Himmel

Nächtliches Monument Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Milchstraße über dem Monument Valley, Navajo-Land, Grenzland zwischen Arizona und Utah, USA


Es ist um Mitternacht herum, als wir mit unserem indianischen Führer und ebenfalls Fotografen entlang der Grenze zwischen Utah und Arizona durch die stockdunkle Nacht fahren. Wir als Europäer wären hier ohne GPS-Unterstützung vollkommen verloren, so wenig lässt sich rundherum erkennen, so schnell würden wir in eine komplett falsche Richtung fahren. Als wir dann eine weite Ebene erreichen, können wir vor uns am Horizont die Silhouette verschiedener Felstürme erkennen. Wir bleiben stehen, bringen uns in Position, denn am südöstlichen Horizont ist bereits die Milchstraße über den Felstürmen rund um den „Totempfahl“ zu erkennen – ein einmaliges Schauspiel – eine einzigartige Gegend, tief im Land der Navajo-Indianer.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Sternenhimmel über dem “ear of the wind”, Monument Valley, Navajo-Land, südöstliches Utah, USA


An dieser Stelle eine kleine heitere Geschichte, die sich während der Vorbereitung für unsere Sternenfotografie ergab:
Möchte man die Milchstraße fotografieren, so ist es notwendig das Objektiv auch „unendlich“ zu fokussieren, denn die Sterne sind ja bekanntlich unendlich weit weg und wenn man nicht richtig fokussiert, so würden die Sterne auf dem Foto unscharf sein. Nur nachdem es bekanntlich in der Nacht dunkel ist, kann ein Kamera-Autofokus hier leider nichts ausrichten und der Fotograf muss dieses Fokussieren selbst und manuell durchführen. Unter normalen Bedingungen ja ganz leicht. Allerdings in der pechschwarzen Nacht des Monument Valley ist dies nicht so leicht, denn dort ist es so wie in einer Schauhöhle ohne Licht – man sieht einfach nichts und auf die kleinen Pünktchen am Himmel zu fokussieren ist fast unmöglich. Aus diesem Grund erledigt man diese Arbeit einfach am Tag und klebt den Einstellring des Objektivs mit einem Klebeband einfach fest. So machen es viele Astrofotografen und so war unser Plan.
Zu diesem Zweck parkten wir unseren Jeep entlang des viel befahrenen „Scenic Drives“ im Monument Valley, packten Kamera und Stativ aus dem Auto, stellten diese auf und suchten uns ein paar weit entfernte, unscheinbare Felsen als Ziel, um die „Unendlich-Einstellung“ vorzunehmen. Als wir so 1 oder 2 Minuten standen, kam plötzlich ein Auto mit Touristen, die Insassen sprangen heraus, zückten ihre Smartphones und fotografierten ebenfalls in die Richtung, in die unsere Kameras ausgerichtet waren. Das Schauspiel wieder holte sich wieder und wieder und kurzzeitig standen 10 Leute um uns herum und schossen Fotos mit ihren Smartphones und Tablets von den weit entfernten unscheinbaren Felsen.
Wir sprachen die Leute daraufhin an, warum sie auch dorthin fotografieren, denn dort sei ja gar nichts und wir erhielten als Antwort, dass wenn irgendwo in der Landschaft ein Fotograf stünde, der mit seiner Kamera und einem Stativ fotografiert, dann muss sich dort auch ein Motiv befinden, dass andere Menschen vielleicht nur nicht sehen – und so ist es sicher auch hier. Und als wir zu verstehen gaben, dass wir nur unsere Objektive „kalibrieren“, dann hieß es, dass man das nicht glauben kann, wir wollen nur nicht haben, dass sie hier fotografieren und wir wollen die Motive für uns alleine haben. Und auch auf die Frage, ob sie denn dort außer den unscheinbaren Felsen etwas sehen, dass es Wert wäre fotografiert zu werden hieß es, dass da sicher etwas sein muss, denn sonst wären wir ja nicht hier. Zu Hause werde man die Bilder genau analysieren. Wir wünschten jedenfalls viel Vergnügen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Mondfinsternis

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Mondfinsternis über der Steiermark,


Eine Sonnenfinsternis und auch eine Mondfinsternis sind ein besonderes Natur-Schauspiel, denn beide sind nicht alltäglich und wenn es zu so einem Ereignis kommt, dann ist dieses örtlich begrenzt. Diesmal waren die Europäer die Glücklichen, jedoch machte das Wetter in vielen Regionen dem Jahrhundert-Schauspiel einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Wolken verdeckten oftmals den Himmel und so konnten viele Menschen nur einen kurzen Augenblick den roten Mond bewundern.


Es gab aber noch weit aus mehr zu bestaunen, denn der sonst weiße Mond erschien im typischen rot des Mars und der nur wenige Fingerbreit darunter befindliche Mars leuchtete in der typischen weißen Farbe des Mondes – eine verkehrte Himmelswelt müsste man meinen. Und da es massig an Wolken und an Dunst in der Atmosphäre gab, hatten beide Himmelskörper einen starken „Hof“ und in manchen Augenblicken erschien der Mars sogar gleich groß, wie der Mond. Und was von vielen Menschen jedoch unbeobachtet blieb war, dass sich knappe 40° westlich des Mondes das obere Zentrum der Milchstraße zeigte – zu sehr zog die Mondfinsternis die Menschen in den Bann und zu kurz waren die Wolkenfenster, die den Blick auf unsere Galaxie frei gaben.


Was Astronomen gar nicht mögen ist, wenn durch thermische Turbulenzen in der Atmosphäre die Sterne scheinbar zu tanzen beginnen. Ein Effekt, der durch unterschiedlich dichte und durch sich laufend verändernde Luftschichten hervorgerufen wird. Dieser Effekt tritt vermehrt nach dem Durchzug von Störungsfronten auf und was manch einer in einer lauen Sommernacht als Blinken der Sterne beschreibt ist hier der große Bruder, der nicht nur blinkt, sondern die Sterne scheinbar bewegt. Seltsame und nicht kreisförmige Sternformen sind die Folge.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld