Utah

Kalender 2019 – America’s Southwest – November

Kalender2019-11

subject: Grosvenor Arch, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2016)


Wer kennt es nicht, das berühmte Magazin von National Geographic mit seinen Berichten über Natur und Wissenschaft mit eindrucksvollen Fotos und interessanten Reportagen. Hervorgegangen aus der amerikanischen „National Geographic Society“, war es der 1875 im heutigen Istanbul in der Türkei als Sohn eines Professors für Geschichte geborene Gilbert Hovey Grosvenor, der 1905 das Magazin gründete und 55 Jahre lang als Chefredakteur das Magazin prägte. Nach diesem Gilbert Hovey Grosvenor benannt, ist die Grosvenor Arch eine der größten und höchsten „Natural Bridges“ in den Vereinigten Staaten. Im Grand Staircase Escalante National Monument unweit der Kleinstadt Cannonville gelegen und sehr leicht erreichbar, haben auch wir auf unserem Weg durch den Cottonwood Canyon einen kurzen Abstecher zu diesem Felsmonument aus sehr hellem Sandstein unternommen.
Aufnahmetechnik: CANON 7D aus der Hand, Optik: 24-70 mm bei 33 mm, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/320 Sekunde bei Blende 8, wolkiger Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst, dunkle Bildbereiche aufgehellt. Sättigung angehoben.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2019 – America’s Southwest – September

Kalender2019-09

subject: Lower Calf Creek Fall, Escalante, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2016)


Ist das Gebiet des Grand Staircase National Escalante Monuments in Utah eine riesige Steinwüste, die von einer Reihe von Canyons durchzogen wird, so wird diese Gegend trotz ihrer Öde von vielen Menschen durchwandert und es sind meist die ausgetrockneten, engen und viele Zehnermeter tiefen Canyons, die die Leute magnetisch anziehen. Einige dieser Schluchten werden aber auch von Bächen und Flüssen durchströmt, was zur Folge hat, dass an den Geländekanten teilweise imposante Wasserfälle entstanden. Die Calf Creek Falls befinden sich an solchen Abbrüchen und so stürzt das Wasser des eher kleinen Bächleins beim Unteren Calf Creek Fall an die 40 Meter in die Tiefe. Ein kleiner See ist es dann, der neben dem Wasserfall Anziehungspunkt für Wanderer ist, die teilweise nach den 2 Stunden Wegzeit ohne Scheu und so wie Gott sie schuf sich in die eisigen Fluten des Tümpels stürzen. Für uns fast verwunderlich, dass an solch stark bevölkerten Orten vor allem manch ältere Männer sogar vor auch kleineren Kindern ungeniert ihre „Schniedel“ präsentieren und dies in einem Land, das eher als prüde gilt. Uns hat der „Nudisten-Opa“ ebenfalls gestört, blockierte er den freien Blick auf unser Motiv für lange Zeit. Das Warten hatte jedoch auch den Vorteil, dass die zur Hälfte von der Sonne beschienene Felswand langsam in den Schatten eintauchte, was gerade bei Wasserfallaufnahmen von großen Vorteil ist.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSr vom Stativ, Optik: 24 mm Tilt-Shift, Optik nach oben geshiftet, Hoya-Polfilter, Belichtung: 2 Sekunden bei Blende 16, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Gelbtöne angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

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Kalender 2019 – America’s Southwest – August

Kalender2019-08

subject: in der Schlucht, Willis Creek, Cannonville, Utah, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2018)


Weiße, graue und gelbe Felswände ragen viele Zehnermeter über dem unscheinbar wirkenden Willis Creek, einem kleinen Bächlein, dass sich hier tief in die Felsen des westlichen Grand Staircase Escalante National Monuments gegraben hat. Wie die bekannten Slot Canyons rund um Page oder Escalante, ist der Willis Creek zwar nicht so eng, aber gleichermaßen schön. Früher kaum besucht, hat auch heute hier der Touristen-Strom zugenommen, denn dieses Kleinod ist leicht zu erreichen, liegt es nahe der Straße durch den Cottonwood Canyon. Und es sind nicht nur Wanderer, die die Schlucht erkunden, sondern auch geführte Gruppen von Reitern, die sich auf den Rücken ihrer Pferde durch den Canyon tragen lassen. Dann heißt es für den Fotografen Stativ abbauen, zur Seite springen und die fotografische Ausrüstung in Sicherheit bringen, möchte man nicht, dass die Ausrüstung unfreiwillig im Bachwasser gewaschen wird. Aber es gibt auch absolute Phasen der Ruhe mit nur ganz wenigen Besuchern. Da hat man Zeit nach Motiven Ausschau zu halten, die Natur in sich aufzunehmen und zu fotografieren. Beeindruckend, denn auf Grund der Tiefe und auch Enge des Canyons gibt es nur mehr diffuses und reflektiertes, indirektes Sonnenlicht, dass die Farben leuchten lässt. Um die Mittagszeit herum, wenn die Sonne am höchsten steht, herrschen dann in solchen engen Canyons die optimalen Voraussetzungen für Landschaftsaufnahmen.
Aufnahmetechnik: CANON 7D mit einer Brennweite von 50 mm aus der Hand, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/250 Sekunden bei Blende 8, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Gelbtöne angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

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Kalender 2019 – America’s Southwest – Juni

Kalender2019-06

subject: Felsen im Licht der untergehenden Sonne, Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Das berühmte Monument Valley und das südlich davon gelegene Mystery Valley sind Teile eines der Navajo-Stammesparks und haben nichts mit den klassischen Nationalparks der USA zu tun. Im Eigentum der Navajo Indianer und an der Grenze zwischen Arizona und Utah gelegen, gibt es auch nur einige wenige öffentliche Straßen, die der Tourst befahren darf und viele der Landstriche liegen daher unbekannt im fast 50.000 Quadratkilometer großen Gebiet. Dies alles ist “private property” und betreten verboten für Fremde. Von den „Weißen“ erst im 18. Jahrhunderts entdeckt, wurde das Gebiet von diesen Leuten als „eine, soweit das Auge reicht, Öd-Landschaft aus Sandsteinhügeln ohne Bewuchs oder Vegetation“ beschrieben und nur wenn es Konflikte mit den dort lebenden Navajo, Uta und Pajute Völkern gab, dann waren es Soldaten, die in diese Gegend kamen. Heute sind es jährlich an die 350.000 Besucher hauptsächlich aus China, Japan und europäischen Ländern, die das Gebiet gnadenlos überschwemmen und mit ihren Fahrzeugen den „Scenic Loop Drive“ fahren, Schmuck und Silberarbeiten von den Indianern kaufen, ein paar Selfies machen, aber von diesem Landstrich gleich wenig wissen, wie über die Leute selbst. Wer mehr sehen und erleben möchte, der muss mit den Indianer in Kontakt treten und sich einem indianischen Führer anvertrauen. Die zeigen ihm bereitwillig die Schönheit der Gegend und dies auf Wegen, auf denen der von National-Park zu National-Park hetzende „12-Nationalparks-in-3-Tagen-Tourist“ nie kommen wird. Hier muss man Zeit haben und Zeit genießen können, hier darf man nicht hetzen sondern muss sich der einmaligen Landschaft ergeben, denn nur dann wirkt die untergehende Sonne und beginnen die Felsen rot zu glühen. Wir hatten das Glück einen Fotografen kennen zu lernen, der Angehöriger des Navajo-Stammes ist und mit dem wir mittlerweile befreundet sind (hier geht es zu seinem Internet-Auftritt: www.quanahphoto.com). Ihm verdanken wir den Zugang zur Schönheit und Außergewöhnlichkeit dieser Gegend.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit einer Brennweite von 24 mm am Stativ, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/60 Sekunden bei Blende 8; Aufnahme kurz vor Sonnenuntergang, wolkenloser Himmel, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Farben angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

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Kalender 2019 – America’s Southwest – April

Kalender2019-04

subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA (photographer: Marina Kunzfeld, 2018)


Im Juni letzten Jahres hatten wir einen Reisebericht über den Willis Creek veröffentlicht, einem Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument bei Cannonville in Utah. Dabei hatten wir geschrieben, dass im Willis Creek nicht rot oder orange als Farben vorherrschend sind, sondern die Gelbtöne bestimmend sind. An dem Tag, als wir diesen Canyon besuchten, zog ich rein zufällig meine gelbe Wanderhose und ein graues T-Shirt an, ohne zu wissen, welche Farben uns in der Schlucht erwarten werden. Und als wir einmal Reitern im Canyon Platz machen mussten, galt es auf die untersten Felsen zu klettern und dort solange mit unserer Ausrüstung zu warten, bis die Pferdekarawane vorbeigezogen war. Dabei fiel Marina auf, dass meine Bekleidung genau dem Farbton des Canyons entspricht. Das veranlasste uns diesen Farbgleichklang auch fotografisch fest zu halten. Als Model vor der Kamera agierend, entstand diese einmalige Aufnahme, wobei ich bewusst nicht in die Kamera blickte, sondern meinen Blick entlang der steilen Felswände schweifen ließ.
Aufnahmetechnik: CANON 7D mit einer Brennweite von 115 mm aus der Hand, Hoya-Polfilter, Belichtung: 1/125 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung der Gelbtöne angehoben und einige dunkle Farbe leicht aufgehellt.

 

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Kalender 2019 – America’s Southwest – März

Kalender2019-03

subject: Leprechaun Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Den Leprechaun Canyon haben wir schon einige Male in unseren Newsletter beschrieben, war er doch am Titelbild des diesjährigen Kalenders. Mit seinen hohen Seitenwänden und dem anfänglich noch straßenbreiten Aussehen, vermutet fast niemand, dass sich dieser Canyon nach einigen hunderten von Metern zu einem richtigen Slot verengt. Massiver und in diversen Gelb- und Brauntönen gebänderter Sandstein, sowie die kleinen Wasserlöcher erzeugen für den Betrachter einen Ort der Ruhe, laden zum Rasten ein und lassen die rundherum herrschende Hitze vergessen. Für den Fotografen sind es die, wie an einer Perlenschnur gereihten Wasserlöcher, die faszinieren und die dem Bild Dynamik verleihen, geben sie doch dem Betrachter eine imaginäre Linie vor, die hinein in den Canyon führt. Diese Szenerie wiederholt sich mehrmals auf dem Weg in das Innere des Canyons und fasziniert hinter jeder Biegung wieder aufs Neue. Für die Mystiker unter Euch, mag ja der Canyon vielleicht wirklich der Wohnort jenes Kobolds sein, dem Canyon seinen Namen verdankt und der auf diese Weise die Besucher anlockt, um nach dem verborgen Schatz zu forschen.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 45 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet, Lee-Polfilter, Belichtung: 1/4 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

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Kalender 2019 – America’s Southwest – Januar

Kalender2019-01

subject: Toadstool Hoodoos, Paria Rimrocks, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2016)


Hoodoos gehören zu den außergewöhnlichsten Felsformationen des amerikanischen Südwestens und sind genauso geheimnisvoll, wie auch ihr Name. Ursprünglich Teil eines geschlossenen Sediment-Plateaus, dann durch Erosion so ausgewaschen, dass nur mehr einzelne Türme und Nadeln des einstigen Plateaus stehen geblieben sind, dann noch einen massiven Felsblock auf der Spitze scheinbar balancierend, sind Hoodoos merkwürdige Felsgestalten. Oftmals weit über 10 Meter hoch, manchmal einzeln, dann fast einen ganzen Wald bildend, sind sie Anziehungspunkt für viele Reisende und Fotografen. Die Toadstool Hoodoos in den Paria Rimrocks zwischen Kanab in Utah und Page in Arizona sind ein Ort, wo Hoodoos die Hauptattraktion sind und der heute im Zeitalter des ungebremsten Massentourismus noch nicht überlaufen ist. Scheinbar als Park zu klein, die berühmten Antelope Canyons zu nah und auch die Ausschilderung zu unscheinbar, verirren sich hier bei weitem nicht so viele Touristen, als zu anderen Orten. Wer die halbe Stunde Wanderung in Angriff nimmt, der wird jedoch fürstlich belohnt, so einzigartig ist diese Gegend.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet und Optik nach unten geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtung: 1/80 Sekunden bei Blende 8, wolkenloser Himmel mit direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst, Sättigung leicht angehoben und einige Farbentöne leicht aufgehellt.

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Kalender 2019 – America’s Southwest – Titelbild

Kalender2019 Titelseite

subject: Leprechaun Canyon, Henry Mountains, Hanksville, Utah, USA (photographer: Arpad Kunzfeld, 2018)


Unser Wandkalender 2019 hängt bereits in einigen Wohnungen und bevor wir am Neujahrstag das erste Kalenderbild aufschlagen – hier noch ein paar Worte zu diesem Kalender und zu den Gegenden, in denen die Aufnahmen entstanden. Der Südwesten der Vereinigten Staaten ist ein überdimensionales Halbwüstengebiet und erstreckt sich über die Bundesstaaten Arizona, Utah, Nevada, Colorado und New Mexico. Wir haben in den letzten Jahren hauptsächlich die Gegenden im südlichen Utah und nördlichem Arizona bereist und haben viel Interessantes kennengelernt, was wir in diesen Kalender einfließen haben lassen. Slot Canyons, Hoodoos, Wasserfälle, Cowboys bei ihrer Arbeit, unendlich lange Tiefsand-Pisten, Felsformationen, wie die Wave, indianische Pueblos, nächtliche Fotosessions, um die Milchstraße fest zu halten sind nur einige Highlights, die wir fotografieren durften und die wir auf diese Weise mitgebracht haben.
Nun zum Titelbild dieses Kalenders: abseits von den bekannten Touristenorten, wie dem Antelope Canyon, dem Monument Valley oder dem „Horseshoe Bend“, an dem man eine der Schlingen des Colorado bewundern kann, ist der Leprechaun Canyon ein Ort, den man nicht mit vielen Touristen teilen muss. Hier genießt man noch die Ruhe der früheren Tage, obwohl dieser Slot Canyon einfach zu erreichen ist und auch konditionsschwächere Personen ein Leichtes haben, um zu ihm zu gelangen. Gelegen im südlichen Utah, in einer eher unbekannten Ecke, eröffnet sich dem Besucher des Leprechaun Canyons zu Beginn ein breiter, von hohen Felsmauern eingerahmter Kanal, der nach mehreren Windungen die eigentlichen Engstelle des Canyons erreicht.
Aufnahmetechnik: CANON 5DSR mit 90 mm Tilt-Shift-Objektiv, Kamera am Stativ vertikal ausgerichtet und Optik nach oben geshiftet, Focus-Stacking aus 2 Aufnahmen für eine durchgehende Schärfe, Lee-Polfilter, Belichtung: 1,6 Sekunden bei Blende 11, wolkenloser Himmel ohne direktem Sonnenlicht, Farbtemperatur manuell angepasst und Sättigung leicht angehoben.

 

Dieser Kalender ist zum Selbstkostenpreis von €20 bei uns erhältlich!

 

content and image: copyright by Marina and Arpad Kunzfeld, book-and-picture

Über dem Lake Powell

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blick über den Lake Powell, Alstrom Point, Utah, USA


An der Grenze zwischen den beiden Bundestaaten Utah und Arizona liegt der Ferien- und Badeort Page. Bedingt durch den 1948 errichteten „Glen Canyon Damm“ entstand die heutige Ferienstadt an den Ufern des aufgestauten Colorado, wobei nicht nur das eigentliche Flussbett des Colorado Rivers gestaut wurde, sondern das Wasser flutete auch alle in den Colorado mündenden Seiten-Canyons und Täler. Dadurch entstand eine bizarre Wasser- und Fjord-Landschaft ähnlich der in Norwegen, jedoch hier in einer Wüstenumgebung und trägt den Namen Lake Powell. Wer diese Landschaft von einem erhöhten Punkt aus betrachten möchte, der sollte zum Alstrom Point fahren.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blick über den Lake Powell, Grenzland zwischen Utah und Arizona, USA


Die Fahrt zum Alstrom Point vom Highway 89 aus dauert an die 2 Stunden und führt über anfänglich gute Pisten, zum Schluss jedoch über steiniges und sehr raues Gelände. Die meisten Touristen, die sich zu diesen Aussichtspunkt wagen, sind jedoch für das Schlußgelände mit unzureichenden fahrbaren Untersätzen unterwegs. Die gemieteten SUVs und Allrad PKWs, auch wenn sie eine Höhenverstellung haben, radieren oftmals mit den Bodenplatten dahin und auch die für das Asphalt-Cruising aufgezogenen Pneus warten nur auf die „Plattfüße“. Und ein „die-letzten-Meilen-Gehen“ kommt für die Großstadt-Cowboys auch nicht in Frage – zu nahe scheint das Ziel. Wer es trotzdem schafft, der wird mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt und das meist in fast absoluter Einsamkeit, ohne aggressiv drängelnde Asiaten, wie am Colorado Overlook oder in den Antelope Canyons.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blick über den Lake Powell, Grenzland zwischen Utah und Arizona, USA


Für Film-Liebhaber, vor allem die, die „Planet der Affen“ gesehen haben, die sollten wissen, dass sie am Alstrom Point eigentlich nicht den „Lake Powell“ vor sich haben, sondern den „Dead Lake“ und wer genau schaut, der kann vielleicht mit noch etwas Fantasie die Spitze des Raumschiffes im See erkennen und mit noch etwas mehr Fantasie die 3 Astronauten sehen, die durch die öde Landschaft der Smokey Mountains streifen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: blühender Kaktus, Smokey Mountain Road, Utah, USA


Die Fahrt zum Alstrom Point beginnt am Highway 89, der Page in Arizona mit Kanab in Utah verbindet. Gleich hinter den letzten Häusern von Big Water geht es gleich durch eine Furt, die den Paria River quert. Nach regenreicheren Jahreszeiten erwartet dort den Besucher eine eventuell schlammige Durchquerung des Flusses bevor es dann die Smokey Mountain Road entlang geht, die im Frühjahr durch eine Landschaft mit blühenden Kakteen führt.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Monument Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Touristenstrom am Highway 163, Monument Valley, Utah, USA


Das Monument Valley zählt zu den bekanntesten Landschaften des amerikanischen Südwestens, ist es doch mit seinen Tafelbergen, die aus einer weiten Ebene in den Himmel ragen, mannigfach Kulisse vieler Filme gewesen. Angefangen von Sergio Leone’s „Spiel mir das Lied vom Tode“, über diverse Filme mit John Wayne, bis hin zu Filmen wie Easy Rider habe sie alle diese einzigartige Gegend weltweit bekannt gemacht. An der Grenze zwischen Utah und Arizona gelegen, ist das Monument Valley heute im Besitz der Navajo Indianer. Dem war aber nicht immer so. Nachdem man die Navajos und die benachbarten Apachen im frühen 19.Jahrhundert begonnen hatte aus dieser Gegend zu vertreiben und ihnen Gebiete am Rio Pecos als Reservate zu zuwiesen, gab es jahrzehntelange blutige Kämpfe bei denen viele Indianer starben. Erst als Folge des berühmten “langen Marsches“, an dem sich 8000 Navajos beteiligten und ein viertel von ihnen abgeschlachtet wurde, erhielten die Navajos 1868 ihr ursprüngliches Stammesgebiet als „Reservat“ zurück.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Der staubige “Scenic Drive”, Monument Valley, Utah, USA


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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Im Gespräch, Monument Valley, Utah, USA


Heute führt eine fast 30 Kilometer lange Rundstrecke durch das Monument Valley und tausende Touristen habe so die Möglichkeit auf einer staubigen und holprigen Piste das Monument Valley vom Auto aus zu erkunden. Manche verwechseln dabei diese naturbelassene Straße mit einem asphaltierten Highway und brausen mit ihren tiefergelegten Boliden über Felsen und andere Unebenheiten. Aufgeplatzte Ölwannen und Reifenschäden sind dann die Folge. Da haben es die Besitzer von Elektro-Autos schon besser, denn die haben keine Ölwannen. Ihnen geht nur der Strom durch die voll aufgedrehte Klimaanlage aus und bleiben damit ohne Saft liegen, wo sie dann warten, bis man sie abschleppt, denn Tesla-Ladestationen gibt es im Land der Tafelberge nicht. Die Navajos wissen jedenfalls viel davon zu erzählen.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felswände und tiefer Sand und der “Totempfahl”, Monument Valley, Utah, USA


Wer das Land abseits des 30 Kilometer langen „Scenic Drives“ erkunden möchte, der kann dies natürlich tun, benötigt jedoch ein Permit von den Navajos und einen indianischen Führer, denn das in Europa gerne praktizierte „ich kann alles und bin der Größte“ und „die sollen sich nicht wichtig machen“ wird hier nicht geduldet. Zu groß, zu unwirtlich, zu wild und zu abgelegen ist die Gegend, denn wer hier mit seinem für das Gelände untauglichen PKW und ohne Tiefsand-Fahrkenntnisse stecken bleibt, der hat ein massives Problem. Der muss damit rechnen mehrere Tage zu warten bis ihn Jemand überhaupt findet. Denn Smartphones haben keinen Empfang, die meisten Tagestouristen sind Großstadt-Cowboys ohne Outdoor-Erfahrung, es hat tagsüber unter Umständen Temperaturen um die 40 Grad und die mitgeführten Trinkwasser-Mengen reichen gerade für das „Wasser-Nuckeln“ im heimischen Strandbad. Diese Art der Selbstüberschätzung kann in dieser Gegend tödlich enden.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Mystery Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: kurz vor Sonnenuntergang im Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


Wer auf dem Highway 163 von der Kleinstadt Kayenta in Arizona Richtung Norden fährt, erreicht nach 20 Meilen Fahrt die Grenze zu Utah und damit auch die einmalige und weltbekannte Felskulisse des Monument Valley. Nur wenige Meilen davor liegt östlich des Highways ein Gebiet, das touristisch kaum erschlossen ist – das Mystery Valley. Ebenso wie das bekannte Monument Valley im Eigentum der Navajo Indianer, darf es ausschließlich in Begleitung eines Navajo Indianers besucht werden.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: die Landschaft des Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: wilde Mustangs leben im Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


 
Indianer waren früher für ihre Reitkünste bekannt, wenn sie ohne Sättel im vollem Galopp zielsicher mit Pfeil und Bogen trafen. Seitdem sie jedoch das Pferd gegen den Pick-up Truck und das Geländeauto getauscht haben, sind sie auch zu Meistern im Fahren mit geländetauglichen Fahrzeugen im Tiefsand und über steile Felsen geworden. So auch unser indianischer Führer und ebenfalls Fotograf, mit dem wir gemeinsam das Mystery Valley besuchten. Lange Tiefsandpassagen wechselten mit steilen Felsplatten, bei denen man das Gefühl hatte, dass unser Jeep Wrangler umzufallen drohte – so ging es zu verschiedenen fotografischen Motivpunkten.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Ruinen Anasazi-Indianer, Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Felsen im Licht der untergehenden Sonne, Mystery Valley, Navajo-Land, Arizona, USA


Ist der Besucherandrang im Monument Valley auf einem „Maximum“, so liegt Einsamkeit über dem Mystery Valley, obwohl dieses fast auf Sichtweite zum benachbarten Monument Valley liegt. Weite Ebenen mit steilen in der Nachmittagssonne leuchtenden Felsformationen, Felsentore aller Art und eine Reihe von Ruinen aus der Zeit der Besiedelung durch die Anasazi Indianer sind die Landschaft prägenden Highlights.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Nächtliches Monument Valley

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Milchstraße über dem Monument Valley, Navajo-Land, Grenzland zwischen Arizona und Utah, USA


Es ist um Mitternacht herum, als wir mit unserem indianischen Führer und ebenfalls Fotografen entlang der Grenze zwischen Utah und Arizona durch die stockdunkle Nacht fahren. Wir als Europäer wären hier ohne GPS-Unterstützung vollkommen verloren, so wenig lässt sich rundherum erkennen, so schnell würden wir in eine komplett falsche Richtung fahren. Als wir dann eine weite Ebene erreichen, können wir vor uns am Horizont die Silhouette verschiedener Felstürme erkennen. Wir bleiben stehen, bringen uns in Position, denn am südöstlichen Horizont ist bereits die Milchstraße über den Felstürmen rund um den „Totempfahl“ zu erkennen – ein einmaliges Schauspiel – eine einzigartige Gegend, tief im Land der Navajo-Indianer.

 
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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Sternenhimmel über dem “ear of the wind”, Monument Valley, Navajo-Land, südöstliches Utah, USA


An dieser Stelle eine kleine heitere Geschichte, die sich während der Vorbereitung für unsere Sternenfotografie ergab:
Möchte man die Milchstraße fotografieren, so ist es notwendig das Objektiv auch „unendlich“ zu fokussieren, denn die Sterne sind ja bekanntlich unendlich weit weg und wenn man nicht richtig fokussiert, so würden die Sterne auf dem Foto unscharf sein. Nur nachdem es bekanntlich in der Nacht dunkel ist, kann ein Kamera-Autofokus hier leider nichts ausrichten und der Fotograf muss dieses Fokussieren selbst und manuell durchführen. Unter normalen Bedingungen ja ganz leicht. Allerdings in der pechschwarzen Nacht des Monument Valley ist dies nicht so leicht, denn dort ist es so wie in einer Schauhöhle ohne Licht – man sieht einfach nichts und auf die kleinen Pünktchen am Himmel zu fokussieren ist fast unmöglich. Aus diesem Grund erledigt man diese Arbeit einfach am Tag und klebt den Einstellring des Objektivs mit einem Klebeband einfach fest. So machen es viele Astrofotografen und so war unser Plan.
Zu diesem Zweck parkten wir unseren Jeep entlang des viel befahrenen „Scenic Drives“ im Monument Valley, packten Kamera und Stativ aus dem Auto, stellten diese auf und suchten uns ein paar weit entfernte, unscheinbare Felsen als Ziel, um die „Unendlich-Einstellung“ vorzunehmen. Als wir so 1 oder 2 Minuten standen, kam plötzlich ein Auto mit Touristen, die Insassen sprangen heraus, zückten ihre Smartphones und fotografierten ebenfalls in die Richtung, in die unsere Kameras ausgerichtet waren. Das Schauspiel wieder holte sich wieder und wieder und kurzzeitig standen 10 Leute um uns herum und schossen Fotos mit ihren Smartphones und Tablets von den weit entfernten unscheinbaren Felsen.
Wir sprachen die Leute daraufhin an, warum sie auch dorthin fotografieren, denn dort sei ja gar nichts und wir erhielten als Antwort, dass wenn irgendwo in der Landschaft ein Fotograf stünde, der mit seiner Kamera und einem Stativ fotografiert, dann muss sich dort auch ein Motiv befinden, dass andere Menschen vielleicht nur nicht sehen – und so ist es sicher auch hier. Und als wir zu verstehen gaben, dass wir nur unsere Objektive „kalibrieren“, dann hieß es, dass man das nicht glauben kann, wir wollen nur nicht haben, dass sie hier fotografieren und wir wollen die Motive für uns alleine haben. Und auch auf die Frage, ob sie denn dort außer den unscheinbaren Felsen etwas sehen, dass es Wert wäre fotografiert zu werden hieß es, dass da sicher etwas sein muss, denn sonst wären wir ja nicht hier. Zu Hause werde man die Bilder genau analysieren. Wir wünschten jedenfalls viel Vergnügen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Im Reich der Anasazi Indianer

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: “House on Fire”, Anasazi Ruinen, Mule Canyon, südöstliches Utah, USA


Wer kennt sie nicht, die Filme mit Indianern, die mit Pfeil und Bogen in den Krieg zogen, die ihre Feinde skalpierten, die in Zelten lebten und ihre Gegner an Marterpfähle banden, um sie dort qualvoll sterben zu lassen. Alles großes Kino „made in Holywood“, die Realität sah jedoch etwas anders aus, denn nicht jeder Indianer war ein blutrünstiger Krieger, wie auch nicht jeder Ritter im Mittelalter ein mordender Schwertkämpfer war.


Die Besiedelung des amerikanischen Kontinents begann vor mehr als 6000 Jahren, jedoch gibt es von diesen amerikanischen Ureinwohnern fast keine Zeugnisse und Funde. Jede Menge Funde und Relikte gibt es jedoch vom Volk der Anasazi, die vom 5.Jahrhundert n. Chr. bis in das 13. und 14.Jahrhundert hauptsächlich in der „Four Corner“ Region lebten – der Ecke von Utah, Arizona, New Mexico und Colorado. Von diesem Volk gibt es noch mannigfach Reste ihrer einstigen Siedlungen und eine dieser Siedlungen befindet sich im Mule Canyon im südöstlichen Utah.

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Anasazi Ruinen, Mule Canyon, südöstliches Utah, USA


Die Kultur der Anasazi war relativ hoch entwickelt. Sie bauten Straßen, die die verschieden Siedlungen mit einander verbanden, wobei diese sich meist in Schluchten befanden und wie Schwalbennester unter weit ausladenden Überhängen platzierte wurden. Auf den darüber liegenden Hochebenen bestellten sie Felder, von denen sie Bohnen, Mais und verschiedene Gemüse ernteten. Wie aus Felszeichnungen zu entnehmen ist jagten sie Dickhornschafe und Antilopen, die es zu dieser Zeit noch in großen Mengen in dieser Region gab.


Mit dem ausklingenden 13.Jahhundert verschwand diese Kultur allmählich aus dieser Region, wobei man über die genauen Hintergründe heute rätselt. Man vermutet, dass es einsetzende Dürren waren, die die sesshaften Anasazi vertrieben, oder nachdrängende nomadische Indianervölker wie Navajos und Apachen. Es gibt auch lustige Vermutungen – so ist ein Fantast sogar der Meinung, dass die Anasazi Verbindungen zu Außerirdischen hatten und mit diesen in das Weltall flogen..


Beim Mule Canyon handelt es sich um ein breites, schluchtartiges Tal, in dem sich an mehreren Stellen Ruinen der Anasazi befinden. Meist nicht auf den ersten Blick zu sehen, befinden sich die Bauten oftmals über der Talsohle leicht versteckt unter felsigen Dächern. Besonders eindrucksvoll erscheinen die Ruinen dann, wenn die tiefstehende Sonne leicht unter die felsigen Überhänge scheint und damit die Felsen in ein magisches goldgelb verwandelt. Da sich bei unserem Besuch die Sonne kaum zeigen wollte, mussten wir zu anderen Hilfsmittels greifen, um zu goldgelben Sonnenlicht zu kommen. Es waren Systemblitze mit speziellen so genannten Konversionsfiltern, die wir einsetzten, um das Licht der tiefstehenden Sonne nachzustellen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Wire Pass Slot Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Am 29.April letzten Jahres hatten wir auf dieser Internet-Seite einen Bericht über die „Wave“ verfasst, einer atemberaubenden Sandsteinformation im Bereich des Paria Canyons und in unserem Artikel hieß es damals „Ziemlich genau an der Grenze zwischen den beiden US-Bundesstaaten Utah und Arizona liegt auf dem Colorado Plateau eine atemberaubende Felsformation, die unter dem Namen “Wave” bekannt geworden ist….“. Nun möchten wir an dieser Stelle fortsetzen, denn die nähere Umgebung dieser Sandsteinformation wartet noch mit einigen anderen Highlights auf. Eine dieser landschaftlichen Besonderheiten ist der Wire-Pass Slot Canyon. War er bei unserem letzten Besuch verwaist, so erlebten wir dieses Mal einen touristischen Ansturm der Sonderklasse und oft genug mussten wir warten, bis unsere Motive frei zum Fotografieren waren.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Reste einer indianischen Siedlung im Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Viele der Canyons waren über lange Zeit hin bewohnt und die Spuren der menschlichen Zivilisation lassen sich noch an einigen Stellen gut erkennen. So auch hier im Wire Pass Slot Canyon an der Stelle, an der die Canyon-Wände auseinander treten und an der ein Felsüberhang Schutz gegen Regengüsse bietet. Von den einstigen Gebäuden der dort ansässigen Pueblo Indianer ist heute nichts mehr zu sehen und nur mehr in den weichen Fels gehauene Felslöcher, die als Steigbaum dienten, geben Zeugnis von den einstigen Bewohnern. Es waren Sturzfluten, die die Gebäude hinweg rafften.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Buckskin Gulch, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Der Wire Pass Slot Canyon verläuft in West-Ost-Richtung und wer ihn zu Gänze durchschreitet erreicht nach 700 Metern die angesprochene Talerweiterung mit indianischen Petroglyphen und durch Sturzfluten und modernen Touristmus fast zur Gänze zerstörten Resten einer indianischen Siedlung. An dieser Stelle mündet der Canyon in eine weitere Nord-Süd verlaufende Schlucht, die den Namen Buckskin Gulch trägt und die entsprechend ausgerüstete Wanderer über 25 Meilen verfolgen können, bis sie die Schluchten des Paria Rivers erreichen. Wir erkundeten den nördlichen Teil des Canyons mit ebenfalls schönen Engstellen und wunderbaren Lichtspielen.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Blühender Claret-Cup Kaktus, Wire Pass Slot Canyon, Coyote Buttes North, Paria Rimrocks, Utah, USA


Im Wire-Pass Slot Canyon gibt es eine Engstelle mit einer 3 bis 4 Meter hohen und senkrechten Felsstufe, die Kletterei erfordert. Vor allem für Fotografen mit schwerer und teurer Ausrüstung eine Herausforderung, doch wer sich die Umgebung des Canyons angesehen hat, der hat vermutlich bemerkt, dass dieser Canyon über zwar steile, jedoch sehr griffige Sandsteinplatten nördlich umgangen werden kann. Am höchsten Punkt dieser für die Ausrüstung schonenderen Variante durchquert man „als Draufgabe für den Tag“ einen kleinen Bereich mit im Frühjahr zum Teil wundervoll blühenden Kakteen.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld

Willis Creek Canyon

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Das „Grand Staircase Escalante National Monument“ zwischen Escalante im Norden und den Orten Kanab und Page im Süden durchziehen einige wenige Straßen. Diese kann man jedoch nicht mit Straßen in unseren Breiten vergleichen – meist handelt es um steinige und mit Schlag-Löchern übersäte teils üble Pisten, die Fahrzeuge mit großer Bodenfreiheit und Allradantrieb notwendig machen. Wer sich auf eine solche Straße begibt befindet sich dann auf einer Länge von 150 Kilometern in absoluter Einöde ohne jeglicher menschlicher Ansiedlung und auch ohne Mobilnetzempfang. Die westlichste dieser Routen trägt den unaussprechlichen Namen Skutumpah Road und diese Straße quert relativ bald nach ihrem nördlichen Ausgangspunkt einen kleinen Bach, von vielleicht 1 bis 2 Meter Breite. Dieser Bach ist dermaßen seicht, dass Wanderschuhe nicht einmal richtig nass werden. Der Schein trügt jedoch, denn nach starken Regenfällen und Unwettern schwillt dieses unbedeutende Rinnsal zu einem reißenden Strom an und hat im Laufe der Zeit einen unvergleichlichen Slot-Canyon geformt – den Willis Creek Canyon.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA

 

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Was anfänglich noch ein felsiger Einschnitt ist, wird desto weiter man im Canyon fortschreitet zu einer sehenswerten Schlucht mit über 30 Meter hohen teils glatten, dann auch wieder geschwungenen Sandsteinfluchten. Domminiert in vielen der Slot-Canyons der rote Farbanteil auf Grund des Eisenoxid-Anteils im Gestein, ist es hier ein Gelb in unterschiedlichen Varianten, teilweise unterbrochen durch graue und schwarze Streifen hervorgerufen durch das Sonnenlicht und einem geringeren Eisenanteil. Zwischen den beeindruckenden Fluchten verläuft der bei Schönwetter mehr als seichte Bach, dessen Oberfläche golden schimmert.

 

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photographer: Marina & Arpad Kunzfeld
subject: Willis Creek Canyon, Grand Staircase Escalante National Monument, Cannonville, Utah, USA


Dieser Slot-Canyon ist im Gegensatz zu vielen anderen Canyons an keiner Stelle so schmal, dass beispielsweise beleibtere Mitmenschen stecken bleiben könnten. Er ist sogar so breit, dass man immer wieder auf organisierte Gruppen von Reitern trifft, die sich hier auf den Rücken der Pferde durch den Canyon tragen lassen. Mit dem Tablet oder dem Smartphone filmend, wird der Ausflug dokumentiert und als Landschaftsfotograf mit der Kamera am Stativ bedeutet dies unverzüglich für die Karawane Platz zu machen, möchte man nicht haben, dass die Ausrüstung im Morast landet.

 

content and image: copyright by Marina & Arpad Kunzfeld