelheit in einem Stollen oder einer Höhle ist schwärzer als die Nacht. Es bedarf viel an Erfahrung, einer speziellen Technik um sich Linien zum Ausrichten zu merken, viel an Improvisation und keine Scheu vor der Dunkelheit und dem scheinbar unwirtlichen Umfeld. Wie ein Schirennläufer sich den Kurs einprägt, der Balletttänzer seine Chorographie lernt ist es hier notwendig sich an Hand von Steinen am Boden Ausrichtungslinien sehr exakt zu merken. Denn nur kleine Abweichungen von dieser idealen Linie bewirken belichtungstechnische Fehler, vor allem dann, wenn Systemblitze gegen die Kamera gerichtet sind. Es bedeutete aber Reihen von Aufnahmeserien mit vielen voneinander ein klein wenig sich unterscheidenden Körperpositionen, um Lichtsäume und Lichtersterne optimal zu platzieren. Die Kamera immer über die Funkfernsteuerung ausgelöst, warm werdende Akkus von mehrfach gekoppelten Systemblitzen, tropfendes Wasser von der Decke, hin und her laufen zwischen dem eigenen Model-Standort und der Kamera zur Bildkontrolle, Morast unter den Fußsohlen, mit Lehm verschmierte Finger, die Kamera tunlichst nicht zu berühren sind die kleinen und bei der Untertagefotografie normalen Herausforderungen. Zu aller letzt galt es alles zusammen zu packen, nichts in der Dunkelheit zu vergessen, denn fotografische Ausrüstung ist dafür auf Grund der meistens schwarzen Farbe prädestiniert, alles wieder durch das enge Loch zu pressen und sich anschließend mit Freude an die Ausarbeitung der Bilder zu machen.


Zum Abschluss noch eine Zeile zum Titel: der Name „1 Klafter hoch“ geht auf des alte Längenmaß des Klafters zurück. Ein Längenmaß dass zur Zeit einer Maria Theresia bei uns gebräuchlich war und nach unserem heutigen metrischen System 1,89 Meter betrug. Die meisten dieser aus dem frühen 18.Jahrhundert stammenden Stollen wurden „1 Klafter“ hoch gebaut, sodass ein Bergmann aufrecht in einem Stollen stehen konnte. Auf der Aufnahme lässt sich dieses historische Stollen-Profil noch gut erkennen.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld

Vernissage Menschenbilder 2017

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Foto: Arpad Kunzfeld
Motiv: “Ein Klafter hoch”

 


So wie jedes Jahr veranstaltet das Atelier Christian Jungwirth zusammen mit der Innung der Berufsfotografen eine Ausstellung mit den besten Arbeiten steirischer Fotografen. Diese Ausstellung mit dem Titel „Menschenbilder“ wird am 11.März in Graz am Mariahilferplatz eröffnet und zieht dann im Laufes des Jahres durch viele steirische Gemeinden. Und was uns ganz besonders freut, dass auch wir dieses Jahr mit einer Arbeit vertreten sind. Einen ersten Eindruck von den ausgestellten Arbeiten findet ihr auch im Internet unter www.menschenbilder-graz.at. Die Ausstellung befindet sich im Freien und ist für jeden rund um die Uhr zugänglich.


Es würde uns ganz besonders freuen, dich/euch bei der feierlichen Eröffnung zu begrüßen.
Ort: Mariahilferplatz, Graz
Termin: 11.März 2017, 11 Uhr

 

Inhalt und Foto: copyright by book-and-picture

Zabriskie Point

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Foto: Arpad Kunzfeld, 2016
Motiv: Bandlands of Zabriskie Point, Death Valley National Park, California

 


Benannt nach dem ehemaligen Leiter der Pacific Coast Borax Company Christian Zabriskie ist der Zabriskie Point eines der touristischen Highlights im Death Valley National Park, das jedes Jahr von Millionen von Reisenden besucht wird. Fast unwirklich erscheint das von einer gelben Borax-haltigen Kruste geprägte Ödland, das eher an eine Mondlandschaft erinnert, als an etwas Irdisches. Und obwohl der Sonnenaufgang am Zabriskie Point mittlerweile bereits fast einen Kultstatus hat und vor allem viele junge Leute sich mit ihren Handy-Sticks vor der grandiosen Landschaft in Szene setzen, sind es die späten Nachmittagsstunden mit ihrem wunderbarem goldenen Streiflicht, die diese grandiose Landschaft gleicherer Massen zum Leuchten bringen.

 

Inhalt und Foto: copyright by book-and-picture

Sand Dunes

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Foto: Marina Kunzfeld, 2016
Motiv: Sandstorm over Mesquite Flat Dunes, Death Valley National Park, California

 


Das Death Valley an der östlichen Grenze des amerikanischen Bundesstaates Kalifornien gehört zu den ödesten und trockensten Landstrichen unseres Planeten und mit einer Fläche von 13.500 km2 entspricht es ungefähr der Fläche unseres Bundeslandes Tirol. Knapp 1% dieser riesigen Fläche sind Sanddünen, die bis zu 250 Meter in die Höhe ragen, wie die Eureka Dunes im Nordwesten des Detah Valley. Die Mesquite Flat Dunes nahe der kleinen Ansiedlung Stovepipe Wells erreichen zwar nicht diese Höhen sind aber deshalb nicht weniger schön. Langgezogene, breite Sanddünen mit Rippelmarken, niedrige Sträucher und Büsche von immergrünen Mesquiten, einer Unterfamilie der Mimosengewächse und Flächen aus getrockneten und weiß leuchtendem Lehm als Überbleibsel einstiger Wasserflächen machen diese Sanddünen einzigartig. Entstanden aus den zu Sand erodierten Felsen der umliegenden Canyons, durch den stetig blasenden Wind an die immer gleichen Orte transportiert und dort zu Dünen aufgehäuft, erscheinen sie im frühen Morgenlicht oder der späten Nachmittagssonne mit satten Farben und viel Licht und Schattenspiel. Ganz anders ist ihr Aussehen, wenn Sandstürme aufkommen. Dann taucht alles in ein weißes und seltsames Licht, die umgeben Berge sind auf einmal nicht mehr sichtbar und Sandfahnen spielen an den Graten der Dünen.

 

Inhalt und Foto: copyright by book-and-picture

Grüner Karst

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Ober Kaskadenfall, Bärenschützklamm / upper cascade fall, Bärenschützklamm, Styria


Viele von uns verbinden mit Karstlandschaften schroffe, öde und zerfurchte Einöden aus Kalkstein, gleißende Sonne, Trockenheit und Geruch von Thymian und anderen mediterranen Gewürzen. Abgeleitet vom slowenischen Wort „kras“, das für steinigen und nackten Felsboden steht, finden wir vor allem in Slowenien viele solcher Gegenden. Aber nicht nur in Slowenien, sondern an vielen anderen Orten dieser Welt gibt es Karstlandschaften, so auch vor unserer Haustür im Grazer Bergland. Der einzige Unterschied ist, dass die Karstflächen rund um Graz von riesigen Waldflächen überzogen sind und aus diesem Grund als „grüner Karst“ bezeichnet werden. Unter dieser manchmal Urwald gleichen Humusschicht befindet sich ebenfalls eine zerfurchte und schroffe Kalklandschaft. Und wie auch in anderen Karstlandschaften gibt es darunter Höhlen, Dolinen, unterirdische Flüsse, Karstquellen und Karsttäler. Durch diesen starken Bewuchs und das viele darin enthaltene Wasser und oberflächlich fließende Wasser gibt es an Steilstufen eine große Anzahl an Wasserfällen, Wasserkaskaden und Wasserschluchten.


Der obere Kaskadenfall ist ein nur wenige Meter hoher Wasserfall im Bereich der Bärenschützklamm bei Mixnitz, der sich in ein kleines darunter befindliches breites Becken ergießt. Um diese Wasserkaskade in seinen Proportionen abzubilden und seine mäßig Steilheit nicht zu verlieren wurde diese Aufnahme mit einem 90 mm Tilt-Shift-Objektiv fotografiert. Polfilter und eine leicht geneigte Objektivebene ermöglichten hier eine farbgetreue und durchgehende Schärfe der Aufnahme.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld

Kleine Bergkristalle ganz groß

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Bergkristalle, Burg Waldstein / rock crystals, castle Waldstein, Styria


In den Kalk- und Dolomitgesteinen des Grazer Berglandes gibt es Stellen, an denen sich Bergkristalle finden lassen. Natürlich nicht so groß, wie die Bergkristalle aus den Hohen Tauern oder Schweizer Bergen, die mit Längen von vielen Zentimeter und bis zu vielen Dezimetern Größe begeistern, dafür aber gleichermaßen schön. Die Kristalle im Bergland rund um Graz sind klein, wasserklar und oftmals leicht bräunlich eingefärbt. Ein derartiges Vorkommen gab es nahe der Burg Waldstein und die in Klüften sitzenden Kristalle erreichten Größen um die 5 mm.


Um Objekte mit einer Größe um die 5 mm, wie beispielsweise die Bergkristalle aus dem Grazer Bergland, Format füllend fotografieren zu können, reicht der Einsatz eines klassischen Makro-Objektives oftmals nicht mehr aus, da dieses mit einem Abbildungsverhältnis von 1:1 limitiert ist. Abhilfe kann hier der Einsatz von Zwischenringe schaffen, die zwischen Kamera und Objektiv eingesetzt werden und damit als „Auszugsverlängerung“ dienen. Damit lassen sich Abbildungsmaßstäbe um die 2:1 oder auch 3:1 erzielen und die kleinen Kristalle wachsen Format füllend an und bisher nicht sichtbare Strukturen und Details kommen plötzlich zum Vorschein.

 

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In der Enge einer Kluft

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Tropfstein-Kluft, Blei-Silber-Bergbau bei Deutsch-Feistritz / dripstone fissure, ancient led and silver mine near Deutsch-Feistritz, Styria

 

So manches altes Erzlager der Blei-Silber-Bergwerke im Bergland von Graz wird von schmalen Klüften durchzogen und ganz besonders bemerkenswerte Klüfte lassen sich in einem alten Stollen des ehemaligen Bergbaues bei Deutsch-Feistritz bewundern. Die knapp 20 cm breiten Felsspalten sind viele Meter tief und verlaufen geheimnisvoll in den Berg hinein. Obwohl keine Tropfsteinhöhle, sondern ein Bergwerksstollen, sind diese Klüfte mit Tropfsteinen besetzt, die in den engen Spalten gerade so viel Platz gefunden haben, dass sie wachsen konnten. Die leicht durchscheinenden Tropfsteine sind mit einer gelblichen Lehmschicht überzogen und leuchten wunderbar in einer von hinten platzierten Lichtquelle und die dabei entstehenden Lichtsäume lassen die Tropfsteine sich vom Hintergrund deutlich abheben.


Aber wie diese „Lichtquellen“ – die Blitze in die dunkle Kluft bringen, sie richtig zu positionieren und sie auch richtig in Bezug auf Leistung einzustellen? Da die Klüfte nirgendwo höher als 20 cm sind, die Tropfsteine im hintersten Teil der Kluft hängen und niemand in einen so engen Spalt zu kriechen vermag, kann nur mit Verlängerungsstangen gearbeitet werden, an deren Ende ein oder mehrere Systemblitze montiert werden. Es bedarf immer Einiges an Geduld, bis die Blitzleistung richtig gesetzt ist, bis der richtige Abstrahlwinkel der Reflektoren eingestellt ist und bis die richtigen Positionen gefunden sind. Hier findet kein Belichtungsmesser mehr Verwendung, hier muss probiert werden und auf Erfahrung zurückgegriffen werden. Für jede Änderung müssen die Blitze wieder herausgeholt werden und dabei verhaken sie sich manchmal an den Kluftwänden. Dann gilt es ruhig zu bleiben, nicht zu reißen, nicht zu ziehen, nicht zu drücken, sondern gleich einem Mikado-Spieler mit viel Gefühl und ruhiger Hand ein bis zu 4 Meter langes Aluminium-U-Profil mit einem Systemblitz samt Funkfernsteuerung an seinem Ende zu jonglieren. Sind die neuen Einstellungen gesetzt, dann heißt es zu hoffen die ursprünglichen Positionen wieder zu finden. Erschwerend kommt dabei noch die Dunkelheit hinzu, denn Helmlicht oder auch andere starke Lichtquellen leuchten meistens genau dort nicht hin, wo man sie benötigen würde. Viele der Felsspalten verlaufen steil nach oben, was Gelenkigkeit während der Aufnahme erfordert. Entweder am morastigen Boden liegend, mit verdrehtem Kopf kniend, oder in einer anderen ungewöhnlichen Position verharrend wird dann die Kamera für den finalen Schuss vorbereitet.

 

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Im lichtleeren Raum

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Unterer Carolus-Stollen, Silber-Bergbau bei Großstübing / Lower Carolus adit, silver-mine Großstübing, Styria

 

Untertage-Fotografie bei der man sowohl hinter der Kamera, als auch vor der Kamera steht ist eine besondere Herausforderung, vor allem dann, wenn man noch gleichzeitig auch als Assistent fungiert. Oder mit anderen Worten ausgedrückt, wenn man zur Gänze allein arbeitet. Einmal muss man massenhaft Ausrüstung über lange Strecken transportieren, denn die alten Stollen sind ja nicht neben einem Parkplatz sondern sind irgendwo in steilen und bewaldeten Gräben oder anderen unzugänglichen Gebieten. Und da sind es gleich einmal 15 bis 20 “Kilo”, die am Rücken hängen – neben der Kamera, Objektive, mehrere Stative, ein Duzend Systemblitze, Massen an Akkus, Fernsteuerungen, diverse Lampen von Karbid bis LED, Höhlenbekleidung und Entfernungsmessgeräte. Zum anderen ist es dann die Enge und Dunkelheit eines mittelalterlichen Bergwerks, die eine weitere Hürde darstellt – ein schmutziges, feuchtes, aber auch inspirierendes und abenteuerliches Foto-Studio auf Zeit. Es gibt nur den mitgebrachten Strom in Form von Akkus, Wasser kann über Knie hoch stehen, Wasser tropft auch von der Decke oder Firste, Stiefel und Stativbeine versinken im Morast, ein sauberer, weißer Reflektor wird in Minuten zu einer braunen Fläche, der Licht schluckt anstelle dieses zu reflektieren. Und wenn alles Licht abgedreht ist, dann sind auch alle Photonen dahin – es herrscht absolute Dunkelheit – “lichtleerer Raum”. In dieser Umgebung gilt es ein Motiv zu erfassen, eine Kamera auszurichten, auf einen in der Dunkelheit verborgenen Punkt scharf zu stellen, Licht zu setzen und noch als Model zu agieren. Man erspart sich zwar ein Model Release unterschreiben zu lassen, dafür erfordert es Einfallsreichtum in der eigenen Position vor der Kamera. Es gilt sich imaginäre Punkte und Linien zu merken, Systemblitze mit dem Körper geschickt abzudecken, trotzdem aber so viel Licht vorbei zu lassen, dass das mittelalterliche Flair erhalten bleibt. Man darf keine Angst vor Spinnen und Fledermäusen haben, auch nicht schmutzig zu werden, man muss nur die “Gerätschaft” schützen, unnötige Objektivwechsel vermeiden und es muss Spaß machen unter diesen erschwerten Bedingungen zu arbeiten.

Im Raum Großstübing nördlich von Graz gibt es noch eine relative große Anzahl von alten Bergwerksstollen, die meistens aus der Periode der Maria-Theresianischen-Rohstofferhebung stammen. Die meisten Stollen wurden um das Jahr 1750 angeschlagen und wurden bis in das frühe 19.Jahrhundert hinein betrieben. Meistens noch von Hand vorgetrieben führten diese Stollen teilweise um die 100 Meter und tiefer in den Berg mit dem Ziel Blei und Silber abzubauen. Einer dieser Stollen ist der Untere Carolus-Stollen bei Großstübing. Nur mehr wenige kennen seine Lage – so versteckt ist er im steilen waldigen Gelände – und ganz selten, dass ihn jemand befährt. Teile stehen unter Wasser, es tropft an allen Ecken und Enden und wer hier fotografiert muss vor allem seine Ausrüstung schützen. Lichtführung ist hier das besondere Thema, die  richtige Mischung, die die Stimmung “Bergbau” vermittelt. Es ist generell feucht und Stollenwände schlucken daher massiv viel Licht, sodass herkömmliche errechnete Blendenwerte meist um 3 oder sogar 4 Werte daneben liegen. Hier gilt es Systemblitze zu koppeln oder große Blitzbirnen einzusetzten. Hier gilt es zu improvisiren, zu probieren, hier ist nichts alltäglich. Selbst das Festlegen eines Bildausschnittes ist nicht einfach Kamera ausrichten, denn es ist absolut schwarze Nacht rundherum – lichtleerer Raum.

 

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Tropfsteine stehen senkrecht

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: “Riese”, Lurgrotte Semriach mit CANON 17mm Tilt-Shift Optik / “The giant”, Lurgrotte Semriach using CANON 17mm Tilt-Shift lens

 

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: “Piniengruppe”, Lurgrotte Semriach mit CANON 24mm Tilt-Shift Optik / “Pines group”, Lurgrotte Semriach using CANON 24mm Tilt-Shift lens

 

Die Lurgrotte bei Semriach ist eine unserer schönsten steirischen Tropfsteinhöhlen. Als aktive Wasserhöhle ist sie vor allem während richtiger Hochwasserperioden nicht ungefährlich, da ein sehr großer Teil der Entwässerung des Semriacher Beckens durch das Höhlensystem läuft und plötzlich ungeheure Wassermengen durch die Höhle fließen können. Als beste Zeit für Aufnahmen sind die Trockenperioden im Winter, da zu diesen Zeiten die Höhle trocken ist und der reduzierte Führungsbetrieb auch nicht gestört wird. Im Dezember hatten wir die Möglichkeit für den Betreiber der Semriacher Lurgrotte die Highlights aus dem klassischen Führungsbereich zu fotografieren. Wie bei einer Expedition aufgeplant, mit schwerem Gepäck am Rücken, verbrachten wir viele schöne Stunden in der Höhle. Dabei galt es die teilweise beeindruckend hohen Tropfsteine, wie beispielsweise den “Riesen” zu fotografieren. Wer hier ohne Shift-Objektive ausgerüstet ist, der hat das Problem die tatsächliche Steilheit, die Mächtigkeit und die Höhe der Tropfsteine nicht abzubilden zu können, denn sie scheinen alle nach hinten zu kippen. Zwar bieten Programme wie Photoshop perspektivische Korrekturmöglichkeiten an, jedoch geht dies immer zu Lasten der Bildauflösung und für Aufnahmen, die später auf Plakaten gedruckt werden sollen, ist diese Variante eine enorme Einschränkung. Die von uns am häufigsten eingesetzten Brennweiten sind dabei 17 mm und 24 mm – beide als Tilt-Shift Optik ausgeführt.

 

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Horkbaue

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Förderstrecke der Horkbaue bei Großstübing / Houling tunnel, Hork-mine, Großstübing, Styria

 

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Sinterbildungen in den Horkbauen bei Großstübing / Sinter, Hork-mine, Großstübing, Styria

 

In der Umgebung von Großstübing gibt es eine Reihe von alten Bergbau-Stollen, die viele hunderte Jahre alt sind. Ein solcher Bergbau befand sich unterhalb des ehemaligen Gehöftes Hork. Sein Mundloch ist total verbrochen, jedoch gibt es noch einen versteckten gesenkartigen Zugang, der in die ehemalige Silbergrube führt. Enge alte Strecken, sodass gerade ein Mann Platz hat, dunkle Schrägschächte, seltsame Sinterbildungen und teilweise Verbrüche machen es schwer die Fotoausrüstung in diese Unterwelt zu bringen. Als Belohnung gibt es dafür außergewöhnliche Aufnahmen.

 

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Die kleine Wasserwelt

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Foto: Arpad Kunzfeld
Motiv: Badlgraben nördlich von Peggau

 

Die Kalkfelsen des Grazer Berglandes bilden Karstlandschaften mit Höhlen und Schluchten mit Wasserfällen und seltenen Pflanzen. Eine derartige Schluchtbildung, die in unmittelbarer Umgebung zu einem der größten Bergbaue des Grazer Berglandes liegt ist der Badlgraben. Kaum besucht, mit seltenen Farnen bewachsen gibt es kleine Wasserfälle und glatte Felswände.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld