Ghost Town

Harrisburg – wie alles begann

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Harrisburg “Ghosttown”, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Harrisburg ist eine der kleinen Geisterstädte im heutigen Death Valley National Park, die auf den an vielen Orten betriebenen Goldbergbau zurück gehen, der im frühen 20.Jahrhundert in dieser Gegend betrieben wurde. Heute fast zur Gänze auf asphaltierten Straßen erreichbar, beherbergte die Ansiedlung während ihrer Blütezeit an die 300 Personen. Im Gegensatz zum nahen Skidoo war Harrisburg jedoch immer nur eine reine aber große Zeltstadt, sieht man von den aus Holz gezimmerten Gebäuden der beiden Gründer von Harrisburg ab. Harrisburg war der Ort, von dem aus Gold aus Bergwerken mit Namen wie „Cashier mine“, „Eureka Mine“ und „Napoleon mine“ gefördert wurde, um anschließend in der nahen „Cashier mill“, einer Gesteinsmühle aufbereitet zu werden.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Harrisburg “Ghosttown”, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Eureka Mine, Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Cashier Mill, Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien


Harrisburg präsentiert sich heute in einem ärmlichen Zustand und es scheint, dass von Seiten der Parkverwaltung auch keine erhaltungs-fördernden Maßnahmen durchgeführt werden. Sowohl das ehemalige Wohnhaus von Peter Aguereberry, einem der Entdecker dieser Goldvorkommen, als auch das daneben befindliche ehemalige Gästehaus werden irgendwann in sich zusammenbrechen, so die Gebäude nicht bereits zuvor dem Vandalismus der Ich-Gesellschaft zum Opfer gefallen sind, die aus reinem „Fun“ Löcher in die Fassade rissen. Ganz besonders deutlich wird dies beim 200 Meter von den Häusern liegenden Autowrack, das aggressiven Touristen als Zielscheibe für ihre Schießübungen dient, oder als cooler Tanzboden, um das Fahrzeugdach einzudrücken.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wrack eines Buick Roadmaster (Baujahr 1948), Harrisburg, Panamint Mountain Range, Death Valley National Park, Kalifornien

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Leadfield Ghost Town

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Gebäudereste, “March Storm Number 1 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


1905 entdeckten Erzsucher Goldvorkommen im Titus Canyon, einer tief eingeschnittenen Seiten-Schlucht des Death Valley. Nur schwer zugänglich, musste zuerst eine Strasse durch den Canyon gebaut werden, um Gerätschaft aus dem Death Valley zum 22 Meilen entfernten Bergbau bringen zu können und später das gewonnene Erz den Schmelzöfen zuliefern zu können. Durch den Bergbau entstand eine kleine Stadt, in der im Jahr 1926 mehr als 300 Personen lebten.


Der Bergbau mit seinen mehr als 10 unterschiedlichen Claims, wie auch die daneben entstandene Stadt waren nicht von langer Dauer. Bereits 1927 wurde Leadfield wieder verlassen und dem Verfall Preis gegeben. Die meisten Gebäude verrotteten und fielen in sich zusammen, lediglich das ehemalige Postamt, einige wenige andere Gebäude und die Bergwerksstollen haben bis heute dem Zahn der Zeit Stand gehalten.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Haupt-Stollen des “March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


Fledermaus-Schutz ist ein großes Thema im Death Valley National Park und so versucht die Nationalpark-Verwaltung durch spezielle Eisengitter-Konstruktionen Touristen vom Besuch der alten Stollen während der Wintermonate abzuhalten. Die Gitterstäbe sind so konstruiert, dass lediglich Fledermäuse hindurch kommen, größeren Tieren bis hin zum Menschen jedoch ein Zutritt nicht möglich gemacht werden kann. Diese Gitter werden nach der kalten Jahreszeit entfernt. So ist beispielsweise der Eingang zur Hauptstrecke des March Storm 2 Claims wurde durch ein Rohr mit fast 1,5 Metern Durchmesser abgesichert, um dem Verbrechen des Stollenmundloches entgegen halten zu können. Durch dieses Rohr und seine Gitterstäbe haben wir hindurch fotografiert.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Halde,”March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: ehemalige Schmiede, “March Storm Number 2 Claim”, Leadfield, Titus Canyon, Death Valley


Teilweise große graue Halden heben sich von der umgebenden Landschaft mit ihren gelbfarbenen Sträuchern ab. Sie zeigen ein Bild des Kontrastes und wer alte Bergwerkshalden in unserer steirischen Heimat kennt, der weiß, wie rasch diese wieder mit einer dicken Humusschicht überzogen sind. Hier in diese trockenen Einöde ist dies nicht der Fall, hier ist Staub, ein paar Dornbüsche und allerlei nicht sichtbares Getier.
Und wer annimmt, dass auf den Halden noch Erzbrocken liegen, sich farbenfrohe farbliche Ausblühungen gebildet haben, der irrt gewaltig. Kein Stäubchen Roherz, keine blauen, grünen oder roten Minerale, nur grau, sandig oder ausgewaschen präsentieren sich die Halden.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld