Übelbach

Die vergessenen Bergwerke

Das Bergbaurevier am Notberg

(von Silber, Blei und Zink im Grazer Bergland)


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photographer: Arpad Kunzfeld (2019)
subject: “Der Blick zurück” – die ersten leicht geschlungenen Meter eines alten Stollens des Bergbaues bei Übelbach, Grazer Bergland


Der einstige Silber-Bergbau von Übelbach war einer der größten und bedeutendsten in unserer Region, wurde dazu in 4 Revieren Silber, Blei und später auch Zink abgebaut. Heute lassen sich an den bewaldeten Flanken der Berge rund um den Markt Übelbach noch zahlreiche alte und teils riesige Bergwerkshalden finden, die jedoch allesamt zur Gänze mit hohen Fichten bewachsen sind und es auch einiges an bergbaulichem Wissen erfordert, um die ehemaligen Halden im Gelände erkennen zu können. Aber nicht nur die Halden zeugen von der einstigen bergbaulichen Tätigkeit, auch das aus dem Jahr 1612 stammende Gemeindewappen von Übelbach, oder „Ubilpach“ bezieht sich auf den Bergbau, zeigt es einen auf einer Kante stehenden Silberwürfel mit einer Punzierung über einem Bach.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld (2015)
subject: “Der Blick in die Dunkelheit”, ein Selbstportrait aus einem alten Bergwerksstollen, Bergbau Übelbach, Grazer Bergland


Gab es zur Zeit der Hochblüte rund um Übelbach an die 40 Stollen, so sind diese Bergwerksstollen heute bis auf ganz wenige Ausnahmen verbrochen und damit nicht mehr zugänglich. Einer dieser noch offenen Einbaue ist ein Stollen knapp unterhalb der obersten Gehöfte am Notberg oberhalb von Guggenbach. In 730 Meter Seehöhe gelegen, über eine nur mehr kleine Öffnung im Waldboden zugänglich, wurde der Stollen an die 40 Meter tief in den Berg vorgetrieben. Auf Grund fehlender Gebäudereste dürfte aus diesem Bergwerksstollen jedoch nie Erz in größerem Masse gefördert worden sein, sondern lediglich eine mögliche Silbervererzung untersucht worden sein. Da sich diese jedoch als unergiebig herausgestellt hatte, wurden der Bergbau nach wenigen Zehnermetern aufgegeben.

 

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photographer: Arpad Kunzfeld (2019)
subject: Doppelender-Bergkristall, Bergbau Übelbach, Grazer Bergland


Doppelender sind Kristalle, die sowohl oben, als auch unten eine Kristallspitze haben, was sie einzigartig macht und was Sammler von Mineralien herausfordert sie zu suchen, denn sie sind selten. Bekannt aus den Bergkristall-Klüften der Alpen von nicht selten mehreren Dezimetern Länge, sind diese Kristalle aus einem alten Bergwerksstollen ausgenommen klein, dafür aber einmalig. Und was am Foto wie riesige Kristalle aussieht sind lediglich 5 Millimeter. Dafür machen es Makroobjektive mit Auszugsverlängerungen möglich, um auch die Welt der Miniatur überdimensional groß werden zu lassen. Stücke aus privaten Sammlungen sind es, die hier vor der Linse liegen, Stücke, die jedoch einmalig sind und in dieser Form nicht mehr zu finden sind. So sind die Arbeiten an unserem Buch über den historischen Bergbau neben der fotografischen Herausforderung vor allem „Bewahren“ von Vergangenem, bevor die Erosion die letzten offenen Stollen verschließt und private Sammlungen nach dem Ableben der Besitzer auf Grund fehlender Kenntnis der Hinterbliebenen auf der Müllhalde landen.

 


Fotografieren in alten historischen Bergwerken oder auch in Höhlen ist eine spezielle fotografische Disziplin, verlangt sie einmal neben dem guten fotografischen Wissen vor allem die Fähigkeit zu improvisieren und keine Scheu vor Dunkelheit und Schmutz zu haben. Wie dies geht ist erlernbar. Wenn Ihr dies erlernen möchtet, dann würden wir uns freuen, wenn Ihr Euch zu einem unserer Coachings anmeldet oder uns kontaktiert.

 

zum Coaching …..

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Winterschlaf

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photographer: Arpad Kunzfeld
subject: Kleine Hufeisennase, Blei-Silber-Bergbau Übelbach / Lesser Horseshoe bat, ancient led-silver mine Uebelbach, Styria


Noch bevor in unseren Gegenden die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, ist es für Fledermäuse an der Zeit ihre Winterschlafplätze aufzusuchen. Und wer dann in Höhlen steigt und alte Bergwerke befährt, der kann erleben, wie sich die Tiere kopfüber hängend auf den langen Schlaf vorbereiten, indem sie sich in ihre Hautflügel gleich einem Mantel einwickeln.


Eine bei uns in Österreich am häufigsten vorkommende Art dieser extrem nützlichen Tiere ist die „Kleine Hufeisennase“. Nur knapp über 4 cm groß, mit einer Flügelspannweite um die 25 cm, sich hauptsächlich von Insekten ernährend, hält sie von Oktober bis in den März hinein ihren Winterschlaf. In Österreich auf der Liste der gefährdeten Tiere hat sich der Bestand dieser kleinsten europäischen Fledermausart in den letzten Jahrzehnten stark reduziert, da einmal die Rückzugplätze der Tiere immer geringer werden und die Tiere auch immer wieder während ihres Winterschlafes gestört werden. Diese Störungen gehen sogar soweit, dass die Tiere verhungern.


Diese Aufnahme entstand, als sich die Tiere begannen auf ihre Winterruhe vorzubereiten und ihre Körperfunktionen noch nicht reduziert hatten. Aufgenommen mit einem 100 mm Makro-Objektiv und einem entfesseltem seitlichem Systemblitz. Eine der Herausforderungen bei der Fotografie von ruhenden Fledermäusen ist das korrekte Fokussieren auf Grund der Örtlichkeit. Was Kameras üblicherweise bei noch schwachen Lichtverhältnissen perfekt können, funktioniert im Reich der absoluten Dunkelheit jedoch nicht. Und die Abhilfe des Ausschaltens des Autofokus und anstelle dessen ein manuelles Fokussieren funktioniert ebenfalls nur dann, wenn der Fotograf etwas sehen kann – und dies ist im „lichtleeren Raum“ nicht möglich. Der Ausweg durch ein Beleuchten der Tiere mit einer starken Taschenlampe, um in Ruhe zu fokussieren, ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da dieses Dauerlicht die Tiere unnütz in Stress versetzt. Deshalb nutze ich eine Methode, bei der ich die Kamera auf dem Stativ wegdrehe, die Entfernung zum Tier zuvor messe und einen gleichen Entfernungs-Punkt an einer abgewandten Stelle suche. Diese Methode ist effizient, geht schnell, wenn man gelernt hat in dunkler Umgebung zu hantieren und setzt die tierischen Fotomodelle nicht in Stress. Gute Kenntnis über Lichtführung in der absoluten Dunkelheit sind zum Schluss noch der Schlüssel dafür, mit einem „Schuss“ die gewünschte Aufnahme zu erzielen.

 

content and image: copyright by Arpad Kunzfeld