Schlucht

Wire Pass Slot Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Am 29.April letzten Jahres hatten wir auf dieser Internet-Seite einen Bericht über die „Wave“ verfasst, einer atemberaubenden Sandsteinformation im Bereich des Paria Canyons und in unserem Artikel hieß es damals „Ziemlich genau an der Grenze zwischen den beiden US-Bundesstaaten Utah und Arizona liegt auf dem Colorado Plateau eine atemberaubende Felsformation, die unter dem Namen “Wave” bekannt geworden ist….“. Nun möchten wir an dieser Stelle fortsetzen, denn die nähere Umgebung dieser Sandsteinformation wartet noch mit einigen anderen Highlights auf. Eine dieser landschaftlichen Besonderheiten ist der Wire-Pass Slot Canyon. War er bei unserem letzten Besuch verwaist, so erlebten wir dieses Mal einen touristischen Ansturm der Sonderklasse und oft genug mussten wir warten, bis unsere Motive frei zum Fotografieren waren.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste einer indianischen Siedlung im Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Viele der Canyons waren über lange Zeit hin bewohnt und die Spuren der menschlichen Zivilisation lassen sich noch an einigen Stellen gut erkennen. So auch hier im Wire Pass Slot Canyon an der Stelle, an der die Canyon-Wände auseinander treten und an der ein Felsüberhang Schutz gegen Regengüsse bietet. Von den einstigen Gebäuden der dort ansässigen Pueblo Indianer ist heute nichts mehr zu sehen und nur mehr in den weichen Fels gehauene Felslöcher, die als Steigbaum dienten, geben Zeugnis von den einstigen Bewohnern. Es waren Sturzfluten, die die Gebäude hinweg rafften.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Buckskin Gulch, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Der Wire Pass Slot Canyon verläuft in West-Ost-Richtung und wer ihn zu Gänze durchschreitet erreicht nach 700 Metern die angesprochene Talerweiterung mit indianischen Petroglyphen und durch Sturzfluten und modernen Touristmus fast zur Gänze zerstörten Resten einer indianischen Siedlung. An dieser Stelle mündet der Canyon in eine weitere Nord-Süd verlaufende Schlucht, die den Namen Buckskin Gulch trägt und die entsprechend ausgerüstete Wanderer über 25 Meilen verfolgen können, bis sie die Schluchten des Paria Rivers erreichen. Wir erkundeten den nördlichen Teil des Canyons mit ebenfalls schönen Engstellen und wunderbaren Lichtspielen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blühender Claret-Cup Kaktus, Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Im Wire-Pass Slot Canyon gibt es eine Engstelle mit einer 3 bis 4 Meter hohen und senkrechten Felsstufe, die Kletterei erfordert. Vor allem für Fotografen mit schwerer und teurer Ausrüstung eine Herausforderung, doch wer sich die Umgebung des Canyons angesehen hat, der hat vermutlich bemerkt, dass dieser Canyon über zwar steile, jedoch sehr griffige Sandsteinplatten nördlich umgangen werden kann. Am höchsten Punkt dieser für die Ausrüstung schonenderen Variante durchquert man „als Draufgabe für den Tag“ einen kleinen Bereich mit im Frühjahr zum Teil wundervoll blühenden Kakteen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Willis Creek Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Das „Grand Staircase Escalante National Monument“ zwischen Escalante im Norden und den Orten Kanab und Page im Süden durchziehen einige wenige Straßen. Diese kann man jedoch nicht mit Straßen in unseren Breiten vergleichen – meist handelt es um steinige und mit Schlag-Löchern übersäte teils üble Pisten, die Fahrzeuge mit großer Bodenfreiheit und Allradantrieb notwendig machen. Wer sich auf eine solche Straße begibt befindet sich dann auf einer Länge von 150 Kilometern in absoluter Einöde ohne jeglicher menschlicher Ansiedlung und auch ohne Mobilnetzempfang. Die westlichste dieser Routen trägt den unaussprechlichen Namen Skutumpah Road und diese Straße quert relativ bald nach ihrem nördlichen Ausgangspunkt einen kleinen Bach, von vielleicht 1 bis 2 Meter Breite. Dieser Bach ist dermaßen seicht, dass Wanderschuhe nicht einmal richtig nass werden. Der Schein trügt jedoch, denn nach starken Regenfällen und Unwettern schwillt dieses unbedeutende Rinnsal zu einem reißenden Strom an und hat im Laufe der Zeit einen unvergleichlichen Slot-Canyon geformt – den Willis Creek Canyon.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Was anfänglich noch ein felsiger Einschnitt ist, wird desto weiter man im Canyon fortschreitet zu einer sehenswerten Schlucht mit über 30 Meter hohen teils glatten, dann auch wieder geschwungenen Sandsteinfluchten. Domminiert in vielen der Slot-Canyons der rote Farbanteil auf Grund des Eisenoxid-Anteils im Gestein, ist es hier ein Gelb in unterschiedlichen Varianten, teilweise unterbrochen durch graue und schwarze Streifen hervorgerufen durch das Sonnenlicht und einem geringeren Eisenanteil. Zwischen den beeindruckenden Fluchten verläuft der bei Schönwetter mehr als seichte Bach, dessen Oberfläche golden schimmert.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Dieser Slot-Canyon ist im Gegensatz zu vielen anderen Canyons an keiner Stelle so schmal, dass beispielsweise beleibtere Mitmenschen stecken bleiben könnten. Er ist sogar so breit, dass man immer wieder auf organisierte Gruppen von Reitern trifft, die sich hier auf den Rücken der Pferde durch den Canyon tragen lassen. Mit dem Tablet oder dem Smartphone filmend, wird der Ausflug dokumentiert und als Landschaftsfotograf mit der Kamera am Stativ bedeutet dies unverzüglich für die Karawane Platz zu machen, möchte man nicht haben, dass die Ausrüstung im Morast landet.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Little Death Hollow

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA


Das Colorado Hochplateau ist von einer Vielzahl von Canyons und Schluchten durchzogen, die alle letztendlich in den Colorado River und damit auch in den Grand Canyon münden. So auch der Little Death Hollow, ein sporadisch von Wanderern und auch Fotografen besuchter Canyon, der einen langen und anstrengenden Zustieg fordert. So sind es fast 10 Kilometer vom Parkplatz bis hin zu den ersten schönen Engstellen. Anfänglich über eine lange schier endlose Ebene, dann durch ein schmales Tal, dass sich erst nach Stunden zu einem Canyon verengt.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA


Der Little Death Hollow Canyon führt zu normalen Zeiten kein Wasser und wer sich in diese einsame und ausgetrocknete Gegend wagt, der muss sich mir reichlich kostbarem Nass versogen, will es ihm nicht so gehen, wie vielleicht manchem Vierbeiner, desses ausgebleichte Knochen in den “Käselöchern” der Canyonwände die letzte Ruhestätte gefunden haben.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA


Dass es trotzdem Feuchtigkeit in dieser Einöde gibt beweisen an vielen Stellen Bäume, deren grüne Blätter vor allem im Frühjahr einen schönen Kontrast zu den gelben und roten Felswänden ergeben.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Little Death Hollow, Grand Staircase Escalante National Monument, Boulder, Utah, USA


Zu den Zeiten, wenn die Sonne ihren mittäglichen Zenit überschritten hat und sich Streiflicht einstellt, beginnen die Canyon-Wände besonders zu leuchten und dort wo es außergewöhnliche Felsstrukturen zu sehen gibt, wird deren Zeichnung durch das schräg einfallende Licht noch verstärkt. Die Farben variieren dabei von Gelb-Tönen bis hin zu rötlichen Tönen, hervorgerufen durch den Wingate Sandstein dieser Region.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Leprechaun Slot Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Abseits der bekannten touristischen Anziehungspunkte wie Capitol Reefs und Canyonlands National Park, liegt in dem wenig besuchten Gebiet östlich der Henry Mountains ein Slot Canyon der Extraklasse – der Leprechaun Canyon. Auf den ersten Metern noch gleich einem engen Tal, dann aber ein vielleicht nur 1 Meter breiter Spalt, ist dieser Slot Canyon etwas mehr als 400 Meter lang. Erreichbar von der Kleinstadt Hanksville im südlichen Utah, ist bereits das Auffinden des Parkplatzes, von dem aus man den Canyon erreicht, für viele Menschen eine Herausforderung, denn weder Hinweistafeln, noch eine markante Zufahrt deuten auf diesen Slot Canyon hin.


Aber nicht nur der Canyon selbst, sondern auch sein ungewöhnlicher Name sind eine Suche wert. Das Wort Leprechaun kommt aus dem Irischen und bezeichnet einen speziellen Kobold, der mit einem Goldschatz in Verbindung gebracht wird und dessen Lage es gilt dem Leprechaun zu entlocken. Wer dies schaffen sollte, dem wird ein Topf mit Gold geschenkt. Und wie in all den Fabeln ist dies ein Ding der Unmöglichkeit. Welchen Bezug jedoch dieser irische Kobold zu diesem Slot Canyon hat ist nicht klar und lässt einen nur spekulieren. Ist der Slot vielleicht die Wohnstätte dieses Kobolds oder ist er die Ort des vermuteten Goldschatzes. Letzteres scheint am ehesten der Wahrheit zu entsprechen, denn wenn die Sonne um die Mittagszeit ihren Zenit erreicht hat, leuchten Teile der Felswände in einem Goldgelb, als wären sie aus reinem Gold und als würde sich dahinter der Goldschatz verbergen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Vom Parkplatz aus ist es knapp über einen Kilometer, bis sich das Tal zu einem Canyon verengt und braune bis dunkelrote Sandsteinwände die seitlichen Barrieren bilden. Im Gegensatz zu vielen anderen „Slots“, wird für diesen Canyon derzeit noch keine Gebühr eingehoben und das obwohl in den letzten Jahren die Besucherzahlen im südlichen Utah massiv angestiegen sind. Üblicherweise hat man als Fotograf diesen Canyon den ganzen Tag für sich alleine, kann sich austoben, denn dieser Canyon wird relativ selten besucht. Die Frage ist nur, wie lange dieses Kleinod noch von den zu Zehntausenden durch die USA reisenden Chinesen unentdeckt bleibt.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Die Engstelle des Canyons ist eine 40 Meter lange Passage, von nur einem Meter Breite. Und durch die fast 30 Meter hohen Wände dringt fast kein Tageslicht nach unten. Dadurch erhält der Besucher den Eindruck in einer Höhle oder in einem alten Bergwerksstollen zu stehen – so dunkel ist es hier am Grund des Canyons. Ein massiver Klemmblock in etlichen Metern Höhe zeugt darüber hinaus von den ungeheuren Naturkräften, die „Fashfloods“ verursachen können, denn an der Oberseite des Blockes sind die Reste einer Baumwurzel eingeklemmt. Da frägt man sich, wie diese Wurzel wohl in diese Höhe gekommen sein mag und unweigerlich wird einem bewusst, was „Flashfloods“ anrichten können. Wehe dem, der sich dann im Canyon befindet!

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Leprechaun Slot Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA


Und das Wasser im Canyon fliessen kann zeigen viele der Wasserpfützen und kleineren und grösseren Lacken auch zu Zeiten der Trockenheit. Meist übel riechend sind sie vorallem zu Zeiten der Gewitter und der Flashfloods eine Herausforderung bei einem Durchwandern des Canyons, möchte man nicht in diesen schlammigen Sumpf mit seinen Schuhen steigen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

May Green

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Ober Kaskadenfall, Bärenschützklamm / upper cascade fall, Bärenschützklamm, Styria


Das Frühjahr hat für Fotografen seinen ganz speziellen Reiz, vor allem wenn es darum geht, Laubwälder und Grünpflanzen zu fotografieren. Das Grün der Bäume ist im April und Mai heller und hat einen gewissen Gelbanteil. Landläufig als Maigrün bezeichnet, leuchten auch im Grazer Bergland die grünen Karstlandschaften im Gegenlicht in dieser, für das Frühjahr, so speziellen Farbe. Grund für diese gelbgrüne Farbe ist der im Frühjahr sehr hohe Anteil von Carotinoiden in den Blattstoffen, die die jungen Blätter vor der Zerstörung durch die Photo-Oxidation wie eine Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor schützen. Erst wenn im Laufe des Jahres der Anteil an Carotinoiden sinkt, erhalten die Blätter das typische saftige Dunkelgrün.


Diese Aufnahme entstand im Bereich des Oberen Kaskadenfalls in der Bärenschützklamm bei Mixnitz. Und Obwohl die letzten Monate fast keinen Niederschlag gebracht haben und sich das ganze Land ausgetrocknet und staubig zeigt, scheint die Quelle des Kaskadenfalls nicht zu versiegen. Gespeist aus unterirdischen Wasserläufen des „Grünen Karst“ liefert diese Quelle auch während den trockenen Jahreszeiten Wasser, das sich in 2 Kaskaden in den Mixnitzbach ergießt.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld

Die kleine Wasserwelt

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Foto: Arpad Kunzfeld
Motiv: Badlgraben nördlich von Peggau

 

Die Kalkfelsen des Grazer Berglandes bilden Karstlandschaften mit Höhlen und Schluchten mit Wasserfällen und seltenen Pflanzen. Eine derartige Schluchtbildung, die in unmittelbarer Umgebung zu einem der größten Bergbaue des Grazer Berglandes liegt ist der Badlgraben. Kaum besucht, mit seltenen Farnen bewachsen gibt es kleine Wasserfälle und glatte Felswände.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld