Monument Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Touristenstrom am Highway 163, Monument Valley, Utah, USA


Das Monument Valley zählt zu den bekanntesten Landschaften des amerikanischen Südwestens, ist es doch mit seinen Tafelbergen, die aus einer weiten Ebene in den Himmel ragen, mannigfach Kulisse vieler Filme gewesen. Angefangen von Sergio Leone’s „Spiel mir das Lied vom Tode“, über diverse Filme mit John Wayne, bis hin zu Filmen wie Easy Rider habe sie alle diese einzigartige Gegend weltweit bekannt gemacht. An der Grenze zwischen Utah und Arizona gelegen, ist das Monument Valley heute im Besitz der Navajo Indianer. Dem war aber nicht immer so. Nachdem man die Navajos und die benachbarten Apachen im frühen 19.Jahrhundert begonnen hatte aus dieser Gegend zu vertreiben und ihnen Gebiete am Rio Pecos als Reservate zu zuwiesen, gab es jahrzehntelange blutige Kämpfe bei denen viele Indianer starben. Erst als Folge des berühmten “langen Marsches“, an dem sich 8000 Navajos beteiligten und ein viertel von ihnen abgeschlachtet wurde, erhielten die Navajos 1868 ihr ursprüngliches Stammesgebiet als „Reservat“ zurück.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Der staubige “Scenic Drive”, Monument Valley, Utah, USA


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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Im Gespräch, Monument Valley, Utah, USA


Heute führt eine fast 30 Kilometer lange Rundstrecke durch das Monument Valley und tausende Touristen habe so die Möglichkeit auf einer staubigen und holprigen Piste das Monument Valley vom Auto aus zu erkunden. Manche verwechseln dabei diese naturbelassene Straße mit einem asphaltierten Highway und brausen mit ihren tiefergelegten Boliden über Felsen und andere Unebenheiten. Aufgeplatzte Ölwannen und Reifenschäden sind dann die Folge. Da haben es die Besitzer von Elektro-Autos schon besser, denn die haben keine Ölwannen. Ihnen geht nur der Strom durch die voll aufgedrehte Klimaanlage aus und bleiben damit ohne Saft liegen, wo sie dann warten, bis man sie abschleppt, denn Tesla-Ladestationen gibt es im Land der Tafelberge nicht. Die Navajos wissen jedenfalls viel davon zu erzählen.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felswände und tiefer Sand und der “Totempfahl”, Monument Valley, Utah, USA


Wer das Land abseits des 30 Kilometer langen „Scenic Drives“ erkunden möchte, der kann dies natürlich tun, benötigt jedoch ein Permit von den Navajos und einen indianischen Führer, denn das in Europa gerne praktizierte „ich kann alles und bin der Größte“ und „die sollen sich nicht wichtig machen“ wird hier nicht geduldet. Zu groß, zu unwirtlich, zu wild und zu abgelegen ist die Gegend, denn wer hier mit seinem für das Gelände untauglichen PKW und ohne Tiefsand-Fahrkenntnisse stecken bleibt, der hat ein massives Problem. Der muss damit rechnen mehrere Tage zu warten bis ihn Jemand überhaupt findet. Denn Smartphones haben keinen Empfang, die meisten Tagestouristen sind Großstadt-Cowboys ohne Outdoor-Erfahrung, es hat tagsüber unter Umständen Temperaturen um die 40 Grad und die mitgeführten Trinkwasser-Mengen reichen gerade für das „Wasser-Nuckeln“ im heimischen Strandbad. Diese Art der Selbstüberschätzung kann in dieser Gegend tödlich enden.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld
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