Historisches

Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – September

Kalender2020-09

subject: Cliff Palace, Mesa Verde Nationalpark, Cortez, Colorado (photographer: Arpad Kunzfeld, 2019)


Es ist die vielleicht bekannteste archäologische Stätte des amerikanischen Westens, wenn wir von Mesa Verde sprechen, der grünen Hochebene oder dem grünen Plateau, würden wir „mesa verde“ wörtlich aus dem Spanischen übersetzen. Eine Hochebene, die an ihren Flanken steil in die Canyons abstürzt und genau an diesen Stellen die außergewöhnlichsten Wohnstätten der einstig dort lebenden Anasazi Indianer beherbergte. 1888 von zwei Cowboys entdeckt und seit mehr als 40 Jahren UNESCO Weltkulturerbe, liegt der „Cliff Palace“ in einer riesigen Felsnische und in seinen Gebäuden mit den ungefähr 150 Räumen und 23 Kivas lebten im 13.Jahrhundert and die 100 Menschen. Als wir den Cliff Palace besuchten war es eine massive Kaltluftfront, die Ende Oktober einen ersten Wintereinbruch brachte und die die Nationalparkverwaltung veranlasste den Zutritt zu den Gebäuden aus Sicherheitsgründen zu sperren. Und so war es die gegenüber liegende Aussichtsplattform, die wir nutzen, um diese einmalige Siedlung zu fotografieren.
Aufnahmetechnik: CANON 5D SR vom Stativ, 45 mm Tilt-Shift Optik, Optik nach unten “geshiftet”, Belichtung: 1/200 Sekunde bei Blende 11, Lee-Filter-System mit Polarisationsfilter und Verlaufsfilter, wolkenloser Himmel bei tief stehender Sonne, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung angehoben und Bild optimiert.

 

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Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – August

Kalender2020-08

subject: Ballroom Cave, Comb Ridge, Cedar Mesa bei Blanding, Utah (photographer: Arpad Kunzfeld, 2019)


Im südlichen von Utah, nahe der kleinen Stadt Blanding befinden sich in der Comb Ridge der Cedar Mesa eine Reihe von außergewöhnlichen Ruinen aus der Zeit der Anasazi Indianer. Von den Amerikanern fälschlicherweise als Ballroom Cave oder zu Deutsch „Tanzboden Höhle“ bezeichnet, handelt es sich bei diesen Ruinen nicht um eine Höhle im eigentlichen Sinn, sondern um eine tiefe Felsnische, deren Zugang vor tausenden von Jahren durch einen Felssturz teilweise verschüttet worden ist. Sowohl am Schuttkegel selbst, als auch im hintersten und dunklen Teil der Nische hatten die Anasazi dann vor mehr als 800 Jahren ihre Gebäude errichtet. Ähnlich einer Höhlensiedlung, ist es die Dunkelheit des Ortes, die mystisch auf den Betrachter wirkt und es sind Fledermäuse, die heute dieses Reich der Schatten als Tagschlafplätze nutzen. Lediglich die Reste einer Mauer und die Andeutung einer Türöffnung erinnern heute an ehemalige Wohnstätten der Anasazi, in denen während der kalten Wintermonate das Wärme spendende Feuer brannte.
Aufnahmetechnik: CANON 5D SR vom Stativ, 17 mm Tilt-Shift Optik, Optik nach unten “geshiftet”, Belichtung: 1/4 Sekunde bei Blende 8, 3 Systemblitze mit orangen Konversionsfilter, Blitzköpfe gegen die Felsdecke gerichtet, seitliches Streulicht durch wolkenlosen Himmel bei tief stehender Sonne, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung angehoben und Bild optimiert.

 

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Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – Juli

Kalender2020-07

subject: Chetro Ketl Ruins, Chaco Canyon, New Mexico (photographer: Arpad Kunzfeld, 2019)


Weitab der üblichen Touristenströme und fast im Zentrum des Bundesstaates New Mexico gelegen, erwartet den Besucher des Chaco Canyons ein Gebiet mit über 800 Jahre alten Stadtanlagen der einstigen indianischen Pueblo-Kulturen. Nur über eine ruppige Piste erreichbar, die für tiefer gelegte Fahrzeuge zum Problem werden kann, ist der Chaco Canyon selbst kein klassischer und enger Canyon, sondern ein breites und sonnendurchströmtes Tal. Neben dem Pueblo Bonito ist es das „Chetro Ketl“, das zweitgrößte Pueblo dieser Region, dessen Grundmauer und Kivas heute noch erhalten sind und in dem in den über 500 Räumen weit über 2000 Menschen lebten. Das einstige sehr fruchtbare Tal ist heute Teil der Amerikanischen Halbwüstenlandschaft und als wir diese Gegend besuchten war es ein spätsommerlicher Kälteeinbruch, der die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt fallen ließ. Dicke Bekleidung, klamme Finger beim Fotografieren und tränende Augen erschwerten unsere Arbeit hinter der Kamera.
Aufnahmetechnik: CANON 5D SR vom Stativ, 90 mm Tilt-Shift Optik, Optik nach unten “geshiftet”, Lee-Filtersystem mit Polfilter und Verlaufsfilter von oben, Belichtung: 1/125 Sekunde bei Blende 11, wolkenloser Himmel bei tief stehender Sonne, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung angehoben und Bild optimiert.

 

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Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – Juni

Kalender2020-06

subject: Honey Moon Arch Anasazi Ruinen, Mystery Valley, Navajo Monument Valley, Arizona (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Wer auf dem Highway 163 von der Kleinstadt Kayenta in Arizona Richtung Norden fährt, erreicht nach 20 Meilen Fahrt die Grenze zu Utah und damit auch die einmalige und weltbekannte Felskulisse des Monument Valley. Nur wenige Meilen davor liegt östlich des Highways ein Gebiet, das touristisch kaum erschlossen ist – das Mystery Valley. Ebenso im Eigentum der Navajo Indianer, handelt es sich um ein Gebiet mit einer einmaligen Felslandschaft und vielen Ruinen von Pueblos, die von den Anasazi vor 700 Jahren erbaut wurden und von den dort heute lebenden Navajos als heilige Orte betrachtet werden. Ein Highlight im Mystery Valley ist die eher unbekannte „Honeymoon Arch“ mit ihren Ruinenresten und den unterschiedlichen Lichtstimmungen von gleißendem Sonnenlicht und in rot getauchten Felsen im fast höhlenartigen Innerem.
Aufnahmetechnik: CANON 5D SR vom Stativ, 17 mm Tilt-Shift Optik, Optik nach unten “geshiftet”, 2 unterschiedliche Belichtungen: 1/25 Sekunde und 1/125 Sekunde bei Blende 11, wolkenloser Himmel bei tief stehender Sonne, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung angehoben und Bilder übereinander gelegt und finales Bild optimiert.

 

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Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – Mai

Kalender2020-05

subject: Tower Point Ruin, Hovenweep Natioalpark, Utah (photographer: Arpad Kunzfeld, 2019)


Das verlassene und öde Tal des Hovenweep Nationalparks war über Jahrhunderte hinweg die Heimat der Anasazi-Indianer, die Ende des 15.Jahrhunderts jedoch aus diesem Gebiet abwanderten. Ruinen zeugen noch heute von dieser einstigen Hochkultur, und wer in den nächsten Jahren nach „Corona“ die Chance hat in diese Gegend von Utah zu kommen, dem sei ein Besuch ans Herz gelegt. Abseits vom großen Touristenstrom gelegen und bei uns unbekannt, gibt ein malerischer Rundweg Einblick in die indianische Zivilisation des 12. Und 13. Jahrhunderts. Als wir diesen Nationalpark besuchten, waren wir jedesmal fast zur Gänze alleine unterwegs. Und obwohl teils betonierte Pfade durch die Ruinen führen, waren nur es nur eine Handvoll Besucher, die diesem Gebiet einen Besuch abstatteten.
Aufnahmetechnik: CANON 5D SR vom Stativ, 45 mm Tilt-Shift Optik mit Lee-Polarisationsfilter, Optik nach unten “geshiftet”, Belichtung: 1/40 Sekunde bei Blende 11, wolkenloser Himmel bei tief stehender Sonne, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung angehoben und beschnitten.

 

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Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – April

Kalender2020-04

subject: Ballroom Cave, Comb Ridge, Cedar Mesa, Blanding, Utah (photographer: Marina Kunzfeld, 2019)


Der Colorado River hat eine Reihe von Nebenflüssen, von denen der San Juan River als der vielleicht wichtigste und größte gilt. Im Bundesstaat Utah gelegen, begrenzt er die Cedar Mesa nach Süden hin und es sind eine große Zahl an Felsrücken, die diese Hochebene von Norden nach Süden durchziehen. Einer dieser Felsrücken, die Comb Ridge, war vor 800 Jahren Siedlungsgebiet der Anasazi-Indianer und noch heute zeugen viele indianische Pueblo-Ruinen von dieser einstigen Kultur. Neben den Ruinen sind es oft indianische Felszeichnungen, die sich hier finden lassen, wie diese 800 Jahre alten Handabdrücke. So geschah es oft während eines der Stammestreffen, einem „wau pau“, wenn die Menschen feierten, beteten und ihr bestes Gewand trugen und mit Handabdrücken zu Ausdruck brachten, dass hier Menschen leben, die weise sind und Verantwortung für die Gemeinschaft tragen, aber auch tapfer sind im Kampf.
Aufnahmetechnik: CANON 7D Mark II aus der Hand, 300 mm Optik mit aktiviertem Stabilisator, Belichtung: 1/125 Sekunde bei Blende 8 und 2 seitlichen und entfesselten Aufhellblitzen, wolkenloser Himmel bei tief stehender Sonne, Farbtemperatur manuell angepasst, weiße Flächen rund um den Handabdruck zusätzlich aufgehellt, Sättigung angehoben und beschnitten.

 

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Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – März

Kalender2020-03

subject: Ceremonial Cave, Frijoles Canyon, Bandalier National Monument, New Mexico (photographer: Arpad Kunzfeld, 2019)


Wohnhöhlen in Felswänden und ganze unterirdische Siedlungen kennen wir von vielen Orten der Erde, denken wir nur beispielsweise an die Wohnhöhlen des türkischen Kappadokien. Aber auch die Indianer Nordamerikas verwendete Felshöhlen zum Wohnen, aber auch Lebensmitteln wurden in den von außen schwer zugänglichen Felslöchern gelagert, waren sie dort sicher vor Mäusen und Feuchtigkeit. Das Bandalier National Monument, ist einer dieser besonderen Orte im amerikanischen Südwesten, liegt der kleine und bei uns unbekannte Park vor den Toren von Santa Fe und ist in einer Stunde von der Hauptstadt New Mexicos zu erreichen. Neben Häusern aus dem 12.Jahrhundert, religiösen Versammlungsorten, den Kivas und vielen Felszeichnungen sind es hier die Felshöhlen, die diesen Park so einzigartig machen und die die Touristen erkunden können. Für uns Fotografen waren teilweise die engen Fels-Pfade, Leitern und eine Art von Einbahnsystem eine Herausforderung, um trotz der relativ vielen Besucher fotografieren zu können. Und obwohl wir dort unsere Stative oftmals den Touristen-Strom blockierend platzierten, waren wir von der Geduld der Besucher überrascht, die warteten, bis wir unsere Aufnahmen „im Kasten“ hatten.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR am Stativ, 17 mm Tilt-Shift-Optik, Optik nach oben „geshiftet“, Belichtung: 1/40 Sekunde bei Blende 11, wolkenloser Himmel bei tief stehender Sonne, Farbtemperatur manuell angepasst, dunkle Bildbereiche aufgehellt, Sättigung angehoben und einige störende Bildelemente eliminiert.

 

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Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – Februar

Kalender2020-02

subject: Holly Tower, Keeley Canyon, Hovenweep National Park, Utah bzw. Colorado (photographer: Arpad Kunzfeld, 2019)


An der Grenze zwischen den beiden US-Bundesstaaten Utah und Colorado gelegen und nur wenige Zehnerkilometer vom „Four Corners Monument“ entfernt, ist der Keeley Canyon mit dem Holly Tower ein wenig besuchter Teil des Hovenweep National Parkes. Der Turm selbst erinnert sehr stark an die unsrigen mittelalterlichen Wohntürme, sind sowohl diese Türme hier in Colorado, als auch unsere heimischen Bauwerke ungefähr zur selben Zeit entstanden. In diversen Büchern abgelichtet, zählen die Gebäude in diesem Teil des Hovenweep National Parkes zu den Bemerkenswertesten des gesamten amerikanischen Südwesten. Nachdem die letzten Pueblo-Indianer diese Gegenden verließen, begannen die Gebäudestrukturen zu verfallen, denn die nachrückenden nomadischen Indianerstämme bewohnten hauptsächlich ihre mobilen Zelte.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR am Stativ, 45 mm Tilt-Shift-Optik, Optik nach unten „geshiftet“, Lee-Polfilter, Belichtung: 1/40 Sekunde bei Blende 11, wolkenloser Himmel bei tief stehender Sonne, Farbtemperatur manuell angepasst, dunkle Bildbereiche aufgehellt, Sättigung angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – Januar

Kalender2020-01

subject: House of Many Windows, Mesa Verde National Park, Colorado (photographer: Marina Kunzfeld, 2019)


Im südlichen Teil des amerikanischen Bundesstaates Colorado gelegen, ist der Mesa Verde National Park der weltweit bekannteste Ort für indianische Pueblos. Das mit seinen Steilwänden und tiefen Schluchten nur schwer zugängliche Gebiet ist weit mehr als 2000 Jahre besiedelt und heute jedoch touristisch voll erschlossen. So durchziehen asphaltierte Straßen den Nationalpark und ausgewiesene Wanderwege erlauben den Zustieg zu einigen ausgewählten indianischen Ruinen. Neben dem weltweit bekannten „Cliff Pallace“ und dem „Balcony House“, gibt es eine Reihe von weniger bekannten Pueblos, die Mitten in die Felswände gebaut wurden. Das „House of many Windows“ ist eines dieser Bauwerke, das wenig beachtet, nur aus der Entfernung bewundert werden kann, zu schwierig wäre ein Zustieg zu den Ruinen. Wer dieses Gebäude fotografieren möchte, der benötigt lange Brennweiten, um die fast einen halben Kilometer entfernten Ruinen formatfüllend ablichten zu können.
Aufnahmetechnik: CANON 7D Mark II, Freihand, Optik: 450 mm (auf Vollformat umgerechnet), Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/250 Sekunde bei Blende 5,6, wolkenloser Himmel, kein direktes Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, dunkle Bildbereiche aufgehellt, Sättigung angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2020 – Ancestral Puebloans – Titelbild

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subject: House on Fire, Mule Canyon, Cedar Mesa, Utah (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


In einem Canyon des Cedar Mesa Hochplateaus gelegen, sind die indianischen Ruinen im Mule Canyon sicher eines der Highlights im südlichen Utah. Auf Grund der relativen Nähe zum Monument Valley und zu den Nationalparks am Colorado River, wird dieses Gebiet von Touristen jedoch nur vereinzelt besucht, da es einmal gänzlich unbekannt und zum anderen auf Grund der fehlenden Tourismus-Infrastruktur nicht im Fokus der heutigen sehr oberflächlich agierenden Gesellschaft ist. Wer sich trotzdem aufmacht, um diese Ruinen zu besuchen, der wird mit Außergewöhnlichen belohnt. Schon die Clovis-Menschen jagten hier vor mehr als 10.000 Jahren, hinterließen jedoch kaum Spuren und so sind es die unter Felsvorsprüngen gebauten Pueblos der Anasazi Indianer, die hier vor mehr als 800 Jahren lebten und die jeden Besucher begeistern.. 
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR am Stativ, Optik: 24 mm Tilt-Shift, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/30 Sekunde bei Blende 8, 2 Systemblitze mit orangem Konversionsfilter, bedeckter Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst, dunkle Bildbereiche aufgehellt, Sättigung angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2019 – America’s Southwest – November

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subject: Grosvenor Arch, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2016)


Wer kennt es nicht, das berühmte Magazin von National Geographic mit seinen Berichten über Natur und Wissenschaft mit eindrucksvollen Fotos und interessanten Reportagen. Hervorgegangen aus der amerikanischen „National Geographic Society“, war es der 1875 im heutigen Istanbul in der Türkei als Sohn eines Professors für Geschichte geborene Gilbert Hovey Grosvenor, der 1905 das Magazin gründete und 55 Jahre lang als Chefredakteur das Magazin prägte. Nach diesem Gilbert Hovey Grosvenor benannt, ist die Grosvenor Arch eine der größten und höchsten „Natural Bridges“ in den Vereinigten Staaten. Im Grand Staircase Escalante National Monument unweit der Kleinstadt Cannonville gelegen und sehr leicht erreichbar, haben auch wir auf unserem Weg durch den Cottonwood Canyon einen kurzen Abstecher zu diesem Felsmonument aus sehr hellem Sandstein unternommen.
Aufnahmetechnik: CANON 7D aus der Hand, Optik: 24-70 mm bei 33 mm, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/320 Sekunde bei Blende 8, wolkiger Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst, dunkle Bildbereiche aufgehellt. Sättigung angehoben.

 

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Der Weg nach “Black Rock Well”

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien


Black Rock Well ist eine Felsformation im Death Valley National Park und ist durch viele Tausend Jahre alte indianische Felszeichnungen bekannt geworden. Diese Felszeichnungen sind heute kaum dokumentiert und auch der Weg dorthin ist schwer zu finden – es gibt keine richtigen und eindeutigen Wegbeschreibungen. Dies wird auch von der Nationalparkverwaltung bewusst so gehalten, um die Besucherströme und die damit verbunden möglichen Zerstörungen auf ein Minimum zu halten. Lediglich ein Video eines Archäologen gibt ein klein wenig Aufschluss darüber, wo sich Black Rock Well befindet. Als wir begannen diese Felsen während unserer Reisevorbereitungen zu Hause am Schreibtisch zu suchen, kam uns einmal das angesprochene Video und unsere Gebietskenntnis zu Hilfe. Die Kombination aus beiden und entsprechendes Kartenmaterial lieferte uns schlussendlich die mehr oder minder genaue Position von Black Rock Well. Eine 100 prozentige Garantie hatten wir allerdings auch nicht.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Joshua-Bäume auf der Lee Hochebene, Death Valley National Park, Kalifornien


Als wir dann im Oktober letzten Jahres auf der „Lee Flat“ standen und die vielen Josua Trees bewunderten waren wir froh ein GPS Gerät zu besitzen und vorab zu Hause die Möglichkeit gehabt zu haben die entsprechenden GPS-Koordinaten bereits programmieren zu können. Ohne diesem heute sehr hilfreichen Dienst, wäre das Navigieren im Gelände ungleich schwerer gewesen. Heute ist eine Navigation für viele Menschen ohne GPS sogar unmöglich, denn das Wissen über den Gebrauch von Bussole und Karte verschwindet zusehends. Die schwarzen Felsen von „Black Rock Well“ sind eine Art kleiner und seichter Taleinschnitt in eher hügeligen Bergen, ist unscheinbar und ist auch nicht der einzige Taleinschnitt dieser Art und Form. Und obwohl nur 3 Kilometer Luftlinie von dem Punkt entfernt, an dem wir unseren Jeep abgestellt hatten, dauert es dann doch einiges an Zeit, um Black Rock Well zu erreichen. Wegloses Gelände, viele zu querende Rinnen, Felsblöcke und dornige Büsche erforderten ein konzentriertes Gehen und auch mögliche Zusammentreffen mit Klapperschlangen ließen unsere Sinne kontinuierlich angespannt die Umgebung wahrnehmen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien


Es war dann eine Erleichterung und ein Glücksgefühl, als wir die ersten Felszeichnungen sahen und desto weiter wir in diesen seichten Einschnitt vordrangen, umso häufiger und eindrucksvoller wurden die Zeichnungen. Nicht mit Farbe bemalter Fels, wie wir ihn im Mystery Valley vorgefunden hatten, sondern fein in den Fels gehauene kleine Punkte, gleich einer Ziselierung, hinterließen hier auf dem fast schwarzen Basalt eine helle und fast weiße Struktur. Abbildungen von Dickhornschafen, Sonnenrädern, Darstellungen von Menschen oder die Symbole der Speerschleuder “Atlatl” geben hier Zeugnis einer alten Kultur und zeigen, dass diese heute ausgetrocknete Wüstengegend einst grünes Land war, gespeist von Flüssen und Bächen.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Petroglyphen von Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Inschriften von Bergleuten aus der Ubehebe-Mine, Black Rock Well, Death Valley National Park, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Harrisburg – wie alles begann

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Harrisburg “Ghosttown”, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Harrisburg ist eine der kleinen Geisterstädte im heutigen Death Valley National Park, die auf den an vielen Orten betriebenen Goldbergbau zurück gehen, der im frühen 20.Jahrhundert in dieser Gegend betrieben wurde. Heute fast zur Gänze auf asphaltierten Straßen erreichbar, beherbergte die Ansiedlung während ihrer Blütezeit an die 300 Personen. Im Gegensatz zum nahen Skidoo war Harrisburg jedoch immer nur eine reine aber große Zeltstadt, sieht man von den aus Holz gezimmerten Gebäuden der beiden Gründer von Harrisburg ab. Harrisburg war der Ort, von dem aus Gold aus Bergwerken mit Namen wie „Cashier mine“, „Eureka Mine“ und „Napoleon mine“ gefördert wurde, um anschließend in der nahen „Cashier mill“, einer Gesteinsmühle aufbereitet zu werden.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Harrisburg “Ghosttown”, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Eureka Mine, Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Cashier Mill, Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Harrisburg präsentiert sich heute in einem ärmlichen Zustand und es scheint, dass von Seiten der Parkverwaltung auch keine erhaltungs-fördernden Maßnahmen durchgeführt werden. Sowohl das ehemalige Wohnhaus von Peter Aguereberry, einem der Entdecker dieser Goldvorkommen, als auch das daneben befindliche ehemalige Gästehaus werden irgendwann in sich zusammenbrechen, so die Gebäude nicht bereits zuvor dem Vandalismus der Ich-Gesellschaft zum Opfer gefallen sind, die aus reinem „Fun“ Löcher in die Fassade rissen. Ganz besonders deutlich wird dies beim 200 Meter von den Häusern liegenden Autowrack, das aggressiven Touristen als Zielscheibe für ihre Schießübungen dient, oder als cooler Tanzboden, um das Fahrzeugdach einzudrücken.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wrack eines Buick Roadmaster (Baujahr 1948), Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Leadfield Ghost Town

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gebäudereste, “March Storm Number 1 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


1905 entdeckten Erzsucher Goldvorkommen im Titus Canyon, einer tief eingeschnittenen Seiten-Schlucht des Death Valley. Nur schwer zugänglich, musste zuerst eine Strasse durch den Canyon gebaut werden, um Gerätschaft aus dem Death Valley zum 22 Meilen entfernten Bergbau bringen zu können und später das gewonnene Erz den Schmelzöfen zuliefern zu können. Durch den Bergbau entstand eine kleine Stadt, in der im Jahr 1926 mehr als 300 Personen lebten.


Der Bergbau mit seinen mehr als 10 unterschiedlichen Claims, wie auch die daneben entstandene Stadt waren nicht von langer Dauer. Bereits 1927 wurde Leadfield wieder verlassen und dem Verfall Preis gegeben. Die meisten Gebäude verrotteten und fielen in sich zusammen, lediglich das ehemalige Postamt, einige wenige andere Gebäude und die Bergwerksstollen haben bis heute dem Zahn der Zeit Stand gehalten.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Haupt-Stollen des “March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


Fledermaus-Schutz ist ein großes Thema im Death Valley National Park und so versucht die Nationalpark-Verwaltung durch spezielle Eisengitter-Konstruktionen Touristen vom Besuch der alten Stollen während der Wintermonate abzuhalten. Die Gitterstäbe sind so konstruiert, dass lediglich Fledermäuse hindurch kommen, größeren Tieren bis hin zum Menschen jedoch ein Zutritt nicht möglich gemacht werden kann. Diese Gitter werden nach der kalten Jahreszeit entfernt. So ist beispielsweise der Eingang zur Hauptstrecke des March Storm 2 Claims wurde durch ein Rohr mit fast 1,5 Metern Durchmesser abgesichert, um dem Verbrechen des Stollenmundloches entgegen halten zu können. Durch dieses Rohr und seine Gitterstäbe haben wir hindurch fotografiert.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Halde,”March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: ehemalige Schmiede, “March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


Teilweise große graue Halden heben sich von der umgebenden Landschaft mit ihren gelbfarbenen Sträuchern ab. Sie zeigen ein Bild des Kontrastes und wer alte Bergwerkshalden in unserer steirischen Heimat kennt, der weiß, wie rasch diese wieder mit einer dicken Humusschicht überzogen sind. Hier in diese trockenen Einöde ist dies nicht der Fall, hier ist Staub, ein paar Dornbüsche und allerlei nicht sichtbares Getier.
Und wer annimmt, dass auf den Halden noch Erzbrocken liegen, sich farbenfrohe farbliche Ausblühungen gebildet haben, der irrt gewaltig. Kein Stäubchen Roherz, keine blauen, grünen oder roten Minerale, nur grau, sandig oder ausgewaschen präsentieren sich die Halden.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Kellergewölbe von Dinkelsbühl

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: altes Farbenlager in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


Die Deutsche Kleinstadt Dinkelsbühl mit ihren rund 12000 Einwohnern geht auf eine Gründung der Staufer zurück, die hier am Kreuzungspunkt zweier Handelswege eine Befestigungsanlage errichteten. Diese Befestigung dürfte so um 1130 entstanden sein, woraus sich im Laufe der Zeit die heutige Stadt entwickelte. Gelegen in Mittelfranken ist Dinkelsbühl heute noch von einer Stadtmauer umgeben, die den mittelalterlichen Stadtkern zur Gänze umschließt. Der südliche alte Stadtteil liegt leicht erhöht und trägt den Namen Gansberg. Ebenfalls dicht besiedelt, besteht dieser Gansberg aus Kalk und Sandstein und unter vielen der ursprünglich mittelalterlichen Häuser befinden sich ebenso alte Keller, die in der Vergangenheit als Eiskeller für die vielen kleinen Brauereien genutzt wurden. Während des 2.Weltkrieges wurden diese vielen privaten Keller untereinander verbunden und dienten als Luftschutzkeller. Dieses so entstandene System aus Kellern, Gewölben und Gängen ist heute noch begehbar und ermöglicht fast ein zur Gänze unterirdisches Fortbewegen in diesem südlichen Teil der mittelalterlichen Stadt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: “lost place” in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


In einem der alten Keller befand sich ein Farbenlager, das heute einer farbigen Wüste gleicht. Häufen von Pulverfarben in den unterschiedlichsten Tönen, vermorschte Fässer, herumliegende Dauben, die die Fässer zusammenhielten, verrostete Metallbehälter, Flaschen und noch viele andere herumliegende Gegenstände geben ein Bild des besonderen Chaos und der Einzigartigkeit. Erst im Schein von Taschenlampen wird dieses farbige Durcheinander sichtbar und wer dieses unterirdische Reich betritt taucht in eine Welt des Besonderen ein, in ein Reich, das es nirgendwo in dieser Form so gibt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Farbhäufen in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


Wir sind in diese Keller gestiegen, um dieses Gewirr an Farben und Gegenstände fest zu halten, denn es gibt bislang keine richtigen Fotografien, die diese Besonderheiten zeigen. Gleich dem Fotografieren in Höhlen und Bergwerken geht es auch hier zur Sache und was der Lehm in den Höhlen ist, ist hier das überall gegenwärtige Farbpulver. Kombiniert mit Hautfeuchtigkeit ergibt es ein einzigartiges Farbgemisch, das nicht nur die Hände überzieht sondern auch die gesamte Ausrüstung. Systemblitze sind betroffen, Stative, die Kleidung und jede Ritze in technischem Gerät enthält Farbe und wenn man später reinigt, dann tut man das viele Male, so hartnäckig ist die Farbenpracht.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld