Historisches

Kellergewölbe von Dinkelsbühl

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: altes Farbenlager in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


Die Deutsche Kleinstadt Dinkelsbühl mit ihren rund 12000 Einwohnern geht auf eine Gründung der Staufer zurück, die hier am Kreuzungspunkt zweier Handelswege eine Befestigungsanlage errichteten. Diese Befestigung dürfte so um 1130 entstanden sein, woraus sich im Laufe der Zeit die heutige Stadt entwickelte. Gelegen in Mittelfranken ist Dinkelsbühl heute noch von einer Stadtmauer umgeben, die den mittelalterlichen Stadtkern zur Gänze umschließt. Der südliche alte Stadtteil liegt leicht erhöht und trägt den Namen Gansberg. Ebenfalls dicht besiedelt, besteht dieser Gansberg aus Kalk und Sandstein und unter vielen der ursprünglich mittelalterlichen Häuser befinden sich ebenso alte Keller, die in der Vergangenheit als Eiskeller für die vielen kleinen Brauereien genutzt wurden. Während des 2.Weltkrieges wurden diese vielen privaten Keller untereinander verbunden und dienten als Luftschutzkeller. Dieses so entstandene System aus Kellern, Gewölben und Gängen ist heute noch begehbar und ermöglicht fast ein zur Gänze unterirdisches Fortbewegen in diesem südlichen Teil der mittelalterlichen Stadt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: “lost place” in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


In einem der alten Keller befand sich ein Farbenlager, das heute einer farbigen Wüste gleicht. Häufen von Pulverfarben in den unterschiedlichsten Tönen, vermorschte Fässer, herumliegende Dauben, die die Fässer zusammenhielten, verrostete Metallbehälter, Flaschen und noch viele andere herumliegende Gegenstände geben ein Bild des besonderen Chaos und der Einzigartigkeit. Erst im Schein von Taschenlampen wird dieses farbige Durcheinander sichtbar und wer dieses unterirdische Reich betritt taucht in eine Welt des Besonderen ein, in ein Reich, das es nirgendwo in dieser Form so gibt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Farbhäufen in einem mittelalterlichen Kellergewölbe in Dinkelsbühl, Mittelfranken


Wir sind in diese Keller gestiegen, um dieses Gewirr an Farben und Gegenstände fest zu halten, denn es gibt bislang keine richtigen Fotografien, die diese Besonderheiten zeigen. Gleich dem Fotografieren in Höhlen und Bergwerken geht es auch hier zur Sache und was der Lehm in den Höhlen ist, ist hier das überall gegenwärtige Farbpulver. Kombiniert mit Hautfeuchtigkeit ergibt es ein einzigartiges Farbgemisch, das nicht nur die Hände überzieht sondern auch die gesamte Ausrüstung. Systemblitze sind betroffen, Stative, die Kleidung und jede Ritze in technischem Gerät enthält Farbe und wenn man später reinigt, dann tut man das viele Male, so hartnäckig ist die Farbenpracht.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Monument Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Touristenstrom am Highway 163, Monument Valley, Utah, USA


Das Monument Valley zählt zu den bekanntesten Landschaften des amerikanischen Südwestens, ist es doch mit seinen Tafelbergen, die aus einer weiten Ebene in den Himmel ragen, mannigfach Kulisse vieler Filme gewesen. Angefangen von Sergio Leone’s „Spiel mir das Lied vom Tode“, über diverse Filme mit John Wayne, bis hin zu Filmen wie Easy Rider habe sie alle diese einzigartige Gegend weltweit bekannt gemacht. An der Grenze zwischen Utah und Arizona gelegen, ist das Monument Valley heute im Besitz der Navajo Indianer. Dem war aber nicht immer so. Nachdem man die Navajos und die benachbarten Apachen im frühen 19.Jahrhundert begonnen hatte aus dieser Gegend zu vertreiben und ihnen Gebiete am Rio Pecos als Reservate zu zuwiesen, gab es jahrzehntelange blutige Kämpfe bei denen viele Indianer starben. Erst als Folge des berühmten “langen Marsches“, an dem sich 8000 Navajos beteiligten und ein viertel von ihnen abgeschlachtet wurde, erhielten die Navajos 1868 ihr ursprüngliches Stammesgebiet als „Reservat“ zurück.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Der staubige “Scenic Drive”, Monument Valley, Utah, USA


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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Im Gespräch, Monument Valley, Utah, USA


Heute führt eine fast 30 Kilometer lange Rundstrecke durch das Monument Valley und tausende Touristen habe so die Möglichkeit auf einer staubigen und holprigen Piste das Monument Valley vom Auto aus zu erkunden. Manche verwechseln dabei diese naturbelassene Straße mit einem asphaltierten Highway und brausen mit ihren tiefergelegten Boliden über Felsen und andere Unebenheiten. Aufgeplatzte Ölwannen und Reifenschäden sind dann die Folge. Da haben es die Besitzer von Elektro-Autos schon besser, denn die haben keine Ölwannen. Ihnen geht nur der Strom durch die voll aufgedrehte Klimaanlage aus und bleiben damit ohne Saft liegen, wo sie dann warten, bis man sie abschleppt, denn Tesla-Ladestationen gibt es im Land der Tafelberge nicht. Die Navajos wissen jedenfalls viel davon zu erzählen.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felswände und tiefer Sand und der “Totempfahl”, Monument Valley, Utah, USA


Wer das Land abseits des 30 Kilometer langen „Scenic Drives“ erkunden möchte, der kann dies natürlich tun, benötigt jedoch ein Permit von den Navajos und einen indianischen Führer, denn das in Europa gerne praktizierte „ich kann alles und bin der Größte“ und „die sollen sich nicht wichtig machen“ wird hier nicht geduldet. Zu groß, zu unwirtlich, zu wild und zu abgelegen ist die Gegend, denn wer hier mit seinem für das Gelände untauglichen PKW und ohne Tiefsand-Fahrkenntnisse stecken bleibt, der hat ein massives Problem. Der muss damit rechnen mehrere Tage zu warten bis ihn Jemand überhaupt findet. Denn Smartphones haben keinen Empfang, die meisten Tagestouristen sind Großstadt-Cowboys ohne Outdoor-Erfahrung, es hat tagsüber unter Umständen Temperaturen um die 40 Grad und die mitgeführten Trinkwasser-Mengen reichen gerade für das „Wasser-Nuckeln“ im heimischen Strandbad. Diese Art der Selbstüberschätzung kann in dieser Gegend tödlich enden.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Mystery Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: kurz vor Sonnenuntergang im Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


Wer auf dem Highway 163 von der Kleinstadt Kayenta in Arizona Richtung Norden fährt, erreicht nach 20 Meilen Fahrt die Grenze zu Utah und damit auch die einmalige und weltbekannte Felskulisse des Monument Valley. Nur wenige Meilen davor liegt östlich des Highways ein Gebiet, das touristisch kaum erschlossen ist – das Mystery Valley. Ebenso wie das bekannte Monument Valley im Eigentum der Navajo Indianer, darf es ausschließlich in Begleitung eines Navajo Indianers besucht werden.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: die Landschaft des Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: wilde Mustangs leben im Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


 
Indianer waren früher für ihre Reitkünste bekannt, wenn sie ohne Sättel im vollem Galopp zielsicher mit Pfeil und Bogen trafen. Seitdem sie jedoch das Pferd gegen den Pick-up Truck und das Geländeauto getauscht haben, sind sie auch zu Meistern im Fahren mit geländetauglichen Fahrzeugen im Tiefsand und über steile Felsen geworden. So auch unser indianischer Führer und ebenfalls Fotograf, mit dem wir gemeinsam das Mystery Valley besuchten. Lange Tiefsandpassagen wechselten mit steilen Felsplatten, bei denen man das Gefühl hatte, dass unser Jeep Wrangler umzufallen drohte – so ging es zu verschiedenen fotografischen Motivpunkten.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Ruinen Anasazi-Indianer, Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felsen im Licht der untergehenden Sonne, Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


Ist der Besucherandrang im Monument Valley auf einem „Maximum“, so liegt Einsamkeit über dem Mystery Valley, obwohl dieses fast auf Sichtweite zum benachbarten Monument Valley liegt. Weite Ebenen mit steilen in der Nachmittagssonne leuchtenden Felsformationen, Felsentore aller Art und eine Reihe von Ruinen aus der Zeit der Besiedelung durch die Anasazi Indianer sind die Landschaft prägenden Highlights.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Im Reich der Anasazi Indianer

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: “House on Fire”, Anasazi Ruinen, Mule Canyon, südöstliches Utah, USA


Wer kennt sie nicht, die Filme mit Indianern, die mit Pfeil und Bogen in den Krieg zogen, die ihre Feinde skalpierten, die in Zelten lebten und ihre Gegner an Marterpfähle banden, um sie dort qualvoll sterben zu lassen. Alles großes Kino „made in Holywood“, die Realität sah jedoch etwas anders aus, denn nicht jeder Indianer war ein blutrünstiger Krieger, wie auch nicht jeder Ritter im Mittelalter ein mordender Schwertkämpfer war.


Die Besiedelung des amerikanischen Kontinents begann vor mehr als 6000 Jahren, jedoch gibt es von diesen amerikanischen Ureinwohnern fast keine Zeugnisse und Funde. Jede Menge Funde und Relikte gibt es jedoch vom Volk der Anasazi, die vom 5.Jahrhundert n. Chr. bis in das 13. und 14.Jahrhundert hauptsächlich in der „Four Corner“ Region lebten – der Ecke von Utah, Arizona, New Mexico und Colorado. Von diesem Volk gibt es noch mannigfach Reste ihrer einstigen Siedlungen und eine dieser Siedlungen befindet sich im Mule Canyon im südöstlichen Utah.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Anasazi Ruinen, Mule Canyon, südöstliches Utah, USA


Die Kultur der Anasazi war relativ hoch entwickelt. Sie bauten Straßen, die die verschieden Siedlungen mit einander verbanden, wobei diese sich meist in Schluchten befanden und wie Schwalbennester unter weit ausladenden Überhängen platzierte wurden. Auf den darüber liegenden Hochebenen bestellten sie Felder, von denen sie Bohnen, Mais und verschiedene Gemüse ernteten. Wie aus Felszeichnungen zu entnehmen ist jagten sie Dickhornschafe und Antilopen, die es zu dieser Zeit noch in großen Mengen in dieser Region gab.


Mit dem ausklingenden 13.Jahhundert verschwand diese Kultur allmählich aus dieser Region, wobei man über die genauen Hintergründe heute rätselt. Man vermutet, dass es einsetzende Dürren waren, die die sesshaften Anasazi vertrieben, oder nachdrängende nomadische Indianervölker wie Navajos und Apachen. Es gibt auch lustige Vermutungen – so ist ein Fantast sogar der Meinung, dass die Anasazi Verbindungen zu Außerirdischen hatten und mit diesen in das Weltall flogen..


Beim Mule Canyon handelt es sich um ein breites, schluchtartiges Tal, in dem sich an mehreren Stellen Ruinen der Anasazi befinden. Meist nicht auf den ersten Blick zu sehen, befinden sich die Bauten oftmals über der Talsohle leicht versteckt unter felsigen Dächern. Besonders eindrucksvoll erscheinen die Ruinen dann, wenn die tiefstehende Sonne leicht unter die felsigen Überhänge scheint und damit die Felsen in ein magisches goldgelb verwandelt. Da sich bei unserem Besuch die Sonne kaum zeigen wollte, mussten wir zu anderen Hilfsmittels greifen, um zu goldgelben Sonnenlicht zu kommen. Es waren Systemblitze mit speziellen so genannten Konversionsfiltern, die wir einsetzten, um das Licht der tiefstehenden Sonne nachzustellen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld